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Neue Prioritäten in der Energiepolitik

Geopolitische Spannungen und steigender Strombedarf verändern die Prioritäten der Energie­politik. Versorgungs­sicherheit und Unabhängig­keit rücken ins Zentrum – und eröffnen spannende Chancen für Investi­tionen in saubere Technologien und Digitali­sierung.

Text: Dr. Anja Hochberg

CIO Anja Hochberg im Gespräch
Bild: Christian Grund

In der Energie­politik findet weltweit ein Umdenken statt. Im Grundsatz haben sich die Ziele zwar kaum verändert, doch sie werden neu priorisiert. Während bis zum Kriegs­beginn in der Ukraine Klima­schutz, CO2-Reduktion und saubere Technologien im Mittelpunkt standen, kommt heute der strategischen Sicherung der Energie­versorgung eine besondere Bedeutung zu. Die geo­politischen Konflikte in Russland und im Nahen Osten haben deutlich gemacht, wie sensibel Volkswirt­schaften trotz sinkender Ölinten­sität auf Spannungen im Öl- und Gasmarkt reagieren. Entsprechend haben viele Staaten ihre politischen Prioritäten angepasst oder werden dies noch tun müssen.

Nun rücken die Themen Versorgungs­sicherheit und geo­politische Unabhängig­keit in den Fokus. Regionen ohne eigene fossile Rohstoffe können ihre Energie­unabhängigkeit nur durch die Förderung alternativer Energien sichern. Zusammen mit dem weltweit steigenden Strom­verbrauch ist dies ein zentraler Treiber für massive Investitionen in die Energie­wende.

Auch wenn der Erdölpreis etwas gesunken ist, dürfte er aufgrund knapper Lager­bestände durchaus volatil bleiben. Wir halten das Thema Energie angesichts der strom­intensiven KI, geo­strategischer Aspekte und der notwendigen Dekarboni­sierung für sehr relevant für das Wirtschafts­wachstum. Der weltweite Strombedarf dürfte in den nächsten Jahren um über 30 Prozent steigen. Das zieht hohe Investitionen in den Energie­sektor, beispielsweise in das Stromnetz oder die Energie­speicherung, nach sich und zeigt den Investitions­bedarf in der gesamten Wertschöpfungs­kette. 

Anja Hochberg

Das Thema Clean Energy wird für alle Nationen zukünftig immer wichtiger werden

Dr. Anja Hochberg, CIO

Da die Moderni­sierung der Energie­versorgung eine umfassende Digitalisierung der Infrastruktur erfordert, betrifft das Thema Energi­ewende nicht nur die Betreiber und Hersteller der etablierten Strom­infrastruktur, sondern auch Unternehmen aus dem IT-Sektor sowie Bergbau­unternehmen, die seltene Erden, Industrie­metalle oder für den Energie­sektor kritische Mineralien fördern. Das Thema «Clean Energy» wird für alle Nationen zukünftig immer wichtiger werden. Auf dem Weg, die Heraus­forderungen der Energie­wende zu meistern, bietet sich Anlegerinnen und Anlegern eine breite Palette spannender Investitions­möglichkeiten.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer. Tanken Sie neue Energie und vielleicht finden Sie bei Bedarf Zeit darüber nachzu­denken, wohin ihre individuelle Portfolio­reise hingehen soll. Bleiben Sie ausgewogen.

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