Was wird aus Bargeld?

Ein Sockelbedarf an Bargeld-Transaktionen wird bleiben, davon ist Reto Steiner von die Schweizerische Nationalbank überzeugt. Denn Münzen und Noten sind immer einsetzbar – auch bei einem Stromausfall oder anderen Krisensituationen.

Aufzeichnung: Patrick Steinemann / Illustration: Alina Günter | aus dem Magazin «ZH» 2/2022

Illustration zum Thema Bargeld

«Physische Münzen und Noten wurden in den letzten Jahren immer weniger genutzt, dies bestätigen auch die Umfragen zu den Zahlungsmitteln, welche die Schweizerische Nationalbank regelmässig durchführt. Zugleich nimmt die Nutzung digitaler Zahlungsmittel zu – zuletzt beschleunigt durch die Pandemie. Der Trend weg vom Bargeld und hin zu Debit- oder Kreditkarten oder anderen digitalen Zahlungsmitteln ist auch in anderen Ländern zu beobachten. So wird etwa in Schweden nur noch jede zehnte Transaktion bar durchgeführt. Doch auch wenn die Kontaktlos-Funktion bei Zahlkarten und Online-Einkäufe immer beliebter werden – ein Sockelbedarf an Bargeld-Transaktionen wird bleiben, ebenso die Nachfrage von Bargeld zur Wertaufbewahrung. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Bargeld immer einsetzbar ist – dies ohne den Einsatz anderer Technologien und auch bei einem Stromausfall oder anderen Krisensituationen. Bargeld bietet zudem Anonymität beim Bezahlen, ein Datenmissbrauch ist ausgeschlossen. Es hat zudem eine Inklusionsfunktion: Auch Menschen ohne Bankkonto oder Kreditkarte können bar bezahlen. Die in der Schweiz erst vor Kurzem eingeführten Banknoten der jüngsten Serie sind sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand und werden noch lange von Hand zu Hand wechseln.»

 

Reto Steiner (43) ist stellvertretender Leiter Bargeld bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und verantwortlich für den Bargeldmarkt in der Schweiz. Er ist Ingenieur mit betriebswirtschaftlicher Weiterbildung und arbeitet seit rund zehn Jahren bei der SNB.

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