Was wird aus dem Fernsehen?

Experten skizzieren für uns zukünftige Entwicklungen und zeigen Trends auf: Matthias Künzler präsidiert die Schweizerische Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft und erklärt uns, wie sich unser Fernsehkonsum verändern könnte.

Aufgezeichnet: Severin Krobisch / Illustration: Alina Günter

Was wird aus dem Fernsehen

«Wie wir fernsehen, hat sich wegen der vielen Internetangebote sehr gewandelt. Filme und Serien zu schauen, wo und wann man will, ist bei den 15- bis 25-Jährigen fest etabliert. Auch bei den 30- bis 45-Jährigen zeigt sich der Trend. Streamingdienste wie Netflix und Disney+ konkurrenzieren erfolgreich die traditionellen Anbieter. Deren Online-Angebote nähern sich in der Folge den Streamingdiensten an. So bietet etwa SRF in der Mediathek Play SRF viele Sendungen on Demand an.

Es gibt aber eine Nische, in der die alteingesessenen Unterhalter vorn liegen: bei Live-Formaten mit Eventcharakter, also beispielsweise Fussballspielen und Shows wie ‹Letʼs Dance›. Hier wollen die Zuschauer bei der Entscheidung in Echtzeit dabei sein. Zudem hat Corona gezeigt, dass in einer Krisensituation auch jüngere Zuschauer vermehrt linear fernsehen, wenn sie nach orientierungsstiftenden, seriösen Informationen suchen. Hier punkten etablierte Anbieter mit Infrastruktur, personellen Ressourcen und Glaubwürdigkeit.

Etwas haben traditionelle Anbieter und Streamingdienste gemeinsam: Die sozialen Medien sind immer mit dabei. Sie sorgen nicht nur dafür, dass die Produktionen die nötige Aufmerksamkeit bekommen. Hier kommentiert und diskutiert die Community vor, während und nach den Sendungen auch rege mit.»

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