Neue Überbauung am grünen Rand von Zürich-Witikon

In Zürich Witikon plant die Swisscanto Anlagestiftung eine neue, charakteristische Arealüberbauung mit unterschiedlichen Wohnungstypen für eine diverse Bewohnerschaft. Um das Vorhaben sorgfältig auf die Umgebung und die Quartiergegebenheiten abzustimmen, wurde in den vergangenen Monaten ein zweistufiger Studienauftrag mit neun Planerteams durchgeführt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Text: Patrick von Planta, Thomas Gianora,

Die Swisscanto Anlagestiftung erwarb im Jahr 2019 mit dem Areal Harsplen eine der letzten grossen unbebauten Wohnbauparzellen in der Stadt Zürich. Das Areal soll in den nächsten Jahren zu einem attraktiven Zuhause für eine vielfältige Bewohnerschaft und zu einem Treffpunkt für die ganze Nachbarschaft umgestaltet werden. Geplant sind rund 360 Wohnungen. Dafür wurde in den vergangenen Monaten ein zweistufiger Studienauftrag unter Beteiligung verschiedenster Experten und Planer-Teams durchgeführt. 

Quelle: Luftaufnahme Orthofoto Stadt Zürich, Swisscanto by Zürcher Kantonalbank

Areal-Zonung & Projekt­perimeter

Das Areal Harsplen am grünen Rand von Zürich Witikon wird heute landwirtschaftlich genutzt und umfasst mehrere Parzellen. Die grösseren zwei (in der Wohnzone W4 und Erholungszone E1) bilden den Projektperimeter. Aufgrund der umfangreichen Fläche ist hier gemäss geltender Bauzonenordnung eine Arealüberbauung mit mehrgeschossigen Wohnbauten und einer maximalen Ausnützungsziffer von 160 Prozent möglich. Letztere wird nicht ausgeschöpft, weil der Studienauftrag eine städtebauliche Lösung mit quartierverträglicher Dichte ergeben hat, die haushälterisch mit dem Baugrund umgeht.

Areal Harsplen: Facts & Figures

Fläche insgesamt ca. 34'700 qm
  • davon Wohnzone (W4)
ca. 24'400 qm
  • davon Erholungszone (E1)
ca. 5'900 qm
Geplante Anzahl Wohnungen ca. 360 Einheiten

Organisch­-durchlässige Siedlungsstruktur

Neun Planerteams wurden in der ersten Stufe eingeladen, ein städtebauliches Konzept für das Gesamtareal zu erarbeiten. Im Vordergrund standen die städtebaulich­freiräumliche Gesamtidee, die verträgliche Einbettung in die Umgebung, die Entwicklung einer «Wohnidee» sowie die Erfüllung der qualitativen Anforderungen. Aus den Beiträgen wählte das Beurteilungsgremium den Vorschlag des Teams Armon Semadeni Architekten mit Kolb Landschaftsarchitektur für die Erarbeitung eines Richtkonzepts. Ihr Vorschlag überzeugte die Jury dank seiner organisch­durchlässigen Siedlungsstruktur mit unterschiedlich ausgestalteten Freiraumkammern, sorgfältig konzipierten Übergängen zur Umgebung und attraktiven, gut eingebet-teten Adressräumen an der Witikoner­ und Katzenschwanzstrasse. Auf dieser Basis entwickelten fünf aus-gewählte Teams der ersten Stufe in der zweiten Stufe ihre Projektvorschläge weiter. Den Fokus legten sie vorwiegend auf die Konkretisierung des Wohnbauprojekts.

Kombinatorik für Lebendigkeit und Diversität

Das Beurteilungsgremium entschied sich schliesslich für eine Kombinatorik von acht Baukörpern der Architekturbüros Armon Semadeni Architekten, Galli Rudolf Architekten und BDE Architekten, eingebettet in das Freiraumkonzept von Krebs und Herde Landschaftsarchitekten. Dadurch kann die angestrebte, identitätsstiftende architektonische und räumliche Vielfalt erreicht werden. Es entstehen abwechslungsreiche öffentliche, halböffentliche und private Begegnungsmöglichkeiten für tragfähige Nachbarschaftsbeziehungen. Die geplante Abfolge von grosszügigen Platz- und Hofsituationen bieten dank ihrer verschiedenen Wohn- und Pflanzenwelten ein Wechselspiel von Aufenthaltsqualitäten inmitten grosser Biodiversität. Verschiedene Wohnungsstandards mit unterschiedlichen Wohnungstypen von 1.5 bis 5.5 Zimmern werden eine vielfältige Bewohnerschaft ansprechen. Es entsteht die gewünschte Durchmischung von Generationen, Haushaltsgrössen und Lebensabschnitten. Geplant wird auch ein städtischer Kindergarten mit Hort.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse des Studienauftrags werden gegenwärtig konsolidiert und offene Fragen weiterbearbeitet. Im Anschluss erarbeiten die Architekten unter Einbezug der städtischen und kantonalen Ämter ein konkretes Bauprojekt in dessen Rahmen u.a. auch die effektive Gestaltung der Bauten erst ausformuliert wird. Dazu gehören u.a. auch das Sammeln und Auswerten von Ideen zur Planung der Erholungszone E1 aus der Quartierbevölkerung. Mit einer Baueingabe rechnen wir nicht vor Herbst 2022. Baustart wäre demnach frühestens im Verlauf des Jahres 2023. Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auf www.harsplen.ch

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