Digitales Erbe planen

Wenn heute jemand verstirbt, müssen sich die Angehörigen immer öfter auch um das digitale Erbe kümmern. Das kann schwierig und aufwendig sein, wenn sie die genutzten Onlinedienste oder die Zugangsdaten des Verstorbenen nicht kennen.

Text: Ina Gammerdinger

Digitaler Nachlass
Regeln Sie Ihren digitalen Nachlass zu Lebzeiten – Ihre Angehörigen werden es Ihnen danken. (Illustration: Maria Lucia Salvatore)

Im Schweizer Erbrecht ist festgelegt, dass eine Erbschaft als Ganzes auf die Erben übertragen wird. Darunter fallen auch digitale Daten, die auf einem lokalen Datenträger oder einem Endgerät gespeichert sind. Wie es um Daten steht, die nur im Internet gespeichert sind, zum Beispiel Online-Accounts, ist nicht eindeutig geregelt. Es handelt sich meistens dabei nicht um Vermögenswerte im Sinne einer Erbschaft, sondern eher um persönlichkeits­rechtliche Dinge. Damit Sie ihr «Recht auf informationelle Selbstbestimmung» auch über den Tod hinaus wahrnehmen können, müssen Sie sich zu Lebzeiten darum kümmern.

So regeln Sie Ihr digitales Erbe

In Ihrem Testament können Sie handschriftlich festhalten, was mit Ihren Konten, Profilen oder Daten geschehen und wer sich darum kümmern soll. Des Weiteren sollten Sie eine Liste anlegen mit allen Benutzerkonten sowie deren Zugangsdaten. Es gibt hierfür auch elektronische Lösungen. Wenn Sie bei Google «Digitaler Nachlass» eingeben, erhalten Sie verschiedene Angebote. Wichtig ist, dass Sie die Liste aktuell halten und entsprechend ergänzen bzw. anpassen. Sie sollten auch eine Vertrauensperson als Willensvollstrecker einsetzen. Diese Person kennt den Aufbewahrungsort. Eine praktikable Möglichkeit ist zum Beispiel, dass Sie Ihre Daten auf einem USB-Stick aufbewahren und der Person das Passwort sowie den Aufbewahrungsort nennen. Wenn Sie niemanden darum bitten möchten, gibt es Schweizer Firmen, die solche Dienste anbieten. Gehen Sie aber sehr seriös vor, denn schliesslich handelt es sich um vertrauliche Daten.

Gewisse Social Media Plattformen, zum Beispiel Facebook und Google, bieten eigene Dienste an. Bei Facebook kann man einen Nachlasskontakt auswählen. Im Google-Konto (unter Kontoaktivität kann festgelegt werden, was mit den Daten passieren soll, wenn man sich für einen langen Zeitraum nicht mehr eingeloggt hat.


Tipps für Ihren digitalen Nachlass

  • Kümmern Sie sich aktiv um Ihr digitales Erbe.
  • Behalten Sie Ihre Internetaktivitäten im Blick.
  • Notieren Sie sich die Zugangsdaten von Onlinediensten undbewahren Sie diese an einem sicheren Ort auf.
  • Löschen Sie Benutzerkonten, die Sie nicht mehr brauchen.
  • Regeln Sie Ihr digitales Erbe in einem Testament und setzen Sie bei Bedarf einen Willens­vollstrecker ein, der sich um den digitalen Nachlass kümmert.