Pensionierung planen – die 5 grössten Irrtümer in der Schweiz
Wer seine Pensionierung frühzeitig plant, kann den gewohnten Lebensstandard im Ruhestand besser sichern. Die Erfahrung zeigt jedoch: Viele Menschen unterschätzen ihren finanziellen Bedarf und verlassen sich zu sehr auf AHV und Pensionskasse. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche fünf Irrtümer besonders häufig sind – und wie Sie diese vermeiden.
Text: Katrin Hasler
Warum ist es wichtig, Ihre Pensionierung frühzeitig zu planen?
Die Pensionierung markiert den Beginn des dritten Lebensabschnitts. Statt sich über Geld sorgen zu müssen, sollten Sie diese Phase geniessen können.
Sie brauchen Klarheit über diese Themen
- Künftige Renten aus AHV und Pensionskasse
- Tatsächlicher Finanzbedarf im Ruhestand
- Mögliche Vorsorgelücken und wie Sie diese schliessen
- Optimale Anlagestrategie für Ihr Vermögen
- Finanzielle Absicherung Ihrer Partnerin oder Ihres Partners
Die folgenden fünf Irrtümer begegnen Beraterinnen und Beratern der Zürcher Kantonalbank besonders häufig.
Wie viel meines heutigen Einkommens decken AHV-Rente und Pensionskassenrente wirklich?
Irrtum Nr. 1
Die Renten aus AHV und Pensionskasse reichen aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.
Realität
In der Regel decken AHV und Pensionskasse nur rund 60 bis 70% des bisherigen Erwerbseinkommens ab – teilweise sogar weniger.
Wer seinen Lebensstandard im Ruhestand möglichst beibehalten möchte, braucht in vielen Fällen zusätzliches Vermögen. Eine professionelle Pensionierungsplanung zeigt Ihnen konkret, mit welchen finanziellen Mitteln Sie im Ruhestand rechnen dürfen, ob Sie eine Vorsorgelücke haben und welche Massnahmen sinnvoll sind.
Was sind die Gründe für Vorsorgelücken?
- Erwerbsunterbrüche (z. B. Familienphase, Weiterbildung)
- Längere Phasen mit Teilzeitarbeit
- Tiefere Löhne in bestimmten Lebensphasen
- Fehlende oder unvollständige Einzahlungen in die 2. oder 3. Säule
Wie kann ich meine Vorsorgelücke schliessen?
Um die Lücke zwischen dem letzten Einkommen und den erwarteten Renten zu verkleinern, kommen die folgenden Möglichkeiten in Frage.
Säule 3a konsequent nutzen
Säule 3a konsequent nutzen
Die gebundene Vorsorge (Säule 3a) bietet steuerliche Vorteile und hilft beim Vermögensaufbau. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) legt jährlich den Maximalbetrag für Erwerbstätige mit und ohne Pensionskasse fest. Nichterwerbstätige können nicht in die Säule 3a einzahlen.
- Erwerbstätige mit Pensionskasse: jährlicher Maximalbetrag (2026: CHF 7‘258.–)
- Erwerbstätige ohne Pensionskasse: 20% des Nettoerwerbseinkommens, begrenzt durch einen höheren Maximalbetrag (2026: CHF 36‘288.–)
- Nichterwerbstätige: keine Einzahlungen in die Säule 3a möglich
Frei verfügbares Sparen und Investieren
Frei verfügbares Sparen und Investieren
Zusätzlich zur Säule 3a können Sie weiteres Vermögen im freien Sparen (Säule 3b) aufbauen, etwa über Wertschriftenlösungen. Die Säule 3b steht allen offen, auch Nichterwerbstätigen.
Einkauf in die Pensionskasse prüfen
Einkauf in die Pensionskasse prüfen
Ein freiwilliger Einkauf kann die künftige Rente erhöhen und gleichzeitig Steuern sparen. Hier lohnt sich eine individuelle Prüfung, ob sich ein Einkauf in Ihrem Fall rechnet.
Wie verändern sich meine Ausgaben nach der Pensionierung wirklich?
Irrtum Nr. 2
Im Ruhestand werden meine Ausgaben massiv tiefer sein.
Realität
Viele Menschen unterschätzen ihre Ausgaben im Ruhestand. Zwar fallen gewisse Kosten weg, gleichzeitig bleiben viele Fixkosten unverändert – oder es kommen neue Ausgaben dazu.
