Aufrechte (Buch-)haltung

Ein Bild und seine Geschichte: Für diese Beitragsreihe haben wir im historischen Archiv der Zürcher Kantonalbank nach kuriosen, amüsanten und erstaunlichen Dokumenten gestöbert. Sie erzählen Geschichten aus einem vergangenen Alltag.

Matthias Wiesmann, Historisches Archiv

Ein Stehpult mit leicht abgeschrägter Stellfläche. (Bild: Zürcher Kantonalbank)
Ein Stehpult mit leicht abgeschrägter Stellfläche. (Bild: Zürcher Kantonalbank)

Viele Bankangestellte wie hier in der Filiale Rüti um 1915 arbeiteten bis weit ins 20. Jahrhundert noch an Stehpulten mit leicht abgeschrägter Stellfläche. Denn für das Schreiben in den grossformatigen Geschäftsbüchern eigneten sie sich am besten. Stehend wurden die neusten Geschäftsfälle und Kontobewegungen mit Feder und Tinte fein säuberlich in das jeweils dafür vorgesehene Buch eingetragen. Mit dem Aufkommen von Einzelblattsystemen, Buchungsautomaten und schliesslich dem Computer konnte die Buchhaltung später bequem im Sitzen erledigt werden. Allerdings erlebt das Stehpult gerade eine Renaissance. Doch nicht mehr die klobigen Hauptbücher, Journale und Urbare auf den Pulten, sondern die fragilen Rücken der Menschen an den Pulten begründen heute die aufrechte Position beim Arbeiten.

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