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CHF-Anleihenmarkt verzeichnet Rekordzuwachs

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Der «Swiss Rating Guide» der Credit-Research-Abteilung der Zürcher Kantonalbank zeigt die Entwicklungen bei den Schweizer Inlandschuldner und am CHF-Anleihenmarkt. Letzterer verzeichnet 2025 mit 558 neuen Anleihen einen Rekordzuwachs.

Text: Adrian Vonlanthen

Kursgrafik
Der CHF-Anleihenmarkt verzeichnet Rekordzuwachs

Mit der neusten Ausgabe des Swiss Rating Guides deckt das Credit Research der Zürcher Kantonalbank aktuell insgesamt 165 inländische Emittenten am Schweizer Kapitalmarkt ab mit einem ausstehenden Anleihevolumen von insgesamt 517 Milliarden Franken oder 98 Prozent des Gesamtinlandsegments.

Rekordhohe Aktivitäten am Primärmarkt

Der CHF-Primärmarkt zeigte sich seit Mitte 2025 sehr aufnahmefähig. Im Jahr 2025 wurden an der SIX 558 (+18% im Vergleich zu 2024) neue Anleihen mit einem Gesamtvolumen von rund CHF 124 Mrd (+15%) emittiert – ein neuer Höchststand. Diese Dynamik setzte sich 2026 fort, wobei neben Pfandbriefinstituten und Schweizer Banken insbesondere das Auslandsegment an Bedeutung gewann. Die starke Investorennachfrage führte zu einer positiven Aufnahme der Neuemissionen und verringerte die Risikoprämien, insbesondere für Emittenten mit hoher Bonität.

Stabile Credit-Spreads am Sekundärmarkt

Trotz geopolitischer Unsicherheiten und zeitweise erhöhter Zinsvolatilität blieben die Risikoprämien am CHF-Markt stabil. Nach kurzfristigen Schwankungen reduzierten sich die Credit-Spreads insgesamt leicht. Zwischen Juli 2025 und Ende August sanken die Risikoaufschläge der Oerks gegenüber dem CHF-Swap von durchschnittlich 42 auf 39 Basispunkte. Bei Finanzwerten verringerte sich der Spread von 56 auf 53 Basispunkte, bei Industriewerten von 61 auf 60 Basispunkte. Den stärksten Rückgang verzeichneten Versorger, deren Spreads von 63 auf 48 Basispunkte sanken.

Markteintritt grosser US-Technologieunternehmen

Eine der wichtigsten Entwicklungen 2026 war der Markteintritt grosser US-Technologieunternehmen in den CHF-Anleihenmarkt. Im Auslandsegment setzten grossvolumige Debütemissionen neue Akzente: Amazon emittierte Anleihen über CHF 2.8 Mrd und stieg damit in die Top 30 der grössten Emittenten auf, während Alphabet Anleihen im Wert von CHF 3 Mrd platzierte. Der hohe Finanzierungsbedarf für Investitionen in KI-Infrastruktur machte den CHF-Markt zu einer wichtigen Finanzierungsplattform für Tech-Konzerne.

Porträt

Die Rating-Entwicklung war in den letzten 15 Monaten überwiegend positiv.

Adrian Knoblauch, Head Credit Research, Zürcher Kantonalbank

Volatile Langfristzinsentwicklung

Die SNB senkte den Leitzins im Juni 2025 auf 0% und hielt ihn seither auf diesem Niveau. Am langen Ende zeigten sich jedoch stärkere Schwankungen: Die Renditen 10-jähriger Schweizer Bundesobligationen bewegten sich zwischen 0.10% und 0.65% (Juni 2025 bis September 2026). Die durchschnittlichen Verfallsrenditen stiegen im AAA-Segment von 0.54% auf 0.74%, im AA-Segment von 0.74% auf 0.96% und im A-Segment von 0.96% auf 1.18%.

Positive Entwicklung im Schweizer Ratingmarkt

Das Credit Research der Zürcher Kantonalbank hat seine Abdeckung um sieben Schweizer Neuemittenten aus verschiedenen Sektoren erweitert, darunter Stadler Rail, Siegfried, Energie 360°, Universitätsspital Basel und die SRG SSR. Insgesamt werden nun 169 inländische Emittenten am Schweizer Kapitalmarkt analysiert. Die Rating-Entwicklung war in den letzten 15 Monaten überwiegend positiv: 12 Emittenten, darunter Implenia, UBS Group und der Kanton Genf, wurden hochgestuft. Lediglich drei Emittenten, namentlich die Berner Kantonalbank, Rieter und Clientis, mussten aufgrund schwächerer Ertragsdynamik oder struktureller Veränderungen eine Rückstufung hinnehmen.

Swiss Rating Guide

Der Swiss Rating Guide erscheint dieses Jahr zum 25 Mal und ist eine wichtige Research-Quelle für institutionelle Fixed-Income-Investoren, die in Anleihen von CHF-Inlandschuldnern investieren wollen. Die Jubiläumsausgabe deckt 165 Inlandschuldner ab, was etwa 98 Prozent des ausstehenden Anleihevolumens in der Schweiz entspricht. Die Credit Analysten der Zürcher Kantonalbank geben für alle relevanten Inlandschuldner ein Credit Rating ab. Ziel des Ratingprozesses ist es, eine Bonitätseinschätzung über den Konjunkturzyklus hinaus abzugeben. Neben quantitativen Daten fliessen in das Rating auch qualitative Bewertungen wie die Beurteilung des aktuellen Branchenumfelds oder die Analyse der Wettbewerbsposition sowie des Managements mit ein.

Industrie erholt sich, Kanton Genf profitiert von hohen Steuereinnahmen

In den letzten 15 Monaten zeigten sich in verschiedenen Schweizer Sektoren sowohl Stabilität als auch gezielte Veränderungen. In der Industrie war dank Margenstabilisierung, Effizienzgewinnen und höherer Kapazitätsauslastung generell eine Erholung spürbar, was zu Hochstufungen von Emittenten wie Hilti und Sulzer führte. Gleichzeitig blieben zyklische Segmente anfällig für Makrorisiken, was bei Rieter zu einer Herabstufung führte.

Im Immobiliensektor verbesserten Intershop und Swiss Prime Site ihre Bonität durch eine erhöhte Bilanzqualität und renditestarke Projekte. Im Bereich der öffentlich-rechtlichen Körperschaften profitierte der Kanton Genf von hohen Steuereinnahmen und konnte dadurch die Verschuldung reduzieren, was zu einer Hochstufung seines Ratings sowie des Ratings der Stadt Genf führte.

Finanzielle Lage des Spitalsektors bleibt angespannt

Während die Schweizer Banken im laufenden Geschäftsjahr um ihre Zinsmarge kämpfen, rückt der Ausbau des Kommissionsgeschäfts in den Vordergrund. Im Spitalsektor gab es keine Ratingänderungen, jedoch bleibt die finanzielle Lage angespannt, insbesondere durch hohe Verschuldung und begrenzte Margen. Im Versorgersektor blieb die Bonität trotz geopolitischer Unsicherheiten und Energiepreisschwankungen stabil. Die generell höheren Strompreise wirkten auf die Geschäftsentwicklung positiv aus und trugen dazu bei, dass die Bonität insgesamt gut abgestützt blieb.