Welche Kosten werden typischerweise unterschätzt?
Mit dem Erreichen des Rentenalters fallen die normalen Lebenshaltungskosten nicht einfach weg und es können auch neue Kosten dazu kommen.
Fixkosten bleiben weitgehend stabil
Fixkosten bleiben weitgehend stabil
- Wohnkosten (Miete, Hypothek, Nebenkosten)
- Krankenkassenprämien und Versicherungen
- Grundbedarf (Lebensmittel, Mobilität, Kommunikation)
Steuern sinken weniger als erwartet
Steuern sinken weniger als erwartet
- Renteneinkommen sind tiefer als das letzte Erwerbseinkommen
- Gleichzeitig fallen wichtige Abzüge weg (Berufskosten, Säule 3a-Beiträge)
- Die Steuerbelastung reduziert sich deshalb häufig weniger stark als gedacht
Neue oder höhere Ausgaben im Alter
Neue oder höhere Ausgaben im Alter
- Mehr Zeit für Freizeit und Reisen
- Gesundheitskosten (Selbstbehalte, Medikamente, Behandlungen)
- Unterstützung im Alltag (Haushaltshilfe, Pflege, Dienstleistungen)
Wie erstelle ich ein realistisches Budget für meinen Ruhestand?
Ein Budget gibt Ihnen Sicherheit und Klarheit. Sinnvoll ist es, dieses noch während der Erwerbsphase zu erstellen. Eine detaillierte Pensionierungsplanung der Zürcher Kantonalbank kann Sie bei dieser Analyse unterstützen und verschiedene Szenarien simulieren.
Heutige Ausgaben strukturieren
Heutige Ausgaben strukturieren
Veränderungen nach der Pensionierung abschätzen
Veränderungen nach der Pensionierung abschätzen
- Welche Ausgaben fallen weg (z. B. Arbeitsweg, Verpflegung auswärts)?
- Welche bleiben gleich (z. B. Miete, Krankenkasse)?
- Wo erwarten Sie höhere Ausgaben (z. B. Freizeit, Gesundheit)?
Budget den erwarteten Renteneinkommen gegenüberstellen
Budget den erwarteten Renteneinkommen gegenüberstellen
Vergleichen Sie Ihre geplanten Ausgaben mit Ihren künftigen Einnahmen aus AHV, Pensionskasse und weiteren Quellen. So erkennen Sie, ob eine Lücke besteht und wie gross diese ungefähr ist.
Klären Sie jetzt Ihre wichtigsten Fragen
- Kommt für Sie eine Frühpensionierung, Teilpensionierung oder aufgeschobene Pensionierung in Frage?
- Möchten Sie Ihr Pensionskassenguthaben als monatliche Rente oder als einmalige Kapitalauszahlung erhalten?
- Reicht Ihr Einkommen im Alter für Ihren gewohnten Lebensstandard aus oder bestehen Lücken in der Vorsorge?
Wann sollte ich spätestens mit dem Aufbau meiner Altersvorsorge beginnen?
Irrtum Nr. 3
Für den Aufbau meiner Altersvorsorge bleibt mir später noch genügend Zeit.
Realität
Viele unterschätzen den Vermögensbedarf im Ruhestand – und wie lange es dauert, dieses Vermögen aufzubauen. Typischerweise stehen rund 40 Erwerbsjahre (z. B. vom 25. bis zum 65. Lebensjahr) zur Verfügung, um gut 20 Jahre Ruhestand zu finanzieren. Je später Sie beginnen, desto höher müssen Ihre jährlichen Sparbeträge sein, um das gleiche Ziel zu erreichen.
Lohnt es sich überhaupt, schon früh fürs Alter zu sparen, wenn ich wenig Geld habe?
Für die Altersvorsorge ist es praktisch nie zu früh. Ein frühzeitiger Start verschafft Ihnen mehr Spielraum und reduziert den Druck in den letzten Jahren vor der Pensionierung. Der Zinseszinseffekt bedeutet, dass Sie nicht nur auf Ihr eingesetztes Kapital Zinsen erhalten, sondern auch auf die über die Zeit erwirtschafteten Erträge. Das wirkt umso stärker, je früher Sie beginnen.
