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Gold: Nachfrage aus Asien hält an

Gold bleibt gefragt: Während die Nachfrage nach ETFs sinkt, greifen Anleger­innen und Anleger verstärkt zu Barren und Münzen. Inflations­ängste und geopolitische Span­nungen treiben den Trend voran.

Text: Simon Lustenberger

Quelle: Getty Images

Die Nachfrage nach Goldbarren und Münzen wird voraus­sichtlich im Jahr 2026 an Bedeutung gewinnen. Gründe hierfür sind der Mangel an alternativen Anlage­möglichkeiten in einigen Märkten sowie das Bedürfnis nach Inflations­absicherung. Mit 474 Tonnen wurde die zweithöchste Nachfrage nach Goldbarren und Münzen in einem Quartal verzeichnet. 

Nachfrage nach Barren und Münzen steigt

Veränderungen in Tonnen im ersten Quartal 2025 und 2026

Quellen: WGC, Zürcher Kantonalbank

Für diese Entwicklung waren asiatische Investoren mass­geblich verantwortlich, die Goldanlage­produkte in grossem Umfang kauften. Allein in China betrug die Nachfrage über 200 Tonnen. Auf dem Schmuckmarkt und bei den börsen­gehandelten Goldfonds (ETFs) waren hingegen zurück­haltendere Kaufaktivi­täten zu beobachten. Zwar setzte sich der Kauf von ETFs im ersten Quartal mit 62 Tonnen fort, allerdings in geringerem Umfang als in den Vorquartalen. Im März kam es noch zu erheblichen Abflüssen aus US-Fonds; in Europa war der Rückgang geringer. In Asien hingegen waren die Nettokäufe ähnlich hoch wie im letzten Quartal.

Asiatische Inve­storen kaufen weiterhin ETFs

Veränderungen von börsengehandelten Goldfonds (ETFs) in Tonnen

Quellen: WGC, Zürcher Kantonalbank
Simon Lustenberger, Leiter Anlagestrategie Investment Solutions (Bild: Christian Grund)

Fallende Zinserwar­tungen sorgen dafür, dass Gold gefragt bleibt

Simon Lustenberger, Leiter Anlagestrategie

Wenn Zinser­wartungen fallen profitiert Gold

Mit höheren Renditen an den Staatsanleihen­märkten und gestiegenen Erwartungen bezüglich Zins­erhöhungen haben sich die Kurs­gewinne von Gold im Jahr 2026 verringert. Der Angebots­schock am Energie­markt sowie Inflations­risiken infolge des Krieges zwischen den USA Israel und dem Iran haben die Vorherseh­barkeit der Geldpolitik der Zentral­banken eingetrübt. Die restriktivere Geldpolitik ist mittlerweile an den Finanz­märkten eingepreist. Anzeichen einer Entspannung der Lage am Rohöl­markt dürften sich mit fallenden Zins­erwartungen positiv auf den Goldpreis auswirken. In Kombination mit steigenden Staats­schulden rechnen wir mit einer anhaltend stabilen Nachfrage nach Gold. Die Nettokäufe von Zentral­banken und Investorinnen und Investoren von Barren und Münzen verharren auf historisch hohem Niveau. Das Umfeld für Gold bleibt somit weiterhin positiv. Taktische Umschichtungen aufgrund von Turbulenzen im Nahen Osten, Liquiditäts­bedarf und Devisen­management sind jedoch allgegen­wärtig. Da die Schmuck- und ETF-Nachfrage in diesem Jahr voraus­sichtlich geringer ausfallen wird als noch 2025 rechnen wir auch mit moderateren Kurs­gewinnen im Vergleich zum Vorjahr.

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