Wichtigste Währung: Vertrauen

Das eigene Unternehmen, das erwirtschaftete Vermögen, der Nachlass, der dereinst an die Kinder übergehen soll – was Ruth und Rudolf Bosch mit ihrem Bankberater besprechen, hat Gewicht. Vertrauen steht für sie deshalb an erster Stelle. Ein Blick ins Private Banking der Zürcher Kantonalbank.

Interview: Stephan Lehmann-Maldonado / Bild: Geri Krischker | aus dem Magazin «ZH» 1/2023

Florence Schnydrig Moser, Bruno Ammann, Zürcher Kantonalbank
Florence Schnydrig Moser, Leiterin Private Banking, und Bruno Ammann, Leiter Key Clients der Zürcher Kantonalbank.

Ruth und Rudolf Bosch sind seit Jahrzehnten gemeinsam unterwegs. Sie teilen nicht nur ihre Leidenschaft fürs Schöne und ihren Familiensinn, sondern auch ihre Führungsprinzipien. So legen beide viel Wert darauf, langfristig mit Menschen ihres Vertrauens zusammenzuarbeiten. Ruth Bosch führt eine Modeboutique, Rudolf Bosch ein Geschäft für antike Möbel. Darüber hinaus besitzt das Paar mehrere Immobilien, die es vermietet. Die Zürcher Kantonalbank ist die Hausbank der Boschs. Sie vertrauen ihr sowohl die Immobiliengeschäfte als auch die Finanzgeschäfte aus dem Mode- und Antiquitätenhandel an – und beziehen sie bei grossen Lebensfragen mit ein: «Wir hegen ein tiefes Grundvertrauen zu unserem Kundenberater. Deshalb sitzt er beispielsweise auch mit am Tisch, wenn wir mit unseren Teenagern über Erbangelegenheiten sprechen», erklärt Rudolf Bosch. «Das hilft uns, die Weichen richtig zu stellen.»

Das Beispiel des Ehepaars Bosch macht das Wesen von Private Banking spürbar. Florence Schnydrig Moser, Leiterin Private Banking der Zürcher Kantonalbank, umschreibt es so: «Private Banking ist so individuell wie jede Kundin, jeder Kunde.» Es beginnt mit einer Privatperson, die sich mit ihren Zielen und komplexen finanziellen Bedürfnissen an die Bank wendet. «Wir nehmen uns viel Zeit, diese Person kennenzulernen und ihre Motive zu verstehen. Dann entwickeln wir gemeinsam einen massgeschneiderten Plan, damit sie ihre Ziele erreichen kann», sagt Schnydrig Moser. Für die Umsetzung orchestriert die Bank alles, was es braucht – von Anlagen über erbrechtliche Abklärungen bis hin zur Unterstützung bei Stiftungsgründungen. Das Fundament dieser Zusammenarbeit bildet eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kunde und Berater.

Historisch gewachsen

Vertrauen entsteht nicht über Nacht. Es wächst mit jeder positiven Erfahrung – im Fall der Zürcher Kantonalbank über 150 Jahre hinweg. Vorher assoziierte kaum jemand die Zürcher Bahnhofstrasse mit Private Banking. Die Limmatstadt stand im Schatten der Finanzplätze Basel und Genf. Geschäftsbanken finanzierten die Industrie, während Sparkassen Kleinstkredite vergaben. Landwirte und Gewerbetreibende fielen zwischen Stuhl und Bank. Bis Johann Jakob Keller ihnen helfen wollte und die Zürcher Kantonalbank gegründet wurde.

Die Staatsbank genoss einen Vertrauensvorschuss bei den «kleinen Leuten». Und deren Vertrauen wurde nicht enttäuscht. Flankiert von der Bank brachten es manche zu Wohlstand. Bald besassen einige ein Grundstück, ein Sparbüchlein – und liebäugelten mit Wertschriften. Diese mochten sie nicht zu Hause aufbewahren, sondern wollten sie sicher verwahrt wissen. Neben der umfassenden Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft mit Bankdienstleistungen etablierte sich die Zürcher Kantonalbank so immer mehr auch als Vermögensverwalterin, wie sie anno 1945 in einem Jubiläumsbuch berichtete.

