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Aus der Praxis

Erfolgreicher Generationenwechsel

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Nachfolgelösungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu finden, ist oft kein leichtes Unterfangen. Hinzu kommt, dass in der Haustechnikbranche seit 15 Jahren eine Marktkonsolidierung im Gang ist. Die Stähli Haustechnik AG hat sich jedoch mit einer zündenden Idee eine eigene Zukunft geschaffen.

Text: Franziska Imhoff, Foto: Selina Meier

Es ist ein Schweizer KMU, wie es im Buche steht: seit fast 30 Jahren unter ein und derselben Führung mit familiärem Arbeitsklima, über die Jahre hinweg auf rund 40 Mitarbeitende gewachsen und fest im Markt verankert. Seit Januar 2019 ist bei der Stähli Haustechnik AG jedoch einiges anders. Das Ehepaar Christine und René Stähli hat den Betrieb offiziell seinen Nachfolgern übergeben.

Optionen waren begrenzt

Die Regelung ihrer Nachfolge beschäftigte die Stählis schon vor rund sechs Jahren. "Die Idee war, mit 60 Jahren langsam kürzer zu treten", erzählt Christine Stähli. Ihr Mann arbeitete all die Jahre sieben Tage die Woche, sie selbst war als Mitinhaberin für die Buchhaltung zuständig und betreute daneben die drei Söhne. Die Kinder zeigten an der Nachfolge alle kein Interesse. Immerhin hatte Reto Stähli im elterlichen Betrieb die Lehre als Sanitärmonteur absolviert. "Für uns war klar, dass wir unseren Söhnen die Wahl lassen", betont René Stähli. Allerdings behagten ihm die Alternativen auch nicht. Grosse Energieunternehmen traten an ihn heran und wollten über eine Übernahme verhandeln. "Uns war dieses Szenario ein Gräuel. Wir befürchteten, dass unsere Firmenkultur verloren gehen würde", so René Stähli.

Von der Skizze zur konkreten Idee

Als ein Experte der Zürcher Kantonalbank im Jahr 2013 zum Thema Nachfolgelösungen im Gewerbeverein referierte, entschlossen sich die Stählis zu einer Standortbestimmung und erstellten in Zusammenarbeit mit der Bank ein Nachfolgekonzept. Insgeheim hofften sie, dass ihr Sohn Reto sich doch noch entscheiden würde, die Firma zu übernehmen. Er plante, nach Reisen und anderen Anstellungen, ab 2014 wieder im elterlichen Betrieb tätig zu werden.

Nach seinem Wiedereintritt erkannte Reto Stähli, welches Herzblut sein Vater – der in der Kindheit oft beruflich abwesend war – in sein Unternehmen gesteckt hatte. Er war beeindruckt, setzte sich damit auseinander und hatte eine zündende Idee: eine Co-Leitung. Daraufhin suchte er das Gespräch mit Urs Baltensperger, der seit 21 Jahren für die Stählis arbeitet. Dieser war auch für die Leitung angefragt worden, wollte sie aber - wie Reto Stähli - nicht alleine übernehmen. Die beiden Nachwuchskräfte unterbreiteten die Co-Leitungs-Idee Retos Eltern. "Wir haben uns enorm gefreut", strahlen beide Elternteile unisono. Sie liessen den Entschluss jedoch zunächst noch reifen.

Gut begleitet in die Umsetzung

2016 war es dann soweit: Die Nachfolge wurde mit Unterstützung der Zürcher Kantonalbank minutiös geplant. Rafael Alves, Nachfolgespezialist, und Lukas Mäder, Kundenbetreuer, waren nun regelmässig bei den Stählis vor Ort. "Wir haben das Nachfolgekonzept mit Freude der neuen Ausgangslage angepasst und Handlungsempfehlungen ausgearbeitet. Danach führten wir eine Unternehmensbewertung als Basis für die Preisdiskussion durch", erläutert Rafael Alves. Die Analyse ergab unter anderem, dass die Geschäftsliegenschaft der Stählis sinnvollerweise ins Privatvermögen überführt würde. "Ein Unternehmen wird so erschwinglicher für die Käufer und den bisherigen Inhabern fliessen Mietzinseinnahmen zu", begründet Rafael Alves. Weiter wurde den Steuerbehörden die geplante Nachfolgelösung skizziert. Das Steueramt gab ein positives Signal.

Rafael Alves empfahl den Stählis, auch ihre private Vorsorgesituation genau anzuschauen. Ein wichtiger Schachzug, wie Anita Burtscher, Finanzplanerin und Vorsorgespezialistin der Zürcher Kantonalbank, deutlich macht: "Bei der sehr emotionalen Unternehmensnachfolge tritt die private Situation der Geschäftsinhaber oft in den Hintergrund. Gerade zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch zentral, die geschäftlichen und privaten Finanzströme sorgfältig zu entflechten." Sie erarbeitete eine private Finanzplanung für das Ehepaar. Darin wurde aufgezeigt, wie die Mietzinseinnahmen aus der ins Privatvermögen überführten Liegenschaft und die Leistungen aus Pensionskassen und Säule 3a optimal strukturiert, weiter ausgebaut und gestaffelt bezogen werden können. Zur Abrundung ist zudem ein Erbschaftsvertrag für die Familie geplant – ein entscheidender Puzzlestein.

Eine Lösung, die für alle stimmt

Im Jahr 2018 begann der Countdown zu laufen. Nach einer erneuten Unternehmensbewertung wurde die Liegenschaft wie geplant ins Privatvermögen überführt. Die Parteien einigten sich darauf, dass Reto Stähli und Urs Baltensperger - die eine Holding gegründet hatten - den Kauf je zur Hälfte durch ein Darlehen der Eltern Stähli und eines der Zürcher Kantonalbank finanzieren würden. Bei allen Transaktionen spielte auch das Steueramt eine Rolle, bei dem ein Steuerruling - ein verbindlicher Vorbescheid über die Besteuerung - eingeholt wurde. Nach intensiven Verhandlungen wurde die Unternehmensnachfolge im Dezember 2018 vertraglich besiegelt.

Reto Stähli und Urs Baltensperger leben sich nun in ihre neue Rolle ein. "Es braucht Zeit. Aber mein Vater unterstützt uns auf angenehme Art. Zudem haben wir in der Anfangsphase einen Coach beigezogen", berichtet Reto Stähli. Die Stimmung ist konstruktiv - darin sind sich alle einig. Christine Stähli ist pensioniert, während ihr Mann René Stähli weiterarbeitet und sich im Loslassen übt: "Ich nehme mir nun die Freiheiten, welche ich die letzten 28 Jahre nicht hatte", schliesst er mit einem Lächeln.

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