Warum ein weiterer Handelsplatz wichtig ist

Die Zürcher Kantonalbank hat Anfang November eine erste Serie von Warrants an der BX Swiss (vormals Berner Börse) emittiert. Für die Anlegerinnen und Anleger wächst einerseits das Produktangebot, andererseits die Auswahl an Handelsplätzen.

Text: Alexander Wolski

Der Bulle verkörpert an der Börse den Optimismus. Er kauft in der Hoffnung auf Aufschwung..
Der Bulle verkörpert an der Börse den Optimismus. Er kauft in der Hoffnung auf Aufschwung. (Bild: Hans Eiskonen)

Im Ausland tobt der Kampf der Börsenplätze schon seit längerem – nun ist dieser Trend in der Schweiz angekommen. Hatte lange Zeit die in Zürich ansässige SIX Swiss Exchange ein Monopol auf den Börsenhandel von Strukturierten Produkten in der Schweiz, mischt nun auch die BX Swiss im Geschäft mit.

Strukturierte Produkte setzen sich in der Regel aus der Kombination einer klassischen Anlage (Obligation) mit einem derivativen Finanzinstrument zusammen. Entsprechend der gewählten Strategie kann dadurch für jede Markterwartung und jedes Risikoprofil ein geeignetes Produkt hergestellt werden. Für diese Anlageklasse ist die Zürcher Kantonalbank eine der führenden Emittentinnen in der Schweiz. Die Kunden profitieren von rund 5’600 börsengehandelten Produkten in den Kategorien Kapitalschutz, Renditeoptimierung, Partizipation und Hebel.

In Bern startet unsere Bank mit einer breiten Palette von Hebelprodukten auf Schweizer Blue-Chip-Unternehmen – und der Angebotsausbau ist bereits fest eingeplant. «Für uns ist es wichtig an beiden Handelsplätzen vertreten zu sein, denn wir erwarten in den kommenden Jahren einen verstärkten Wettbewerb zwischen den Börsenplätzen sowie weiteren ausserbörslichen Plattformen. Am Ende müssen wir für unsere Kunden dort sein, wo die besten Bedingungen herrschen», sagt Andy-Christian Ranti, Leiter Handel Strukturierte Produkte bei der Zürcher Kantonalbank.

Lucas Bruggeman, CEO der BX Swiss
Lucas Bruggeman, CEO der BX Swiss (Bild: BX Swiss)

Der Fairness halber sei festgehalten: Die SIX ist in der Schweiz immer noch die unangefochtene Börsen Nummer 1. Im letzten Jahr machte sie in drei Tagen genauso viel Umsatz wie die BX Swiss im gesamten Jahr. Doch die Berner holen auf und haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: «Wenn wir alles richtig machen, sollte sich das Handelsvolumen in der kommenden Zeit jährlich verdrei- bis verfünffachen», sagt BX Swiss CEO Lucas Bruggeman im Interview mit der Bilanz.

Interessierte Nachfragen der Investorinnen und Investoren sind beim Strukturierte-Produkte-Team bereits eingegangen. «Unser Einstieg ist ein deutliches Signal an den Markt. Unser Angebot wird gesucht, egal ob in Bern oder Zürich», sagt Andy-Christian Ranti. Es könnte also in Zukunft börsenplatztechnisch spannender werden. Die Kundinnen und Kunden wird das freuen.

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