Heute ist Zürich das Wirtschaftszentrum der Schweiz. Die Zürcher Kantonalbank beschäftigt in der Sparte Private Banking, die auch vermögende Privatkundinnen und -kunden mit einem Vermögen von mehr als 100’000 Franken betreut, rund 1’400 Mitarbeitende. Der Bereich bildet einen bedeutenden Erlöspfeiler. «Vertrauen bedeutet Verantwortung. Wir nehmen das sehr ernst», sagt Florence Schnydrig Moser.

Vielleicht ist dies der Grund, weswegen der Kanton Zürich «seiner» Bank Vertrauenskapital gewährt – die Staatsgarantie. Der Kanton würde für alle Verbindlichkeiten haften, falls die Mittel der Bank einmal nicht ausreichen sollten. Abgesehen von ihrem ersten Betriebsjahr hat die Zürcher Kantonalbank aber immer schwarze Zahlen ausgewiesen. «Dass wir sehr langfristig denken und handeln, gehört zu unserer DNA. Und es macht uns zu einer glaubwürdigen Ansprechpartnerin im spezialisierten Segment des Private Banking», sagt Florence Schnydrig Moser. «Unser Private Banking vereint das Beste aus zwei Welten: die Kundennähe einer Privatbank mit dem breiten Angebot und der umfassenden Expertise einer Universalbank und der zweitgrössten Asset-Managerin der Schweiz.» Hinzu komme die hohe Sicherheit der Bank sowie die bodenständige Kultur – «unsere Kundinnen und Kunden fühlen sich bei uns sicher und wohl».

Eine Vertrauensperson, viele Fachleute

Doch auch die Zürcher Kantonalbank kann sich den Trends nicht entziehen, welche die Traditionsdisziplin verändern. Die Komplexität von Vermögensfragen nimmt zu. Finanzmärkte wachsen enger zusammen, Gesetze verschärfen sich, Familienverhältnisse werden diverser. «Umso wichtiger ist es für viele Menschen, weitreichende finanzielle Entscheide mit einer Vertrauensperson zu besprechen», sagt Bruno Ammann, Leiter Key Clients der Zürcher Kantonalbank.

Im Kern geht es im Private Banking um mehr als Werte, nämlich um Werthaltungen – wie es Ammann formuliert. So freuen sich viele Leute, wenn die nächste Generation in ihrem Sinn lebt oder sie mit ihrem Vermögen auch noch einen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten können. Darum setzen sich viele Kundinnen und Kunden auch mit nachhaltigen Anlagekonzepten und philanthropischen Engagements vermehrt auseinander. «Als Bank tragen wir deshalb in mehreren Dimensionen Verantwortung», erklärt Ammann.

Die Zürcher Kantonalbank hat ihr Private Banking Anfang des letzten Jahres neu ausge­richtet. «Für vielschichtige Herausforderungen braucht es das interdisziplinäre Zusammenspiel verschiedenster Fachleute», sagt Schnydrig Moser. Deshalb hat die Bank in Zürich ein Kompetenzzentrum formiert. Die Kundenberaterinnen und Kundenberater bleiben die Ansprechpartner vor Ort. Je nach Fragestellung ziehen sie gezielt weitere Spezialistinnen und Spezialisten bei. So profitieren die Kundinnen und Kunden systematisch von der ganzheitlichen Expertise der Bank.

Im besten Fall gewinnen sie dadurch etwas Unbezahlbares: die Gewissheit, bei Fragen von grosser Tragweite richtig zu entscheiden – wie Ruth und Rudolf Bosch.

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