Zum Hauptinhalt springen

Schweiz: Wie Wissen zur Stärke wird

Die Schweiz ist ein globaler Vorreiter in Bildung und Forschung – doch wie bleibt sie das in einer Welt, die immer stärker von Wettbewerb und Innovation geprägt ist? Investitionen, inter­nationale Zusammen­arbeit und der Fokus auf Wissen sind der Schlüssel zur Zukunft. Erfahren Sie im Beitrag, weshalb die Schweiz ein globales Bildungs- und Forschungs­zentrum ist.

Text: Rolando Seger

Zurich, Switzerland - 26 September 2014: Entrance to Zurich's university (city campus)
Wissensnation Schweiz: Spitzenreiter mit Herausforderungen (Bild: Getty Images)

Als Bildungs- und Forschungs­standort geniesst die Schweiz einen hervor­ragenden Ruf. Mit renommierten Universitäten wie der ETH Zürich und der EPFL (École Poly­technique Fédérale de Lausanne) zählt das Land zu den Spitzen­reitern im globalen Hochschul­ranking. So belegt die ETH Zürich regelmässig einen Top 10-Platz unter den besten Universitäten und ist insbesondere in den Bereichen Natur­wissenschaften, Ingenieur­wesen und Technologie führend.

Auch die Universitäten von Zürich, Genf und Lausanne gehören zu den besten Hochschulen Europas. Diese Spitzen­positionen sind kein Zufall, sondern das Ergebnis einer konsequenten Investition in Bildung, Forschung und Innovation.

Auch in Sachen Wirtschafts­wissenschaften bietet unser Land eine Vielzahl führender Universitäten und Business Schools. So ist die Universität St. Gallen (HSG) unbestritten die Nummer eins in diesem Bereich, gefolgt von der Universität Zürich und der HEC Lausanne.

Wissen und Innovation als Schlüssel zum Erfolg

Für die Schweiz als Land mit begrenzten natürlichen Ressourcen ist der Fokus auf Wissen und Innovation eine strategische Notwendigkeit. Forschung und Entwicklung (F&E) sind dabei die Grundlage für den wirtschaft­lichen Erfolg der Schweiz. Branchen wie die Pharma­industrie, die Medizin­technik und die Präzisions­mechanik profitieren von erfolgreich kommerz­ialisierten Innovationen, die ihren Ursprung an Schweizer Hochschulen haben. Unternehmen wie Roche, Novartis oder ABB sind weltweit führend, weil sie auf ein starkes Netzwerk aus Wissenschaft und Forschung zurückgreifen können.

Doch tut die Schweiz genug dafür, um den Status als globales Bildungs- und Forschungs­zentrum zu sichern? Einerseits investiert sie seit Jahr­zehnten konsequent in ihre Hochschulen und Forschungs­institute. Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlands­produkt gehört mit rund 3,2 Prozent zu den höchsten der Welt. Zudem zieht die Schweiz dank ihrer politischen Stabilität, ihrer hohen Lebens­qualität und ihrer interna­tionalen Ausrichtung Spitzen­forscher und Talente aus aller Welt an.

Intensiver Wettbewerb

Demgegenüber steht zunehmender inter­nationaler Wettbewerb, insbesondere aus China und Südkorea. Diese Länder investieren massiv in Bildung und Forschung und gefährden die Vormachts­tellung der Schweiz. Unsicherheiten in den Beziehungen zur EU könnten langfristig negative Aus­wirkungen haben, namentlich bei Forschungs­programmen wie «Horizon Europe». Ein Ausschluss der Schweiz könnte die inter­nationale Vernetzung der Forschung beeinträchtigen und den Zugang zu wichtigen Förder­mitteln erschweren.

Um ihren Status als globales Bildungs- und Forschungs­zentrum zu sichern, muss die Schweiz vermehrt in ihre Hochschulen und Forschungs­infrastruktur investieren und eine Kultur des Wissens und der Innovation konsequent fördern. Gleichzeitig ist es essenziell, die Zusammen­arbeit mit internationalen Partnern zu stärken und den Austausch von Wissen und Talenten zu fördern. Nur so kann die Schweiz ihre Spitzen­position in einer immer stärker globalisierten und technologie­getriebenen Welt behaupten. Die Konkurrenz schläft nicht – doch mit Weitblick und mutigem Engagement hat die Schweiz gute Chancen, auch in Zukunft eine führende Rolle in Bildung und Forschung zu spielen.

Kategorien

Anlegen