Was wird aus Musiktantiemen?

Musiktantiemen stellen sicher, dass Musikerinnen und Musiker für ihre kreative Leistung entschädigt werden – egal ob ihr Stück im Radio gespielt, in einer Werbung verwendet oder auf einer Streamingplattform gespielt wird.

Aufzeichnung: Rahel Perrot / Illustration: Alina Günter | aus dem Magazin «ZH» 3/2022

Die Illustration zeigt ein Portemonnaie, aus dem Musiknoten hervorquellen.
Zwischen Spotify und SUISA: Das Einkommen von Musikerinnen und Musikern stammt aus vielen verschiedenen Quellen.

«Musikrechte sind komplex, da künstlerische, wirtschaftliche und juristische Ansprüche aufeinandertreffen. Sie sorgen dafür, dass bei einer Nutzung von Musik jene finanziell entschädigt werden, die sie geschaffen haben. Dieses Vergütungssystem ist in ständigem Wandel begriffen, um mit der Digitalisierung und den daraus neu entstehenden Geschäftsmodellen Schritt zu halten.

Das Musikstreaming steht stellvertretend dafür, wie neue Player mit grossen Labels Konditionen verhandeln. Wie viel dabei für die Musikerinnen und Musiker selbst herausschaut, hängt von den individuellen Verträgen ab. Heute setzt sich das Einkommen der Künstlerinnen und Künstler oft aus einer Mischung aus Gagen, Merchandise- und Tonträgerverkäufen, Streamingerträgen, SUISA-Einnahmen und Sponsoring zusammen.

Künftig wird wohl auch das Metaverse Möglichkeiten bieten, Geld zu verdienen, wenn es darin Events und Musikclubs gibt, in denen Bands auftreten können. Mit sogenannten NFTs (Non-Fungible Token) besteht zudem bereits heute die Technologie, digitale Unikate zu erstellen und zu verkaufen. Schliesslich durchdringt die künstliche Intelligenz immer stärker die Kreation. Wer erbringt aber hier die kreative Leistung? Die Person, die die Software programmiert hat, wer sie anwendet, oder die KI selbst?»

Philipp Schnyder lehrt an der ZHdK Musicbusiness, leitet für das Migros-Kulturprozent das Festival m4music und ist Vorstandsmitglied der Urheberrechtsgesellschaft SUISA.
 

Serie «Was wird aus ...?»

Die genaue Zukunft vorhersagen kann niemand. Sich Gedanken machen über künftige Entwicklungen ist hingegen oft sehr anregend.

In der Serie «Was wird aus ...?» erkunden Expertinnen und Experten für uns, was aus alltägllichen Gegenständen oder Technologien wird – oder zumindest werden könnte.

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