Urs Baumann: «Wir schaffen die Jahres­gebühren für Privatkonten und Debitkarten ab»

Der ZKB-CEO im Interview über die Lancierung von ZKB Banking, dem neuen Angebot für kostenloses Alltagsbanking für alle bestehenden und künftigen Privatkundinnen und -kunden.

Text: Marco Metzler

Urs Baumann, CEO
ZKB-CEO Urs Baumann: «Uns war wichtig, dass alle profitieren – ohne Wenn und Aber.» (Bild: Simon Baumann)

Die Zürcher Kantonalbank schafft ab 1. Januar 2024 die Jahresgebühren für Privatkonto und Debitkarte ab. Wieso?

Urs Baumann: Damit wollen wir ein Signal setzen und im Sinne unseres Leistungsauftrages einen Teil unseres Erfolgs zurückgeben: Das neue Angebot ist in erster Linie ein Dankeschön an unsere bestehenden über 700'000 Privatkundinnen und -kunden für das Vertrauen, das sie uns entgegenbringen. Sie sparen ab Januar automatisch – ohne dass sie etwas dafür zu tun brauchen. Im Kanton Zürich kann unsere Kundschaft das neue kostenlose Alltagsbanking so nutzen, wie sie es wünscht – sei dies digital per Mobile Banking, am Computer oder in einer unserer 51 Filialen in ihrer Nähe. Anderseits möchten wir damit auch schweizweit ein attraktives digitales Bankangebot lancieren und neue Kundschaft für unsere Bank gewinnen und begeistern.

Was ist der grösste Nutzen von ZKB Banking?

Es ist sehr attraktiv positioniert. Erstens sinken die Jahresgebühren von bisher CHF 12.– fürs Privatkonto und CHF 40.– für die ZKB Visa Debit Card auf CHF 0.–. Damit sparen unsere Kundinnen und Kunden pro Jahr CHF 52.–, wobei diese Ersparnis auf bis zu CHF 116.– steigen kann, da das kostenlose Angebot für bis zu drei Privatkonten in Schweizer Franken und zwei Debitkarten gilt. Auch unsere ZKB inklusiv Pakete mit Kreditkarten werden automatisch günstiger. Zweitens ist ZKB Banking das, was wir unter Banking der Zukunft verstehen: Es kombiniert die Vorteile einer kostenlosen, rein digitalen Bank mit der Sicherheit und dem Mehrwert einer klassischen Bank, die hohe Servicequalität und individuelle Beratung bei alltäglichen Bankgeschäften über digitale Kanäle bietet – und zudem im Kanton Zürich mit 51 Filialen präsent ist.

Was verstehen Sie unter Banking der Zukunft?

Dieses attraktive Angebot gibt es in dieser Kombination bisher noch nicht im Markt. Wir sind die erste grosse Schweizer Bank, die die Jahresgebühren sowohl für Debitkarten wie auch für Privatkonten in Schweizer Franken für alle Privatkundinnen und -kunden abschafft – unabhängig von Vermögen oder der digitalen Affinität. Uns war wichtig, dass alle bestehenden und künftigen Privatkundinnen und -kunden profitieren – ohne Wenn und Aber. Bisher gibt es kostenlose Angebote für Konten und Karten erst bei Digitalbanken. Oder dann gelten gewisse Bedingungen wie etwa ein minimaler Kontostand oder die Leistungen der Produkte werden eingeschränkt.

Gibt es durch das neue Angebot auch Nachteile?

Nein. Wir schaffen die erwähnten Jahresgebühren ab, sonst bleibt alles genau gleich.

Und wenn jemand die Bankgeschäfte weiterhin nicht digital, sondern in der Filiale erledigen möchte?

Wir lancieren ZKB Banking im Kanton Zürich als hybrides und schweizweit als digitales Bankangebot. Es richtet sich ausdrücklich nicht nur an digital affine Kunden, sondern auch an alle, die einen Besuch in einer Filiale bevorzugen.

Wieso lancieren Sie ZKB Banking als Kantonalbank sowohl in Zürich wie auch schweizweit?

Dank der im Herbst lancierten neuen digitalen Kontoeröffnung erübrigt sich der Gang zur Filiale. Dadurch erhalten Kundinnen und Kunden aus der ganzen Schweiz auf digitalem Weg Zugang zu Produkten und Dienstleistungen einer der sichersten Universalbanken der Welt – mit individueller Beratung sowie Service durch unsere Fachexpertinnen und -experten per Telefon oder Video. Bei digitalen Angeboten gibt es keine Kantonsgrenzen. Auch andere Kantonalbanken bieten ihre digitalen Produkte schweizweit an.

Und wenn jemand das neue Angebot nur digital nutzen möchte?

Man kann unser neues kostenloses Alltagsbanking dank unserem modernem Mobile Banking und eBanking auch als reine Digitalbank nutzen. Darüber hinaus bieten wir Telefon- und Video-Beratung für grössere Bankgeschäfte an, etwa in den Bereichen Hypotheken, Anlegen, Finanzplanung, Vorsorge, Pensionierung, Steuern und Erbschaft. Diese Beratungen sind teilweise kostenpflichtig. Dabei stützen sich die Beraterinnen und Berater im Gespräch auf eine umfangreiche digitale Toolbox, die eine ganzheitliche und persönliche Beratung entlang den Bedürfnissen ermöglicht, die sich aus der jeweiligen Lebenssituation von Kundinnen und Kunden ergeben.

Wie werden Sie ZKB Banking weiterentwickeln?

Wir investieren laufend in unsere digitalen Plattformen und unsere Beratungskompetenz. So entwickeln wir unser Mobile Banking stetig weiter und bauen laufend unser Angebot für Telefon- und Video-Beratung aus. Zusätzlich investieren wir bis 2030 in die Modernisierung unserer 51 Filialen im Kanton Zürich, um den Kundinnen und Kunden ein hybrides Angebot zu bieten: Sie sollen selbst wählen, wie sie unsere Dienstleistungen nutzen wollen – sei dies digital, physisch oder beides.

Wann startet das neue ZKB Banking?

Unsere bestehenden Kundinnen und Kunden brauchen nichts zu tun und profitieren ab 1. Januar 2024 automatisch. Neukundinnen und Neukunden werden ZKB Banking ab dann ebenfalls eröffnen können – oder sich bei Interesse auch heute schon hier anmelden. Gleichzeitig starten wir im neuen Jahr mit einer Kampagne.

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