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Den Traum vom Auswandern verwirklichen: Tipps aus der Praxis

Der Gedanke ans Auswandern weckt Sehnsüchte: ein neues Leben unter Palmen, berufliche Chancen in einer pulsierenden Metropole oder einfach den Wunsch nach einem Neuanfang. Doch zwischen Traum und Realität liegt eine lange und spannende Reise voller Vorbereitungen. Der Weg ins Ausland ist häufig mit Herausforderungen verbunden – von der richtigen Vorbereitung über finanzielle Fragen bis hin zur Integration in der neuen Heimat. Was braucht es, um den Schritt ins Ausland erfolgreich zu meistern?

Text: Tanja Müller, Bild: Simon Baumann

Alejandro Lionetto, Kundenbetreuer WI

Alejandro Lionetto, Kundenberater bei der Zürcher Kantonalbank, hat schon viele Menschen auf ihrem Weg in ihr neues Leben begleitet und weiss, wie man sich optimal auf das Abenteuer vorbereitet. Denn wer die richtigen Weichen stellt, kann den Sprung ins Unbekannte mit einem zuversichtlichen Gefühl wagen – und die Welt zu seinem neuen Zuhause machen.

Mutig, aber gut vorbereitet

«Viele Auswanderinnen und Auswanderer stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Oft ist es eine grosse Überwindung, die gewohnte Sicherheit der Schweiz hinter sich zu lassen», erklärt Alejandro Lionetto. Doch immer wieder bestätigen ihm seine Kundinnen und Kunden, dass sich der Mut lohnt, Träume zu verwirklichen.

Wichtig sei jedoch, sich der Risiken bewusst zu sein. «Jede und jeder sollte vor dem grossen Schritt abwägen, wie viel Veränderung und Ungewissheit er oder sie tragen kann», rät Alejandro Lionetto. Offenheit für Neues sei dabei entscheidend. Er höre öfters, dass keine Scheu vor Land, Leuten und Kultur der Schlüssel zu einer erfolgreichen Auswanderung sei. «Die Schweizer Perfektion muss zu Hause bleiben – Geduld und Gelassenheit sind im Ausland oft hilfreicher.» Ein Tipp, den Alejandro Lionetto von einem seiner Kunden mitgenommen hat: Ein Probewohnen im neuen Land – idealerweise nicht in einem Hotel – hilft, die Umgebung wirklichkeitsnah kennenzulernen und sich ein Bild vom Alltag zu machen. Alejandro Lionetto meint, «es ist eine super Möglichkeit, um die neue Umgebung realistisch und ohne Ferien-Illusionen kennenzulernen.

Gut geplant ist halb ausgewandert

Neben der mentalen Vorbereitung ist eine solide finanzielle Planung unerlässlich, denn unvorhergesehene Herausforderungen werden sonst schnell zur Belastung. Daher sei es ratsam, sich früh über ortsübliche Ausgaben wie Mieten, Lebensmittel, Versicherungen und andere Lebenshaltungskosten zu informieren, denn diese unterscheiden sich oft stark von denen in der Schweiz. Es lohne sich, ein Startkapital zu berechnen und einen detaillierten Finanzplan zu erstellen, um finanzielle Überraschungen zu vermeiden.

Mit dem Domizilwechsel ins Ausland entfällt ausserdem fast immer die hierzulande geltende gesetzliche Verpflichtung zur Kranken- und Unfallversicherung. Auswanderinnen und Auswanderer sollten sich deshalb frühzeitig bei Schweizer oder internationalen Krankenversicherern über ihre Optionen erkundigen und in Erfahrung bringen, wie das Gesundheitssystem im neuen Wohnland funktioniert.

Und für genauso wichtig hält Alejandro Lionetto den Schritt, sich vor der Ausreise intensiv mit den Gegebenheiten im neuen Wohnland auseinanderzusetzen, um ein besseres Verständnis für die alltäglichen Herausforderungen zu erlangen. Wer etwa nach Japan zieht, sollte sich vorab mit den dortigen gesellschaftlichen Etiketten beschäftigen, wie dem Verbeugen zur Begrüssung, dass man während dem Laufen nicht isst – da es als unhöflich gilt – oder dass man in Japan kein Trinkgeld gibt.

Aber auch wer geht, bleibt dennoch immer der alten Heimat verbunden: Auslandschweizerinnen und -schweizer können bei der Schweizer Vertretung im Wohnland das Gesuch stellen, auch weiterhin an Wahlen und Abstimmungen in der Schweiz teilzunehmen.

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