Anhaltend hohe Rohstoff­preise sind grösstes Risiko für die Wirtschaft

Das durch den Ukraine-Krieg verursachte menschliche Leid lässt sich nicht beziffern. Welche Auswirkungen der Krieg auf das globale Wirtschaftswachstum haben wird, hängt davon ab, wie lange er noch andauert und wie letzten Endes die Weltordnung nach dem Krieg aussieht.

Manuel Ferreira, Chefstratege der Zürcher Kantonalbank

Mittel- bis langfristig ist das zwar von enormer wirtschaftlicher Relevanz, der geopolitische Pfad ist aber dermassen unsicher, dass wir uns vorerst am Verlauf des Krieges und dessen unmittelbaren Auswirkungen auf den Welthandel und die Kapitalströme orientieren.

Die möglichen Entwicklungen unterteilen wir in drei Szenarien. Diese beschreiben, ausgehend vom aktuellen Informationsstand, ein Status-quo-, ein Eskalations- und ein Deeskalations-Szenario.

Alle drei Szenarien zeigen auf, dass anhaltend hohe Energiepreise und somit Inflation das grösste unmittelbare ökonomische Risiko sind. Daran orientiert sich die erwartete Reaktion der Notenbanken.

In unserem vorrangigen Szenario nimmt die Eskalationsdynamik nicht weiter zu und die Wachstumsverlangsamung fällt stärker aus als vor dem Krieg angenommen. Eine Rezession ist aber nicht in Sicht.

Der Krieg in der Ukraine trifft die Weltwirtschaft jedoch an ihrem wundesten Punkt – der hohen Inflation. Weshalb den Notenbanken nichts anderes übrig bleibt, als den Zinsnormalisierungszyklus einzuleiten. Die US-Notenbank legte diese Woche behutsam vor.

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