Mit Private Equity vom Megatrend Dekar­boni­sierung profitieren

Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft ist ein Megatrend und bietet attraktive Anlagechancen. Private Equity spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Christian Sarwa, Senior Investment Director Private Equity

Private Equity Investoren ermöglichen die Skalierung von Schlüsseltechnologien für die Erreichung der Klimaneutralität.

Die Weltbevölkerung emittierte im vergangenen Jahr rund vierzig Gigatonnen CO2. Diese Emissionen müssen spätestens bis 2050 auf netto-null reduziert werden, um die Klimaerwärmung im Verhältnis zur vorindustriellen Zeit auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Bei einer stärkeren Erwärmung drohen katastrophale Folgen für Mensch und Umwelt.

Die Herausforderungen sind gigantisch, die Chancen auch. Netto-null binnen weniger als 30 Jahren zu erreichen, verlangt gemäss IPCC (2019) «Special Report: Global Warming of 1.5 C» jährliche Investitionen von geschätzt 3'000 Milliarden USD in Dekarbonisierungslösungen. Aktuell fliessen 500 Milliarden USD in diesen Bereich. Es verpflichten sich zwar immer mehr Firmen zu Netto-null-Zielen, gleichzeitig ist aber noch unklar, wie die Umsetzung der dazu nötigen Massnahmen technisch und operativ gestaltet wird.

Zugang zu Fremdkapital

Es braucht neue Technologien und Geschäftsmodelle. Einige Technologiefirmen und Dienstleister versuchen, mit Dekarbonisierungslösungen zu reüssieren. Hier handelt es sich um innovative, junge Firmen, die ein Produkt entwickelt haben und ersten Umsatz generieren. Diese Unternehmen sind jedoch oft noch zu klein oder haben eine zu kurze Historie, um Zugang zu Fremdkapital oder zum Kapitalmarkt zu erhalten. Selbst wenn Unternehmen profitabel arbeiten, reicht der Cashflow meist nicht, um Wachstum zu finanzieren.

Bei solchen Wachstumsfinanzierungen gibt es nur wenige Investoren, die bereit sind, das Risiko zu schultern und die aktive Arbeit im Verwaltungsrat auf sich zu nehmen. An diesen Stellen greifen Private-Equity-Growth- respektive Venture-Capital-Fonds. In ihrer Rolle als aktiver Investor finanzieren sie mit dem Kapital ihrer Kunden das Wachstum innovativer Firmen. Mit ihrem Netzwerk und Know-how ermöglichen sie somit die Skalierung von Schlüsseltechnologien für die Erreichung der Klimaneutralität. Firmen, die technologische Lösungen und Dienstleistungen zur Dekarbonisierung über verschiedene Sektoren anbieten, werden in Zukunft äusserst begehrt sein. Dies, da die etablierten Industrieunternehmen auf diese neuen Technologien angewiesen sind, um ihren eigenen CO2-Ausstoss und die damit verbundenen Kosten der Besteuerung reduzieren zu können. Infolgedessen werden diese Unternehmen voraussichtlich deutlich schneller wachsen und somit auch höhere Bewertungsprämien am Markt erzielen können.

Dekarbonisierung & Private Equity

Mehr Informationen zum Dekarbonisierungs-Fonds und zu Private-Equity-Aktivitäten der Zürcher Kantonalbank. 

Europa in der Energiekrise

Der Krieg in der Ukraine ist eine humanitäre Tragödie und lässt insbesondere Europa in eine Energiekrise schlittern. Als Übergangslösung drängt die Energiemangellage zwar darauf, russisches Gas durch fossile Energieträger zu ersetzen. Langfristig ist indes eine Energieunabhängigkeit erstrebenswert.

Der Konflikt zeigt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen stärker denn je. Gleichzeitig scheint netto-null für Europa immer noch erreichbar zu sein, da regulatorische Massnahmen ergriffen und Gelder gesprochen werden, um den Einsatz erneuerbarer Energien und weiterer sauberer Technologien zu beschleunigen. Auch die USA, nach China die zweitgrösste CO2-Emittentin, fördert mit dem jüngst verabschiedeten «Inflation Reduction Act» saubere Energieträger mit Milliardensummen. Vor diesem Hintergrund ist das Momentum für Investitionen in das Thema Dekarbonisierung attraktiv. Dieser Megatrend wird uns unabhängig vom heutigen unsicheren makroökonomischen Umfeld für Dekaden begleiten.

Kapital wird mit Vorteil immer dort alloziert, wo hohe risikoadjustierte Renditen erzielbar sind und es gleichzeitig auf einen gesellschaftlichen und globalen Nutzen zielt. Private Equity mit Fokus auf Dekarbonisierungslösungen und einem Investitionshorizont von vier bis acht Jahren gehört definitiv in diese Kategorie.

Guter Track Rekord

Private Equity schlug im kurzen und langfristigen Vergleich die durchschnittliche Performance globaler Börsenindizes wie etwa S&P 500, MSCI Europe und MSCI Asia-Pacific. Speziell in Krisenjahren zeigte die Anlageklasse eine hohe Resilienz im Vergleich zu kotierten Unternehmen. Dies liegt daran, dass Unternehmen, die in Private-Equity-Besitz sind, oft schneller auf operative Probleme und ein sich veränderndes Marktumfeld reagieren können.

Zusätzlich wird bei Investitionen in Innovationen und Wachstum oft langfristiger gedacht als bei an Börsen gelisteten Unternehmen. Jedoch gibt es grosse Unterschiede in der Umsetzung bei den jeweiligen Private-Equity-Managern, was zu einer grossen Bandbreite in der Performance führt (siehe Grafik). Aus diesem Grund ist für Anlegerinnen und Anleger die Auswahl und der Zugang zu den besten Fonds-Managern für das erfolgreiche Investieren in Private Equity massgebend.

Renditedifferenzen von Private-Equity-Fonds

Quelle: Preqin