Früh starten – auch mit kleinen Beträgen
Früh starten – auch mit kleinen Beträgen
Bereits überschaubare monatliche Beiträge in die Säule 3a oder in Wertschriften können über Jahrzehnte ein beträchtliches Vermögen ergeben.
Regelmässig einzahlen
Regelmässig einzahlen
Kontinuität ist wichtiger als sporadische grössere Beträge. Automatisierte Sparpläne helfen, dranzubleiben.
Langfristig denken
Langfristig denken
Je länger Ihre Anlagedauer bis zur Pensionierung, desto eher können Sie auf Anlagen mit höheren Renditechancen setzen und zwischenzeitliche Schwankungen aussitzen.
Wie sicher ist es, meine Ersparnisse nur auf einem Sparkonto zu halten?
Irrtum Nr. 4
Aus Sicherheitsgründen ist es am besten, wenn ich meine Ersparnisse ausschliesslich auf einem Konto anlege.
Realität
Ein Sparkonto ist zwar sicher, bietet aber meist nur tiefe Zinsen. Diese reichen häufig nicht aus, um die Inflation dauerhaft auszugleichen. Die Folge: Ihre Kaufkraft kann über die Jahre sinken. Gerade Vorsorgegelder werden oft über lange Zeit angelegt – insbesondere in der Säule 3a. Dieser Zeitraum bietet Chancen, an den Finanzmärkten eine höhere Rendite zu erzielen.
Was ist die richtige Strategie um mein Geld anzulegen?
Eine passende Anlagestrategie berücksichtigt Ihre persönliche Risikofähigkeit und Risikobereitschaft. Eine Beratung zeigt Ihnen, welche Anlagestrategie zu Ihrer Situation, Ihrem Zeithorizont und Ihrem Sicherheitsbedürfnis passt.
Langen Anlagehorizont nutzen
Langen Anlagehorizont nutzen
Liegt die Pensionierung noch weiter in der Zukunft, können Sie einen grösseren Teil Ihres Vorsorgevermögens in breit diversifizierte Wertschriftenanlagen (z. B. Fonds) investieren.
Risiken streuen
Risiken streuen
Statt alles in eine einzelne Anlageklasse zu investieren, ist eine breite Diversifikation über verschiedene Regionen, Branchen und Anlagekategorien sinnvoll.
Säule 3a als Hebel nutzen
Säule 3a als Hebel nutzen
Wertschriftenlösungen in der Säule 3a kombinieren steuerliche Vorteile mit langfristigen Renditechancen. Im Vergleich zum klassischen Sparkonto können Sie so von einem höheren Ertragspotenzial profitieren.
Wie gut ist meine Partnerin oder mein Partner im Todesfall finanziell abgesichert?
Irrtum Nr. 5
Mit der AHV- und Pensionskassenrente ist bei meinem Ableben die finanzielle Sicherheit für meine Partnerin oder meinen Partner automatisch gewährleistet.
Realität
Die Hinterbliebenenleistungen sind oft tiefer als erwartet – und sie unterscheiden sich je nach Zivilstand deutlich. Hinzu kommt, dass bei einer Erbteilung Vermögen abfliesst und so die finanzielle Lage des überlebenden Partners zusätzlich belastet werden kann.
Wie wirkt sich mein Zivilstand auf die Absicherung meines Partners oder meiner Partnerin aus?
Ob Sie verheiratet, in eingetragener Partnerschaft oder unverheiratet sind, wirkt sich auf die Leistungen im Todesfall aus.
Verheiratete Paare (Ehe / eingetragene Partnerschaft)
Verheiratete Paare (Ehe / eingetragene Partnerschaft)
- Witwen- und Witwerrenten aus AHV und Pensionskasse sind meist deutlich tiefer als die bisherigen Leistungen.
- Die finanzielle Situation des überlebenden Partners kann sich stark verändern.
Unverheiratete Paare (Konkubinat)
Unverheiratete Paare (Konkubinat)
- Viele Pensionskassen sehen für Konkubinatspartner keine oder nur eingeschränkte Leistungen vor.
- Aus erbrechtlicher Sicht haben Konkubinatspartner keinen gesetzlichen Erbanspruch. Ohne entsprechende Regelungen können Vermögenswerte an andere gesetzliche Erben fliessen.
Welche Schritte verbessern die finanzielle Absicherung meines Partners?
