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«Glück auf!» im Bergbau­sektor?

Rohstoffe regieren die Welt. Dies hat der Iran-Krieg einmal mehr schmerzlich in Erinnerung gerufen. Die Zukunft gehört den Industrie­metallen. Dekarboni­sierung, Infrastruktur und Aufrüstung treiben die Nachfrage an. Können Anleger­innen und Anleger davon profitieren?

Text: Jens Schweizer und Felix Jäger

Bergbau
Bild: Getty Images

Rohstoffe regieren die Welt. Dies hat der Iran-Krieg einmal mehr schmerzlich in Erinnerung gerufen. Die Versorgungs­sicherheit mit dem eigentlich in Verruf stehenden Öl und Gas war gefährdet und an den Finanz­märkten stieg der Blutdruck augenblicklich.

Die Zukunfts­musik spielt jedoch noch viel mehr bei den Industrie­metallen, hat deren Nachfrage in den letzten Jahren doch stark zugelegt. Die fort­schreitende Dekarboni­sierung braucht stromleitfähiges Material wie Kupfer und seltene Erden. Auch die Abkehr vom US-Dollar hat bei Gold und Industrie­metallen mit Edelmetall­charakter wie Silber für Auftrieb gesorgt. Hinzu kommt, dass sich die konjunkturelle Entwicklung solide präsentiert, wieder in Infrastruktur investiert und militärisch aufgerüstet wird. Das Angebot an Industrie­metallen kann dabei kaum mithalten. Bei vielen Metallen sind die Recycling­quoten nicht ausreichend, weshalb beträchtliche Teile zusätzlich benötigter Rohstoffe weiter aus dem Primärabbau stammt.

Von steigenden Preisen für Industrie­metalle profitiert am Aktienmarkt der Bergbau­sektor. Die Korrelation von Industrie­metallpreisen und Aktienkursen der Bergbau­unternehmen lag über die letzten 30 Jahre bei hohen 0,8 und ist seit der Finanzkrise weiter angestiegen. Die strukturellen Verschieb­ungen sprechen mittelfristig für mindestens stabile Metallpreise mit Aufwärts­potenzial. 

Metallpreisanstieg nur teilweise in Aktien­kursen widerspiegelt

Quellen: Zürcher Kantonalbank, LSEG Datastream

In diesem Umfeld verdienen Bergbau­unternehmen wieder mehr Geld. Die Gewinn­erwartungen des Sektors «Metals & Mining» sind vor allem seit Herbst 2025 zusammen mit den Metall­preisen angestiegen. Auch die Aktienkurse haben positiv reagiert. Interessanter­weise bewegt sich der MSCI Metals & Mining Index ohne Dividenden gerechnet jedoch unter dem Höchstwert von 2008, obschon die Metall­preise seither gestiegen sind (vgl. Grafik).

Zudem liegen die erwarteten Gewinne der Minenaktien sogar tiefer als vor knapp 20 Jahren. Dies dürfte damit zusammen­hängen, dass es zunehmend kosten­intensiver wird, Rohstoffe aus dem Boden zu holen. Hohe Zinsen sowie die noch steigende Kapital­intensität zeigen da ihre Wirkung, denn die einfach zugänglichen Vorkommen werden immer weniger. Seit Kriegs­ausbruch im Iran belastete auch der hohe Ölpreis die Minenaktien. Mit der Hoffnung auf eine bevorstehende Öffnung der Strasse von Hormus könnte dieser Gegenwind aber allmählich abflauen.

Bergleute wünschen sich vor dem Abstieg in den Schacht «Glück auf!». Der Bergbau gehört zu den kühneren Engagements, sei es im Beruf oder als Investorin oder Investor. Für Anlegerinnen und Anleger mit langfristigem Horizont könnte sich hier aber eine Einstiegs­möglichkeit bieten. Trotz langfristig positiver Perspektiven befindet sich die Sektor­bewertung erst wieder leicht über ihrem langfristigen Durchschnitt. Dies, obwohl wir aktuell mehr denn je wissen, dass Rohstoffe die Welt regieren.

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