Schweiz: Wie Wissen zur Stärke wird
Die Schweiz ist ein globaler Vorreiter in Bildung und Forschung – doch wie bleibt sie das in einer Welt, die immer stärker von Wettbewerb und Innovation geprägt ist? Investitionen, internationale Zusammenarbeit und der Fokus auf Wissen sind der Schlüssel zur Zukunft. Erfahren Sie im Beitrag, weshalb die Schweiz ein globales Bildungs- und Forschungszentrum ist.
Text: Rolando Seger
Als Bildungs- und Forschungsstandort geniesst die Schweiz einen hervorragenden Ruf. Mit renommierten Universitäten wie der ETH Zürich und der EPFL (École Polytechnique Fédérale de Lausanne) zählt das Land zu den Spitzenreitern im globalen Hochschulranking. So belegt die ETH Zürich regelmässig einen Top 10-Platz unter den besten Universitäten und ist insbesondere in den Bereichen Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Technologie führend.
Auch die Universitäten von Zürich, Genf und Lausanne gehören zu den besten Hochschulen Europas. Diese Spitzenpositionen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Investition in Bildung, Forschung und Innovation.
Auch in Sachen Wirtschaftswissenschaften bietet unser Land eine Vielzahl führender Universitäten und Business Schools. So ist die Universität St. Gallen (HSG) unbestritten die Nummer eins in diesem Bereich, gefolgt von der Universität Zürich und der HEC Lausanne.
Wissen und Innovation als Schlüssel zum Erfolg
Für die Schweiz als Land mit begrenzten natürlichen Ressourcen ist der Fokus auf Wissen und Innovation eine strategische Notwendigkeit. Forschung und Entwicklung (F&E) sind dabei die Grundlage für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz. Branchen wie die Pharmaindustrie, die Medizintechnik und die Präzisionsmechanik profitieren von erfolgreich kommerzialisierten Innovationen, die ihren Ursprung an Schweizer Hochschulen haben. Unternehmen wie Roche, Novartis oder ABB sind weltweit führend, weil sie auf ein starkes Netzwerk aus Wissenschaft und Forschung zurückgreifen können.
Doch tut die Schweiz genug dafür, um den Status als globales Bildungs- und Forschungszentrum zu sichern? Einerseits investiert sie seit Jahrzehnten konsequent in ihre Hochschulen und Forschungsinstitute. Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt gehört mit rund 3,2 Prozent zu den höchsten der Welt. Zudem zieht die Schweiz dank ihrer politischen Stabilität, ihrer hohen Lebensqualität und ihrer internationalen Ausrichtung Spitzenforscher und Talente aus aller Welt an.
Intensiver Wettbewerb
Demgegenüber steht zunehmender internationaler Wettbewerb, insbesondere aus China und Südkorea. Diese Länder investieren massiv in Bildung und Forschung und gefährden die Vormachtstellung der Schweiz. Unsicherheiten in den Beziehungen zur EU könnten langfristig negative Auswirkungen haben, namentlich bei Forschungsprogrammen wie «Horizon Europe». Ein Ausschluss der Schweiz könnte die internationale Vernetzung der Forschung beeinträchtigen und den Zugang zu wichtigen Fördermitteln erschweren.
Um ihren Status als globales Bildungs- und Forschungszentrum zu sichern, muss die Schweiz vermehrt in ihre Hochschulen und Forschungsinfrastruktur investieren und eine Kultur des Wissens und der Innovation konsequent fördern. Gleichzeitig ist es essenziell, die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern zu stärken und den Austausch von Wissen und Talenten zu fördern. Nur so kann die Schweiz ihre Spitzenposition in einer immer stärker globalisierten und technologiegetriebenen Welt behaupten. Die Konkurrenz schläft nicht – doch mit Weitblick und mutigem Engagement hat die Schweiz gute Chancen, auch in Zukunft eine führende Rolle in Bildung und Forschung zu spielen.