Um unerwünschte Folgen zu vermeiden, sollten Sie im Rahmen Ihrer Pensionsplanung auch den Todesfall mitdenken. Eine umfassende Pensionierungs- und Finanzplanung hilft, diese Fragen frühzeitig zu klären und Ihre Wünsche rechtlich sauber umzusetzen.
Hinterbliebenenleistungen prüfen
Hinterbliebenenleistungen prüfen
Klären Sie, welche Leistungen Ihre AHV und Ihre Pensionskasse im Todesfall erbringen und unter welchen Voraussetzungen.
Güter- und erbrechtliche Regelungen überprüfen
Güter- und erbrechtliche Regelungen überprüfen
Besonders wichtig für unverheiratete Paare
Besonders wichtig für unverheiratete Paare
Prüfen Sie das Reglement Ihrer Pensionskasse und mögliche Begünstigungsvereinbarungen. Ergänzend können weitere Lösungen zur finanziellen Absicherung des Partners in Betracht gezogen werden.
Wie hilft mir eine professionelle Pensionierungsplanung der Zürcher Kantonalbank?
Die Planung der Pensionierung ist komplex – insbesondere, wenn Fragen zu Steuern, Pensionskasse, Vermögensstruktur oder Konkubinat hinzukommen. Die Zürcher Kantonalbank bietet unterschiedliche Beratungsangebote, abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse.
ZKB Pensionierung Compact – Was bietet die kostenlose Basisberatung?
ZKB Pensionierung Compact – Was bietet die kostenlose Basisberatung?
ZKB Pensionierung Compact eignet sich für Kundinnen und Kunden, die einen ersten Überblick über ihre Pensionierung wünschen. Sie erfahren, wie hoch Ihre Renten ungefähr sein werden, ob Ihr Vermögen im Alter voraussichtlich reicht und wie sich eine allfällige Vorsorgelücke schliessen lässt. Die Beratung ist einfach, kompakt – und kostenlos.
ZKB Pensionierung Classic – Für wen lohnt sich die umfassende Analyse?
ZKB Pensionierung Classic – Für wen lohnt sich die umfassende Analyse?
ZKB Pensionierung Classic richtet sich an Personen, die ihre Pensionierung konkret planen möchten. Ein Finanzplanungsspezialist oder eine Finanzplanungsspezialistin analysiert Ihre finanzielle Ausgangslage, berücksichtigt Steuern und beantwortet Fragen wie: Lohnt sich ein Einkauf in die Pensionskasse? Kann ich mir eine Frühpensionierung leisten? Soll ich mein Pensionskassenguthaben als Rente oder Kapital beziehen? Sie erhalten fundierte, konkrete Empfehlungen.
ZKB Pensionierung Premium – Wann brauche ich eine vollumfassende Finanzplanung?
ZKB Pensionierung Premium – Wann brauche ich eine vollumfassende Finanzplanung?
ZKB Pensionierung Premium ist das richtige Angebot, wenn Ihre finanzielle Situation komplexer ist und Sie eine ganzheitliche Planung wünschen. Finanzplanungsspezialisten betrachten Ihre gesamte finanzielle Situation – inklusive Vermögen, Vorsorge und Steuern – vernetzt und im Detail. Sie erhalten mehrere Szenarien, eine optimierte Einkaufs- und Bezugsstrategie und einen umfassenden Massnahmenplan.
Unsere Beratungen im Vergleich
Leistungen |
ZKB Pensionierung Compact |
ZKB Pensionierung Classic |
ZKB Pensionierung Premium |
|---|---|---|---|
| Rentenberechnung | x |
x |
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| Vermögensprognose | x |
x |
x |
| Berücksichtigung der Steuern |
|
x |
x |
| Einkaufs- und Bezugsstrategie |
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x |
x |
| Zusätzliches Planungsszenario |
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x |
| Detaillierte Finanz- und Steuerplanung |
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x |
| Massnahmenplan und Beratungsdokumentation | x |
x |
x |
| Dauer | 60 Minuten |
1 Stunde 45 Minuten |
Mehrere Gespräche je nach Ihrem Bedarf |
| Kosten | Kostenlos |
CHF 550.– pauschal (zzgl. MWST) |
CHF 250.– /Std. |
Rechtliche Hinweise
Rechtliche Hinweise
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