Steuererklärung: Sparen Sie Zeit und Geld mit unseren Tipps

Jedes Jahr stehen wir vor der Herausforderung Steuererklärung. Die meisten schieben sie vor sich her. Manche sogar so lang bis die Frist abläuft. Mit den Tipps von Gian Matossi, Leiter Steuern bei der Zürcher Kantonalbank, füllen Sie Ihre Steuererklärung zügiger aus und reduzieren allenfalls sogar Ihre Steuerlast.

Text: Ina Gammerdinger

Frau hört mit Kopfhörern Musik
Das klingt wie Musik in den Ohren: Mit uns wird Ihre Steuererklärung zum Kinderspiel. (Getty Images)

Das elektronische Erstellen der Steuererklärung ist einfach und spart Zeit. Viele Informationen sind bereits vorerfasst und die Fehlerquellen werden zusätzlich minimiert. Wichtige Hinweise sind im Programm hinterlegt und auch gewisse Abzüge werden automatisch berücksichtigt. Seit der Steuerperiode 2020 kann im Kanton Zürich die Steuererklärung vollumfänglich digital eingereicht werden.

Fristen einhalten

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – das gilt auch für die Bearbeitung der eigenen Steuererklärung. Am besten setzen Sie sich einen Termin in der Agenda und erledigen die Steuererklärung gleich im ersten Anlauf. Dafür ist es entscheidend, dass Sie gut vorbereitet sind. Im Kanton Zürich ist die Steuererklärung bis Ende März einzureichen. Es gibt verschiedene Gründe, weshalb die Steuererklärung nicht innert der ordentlichen Einreiche-Frist abgegeben werden kann. Beispielsweise deshalb: Die Abrechnung der Stockwerkeigentümergemeinschaft steht noch aus. Beantragen Sie in diesen Fällen rechtzeitig eine Fristerstreckung. Einige Gemeinden bieten auch hierfür ein Online-Lösung an.

Unterlagen zusammentragen

Alle Angaben in der Steuererklärung müssen spätestens auf Anfrage belegt werden können. Wie erwähnt, ist es bereits die halbe Miete, wenn sämtliche steuerrelavante Belege zum Beispiel in einem Steuerordner gesammelt werden. Viele Unterlagen wie Lohn- und Rentenausweise, Steuerbescheinigungen der Säule 3a, Spendenbescheinigungen etc. werden zu Jahresbeginn automatisch per Post zugestellt oder sind in Ihrem ZKB eBanking abrufbereit. Es gibt aber auch weitere Belege, welche bereits im laufenden Jahr gesammelt werden sollten – zum Beispiel Zahnarztrechnungen, Liegenschaftsunterhaltskosten oder Auslagen im Zusammenhang mit der persönlichen Weiterbildung.

Abzüge deklarieren und Möglichkeiten nutzen

Vergessen Sie nicht, sämtliche Steuerabzüge in der Steuererklärung geltend zu machen. Verpasste Abzüge können im Nachgang nicht mehr berücksichtigt werden. In einem zweiten Schritt lohnt es sich zu prüfen, ob es noch nicht genutzte Möglichkeiten gibt, die Steuerbelastung zu reduzieren.

Berufskosten und Corona Praxisanweisung Kanton Zürich: Unselbstständig Erwerbende können im Jahr 2021 – wie schon im 2020 – trotz Home-Office-Tätigkeit ihre Berufsauslagen (Fahrt- und Verpflegungskosten sowie die Berufskostenpauschale) so geltend machen, wie wenn sie am Arbeitsort gearbeitet hätten. Im Regelfall ist diese Deklaration für die Steuerpflichtigen vorteilhaft.

Liegenschaftsunterhaltskosten

Bei den Unterhaltskosten des Eigenheims kann jährlich zwischen effektiven Kosten und Pauschalabzug (20% des Eigenmietwerts oder Mietertrags) gewählt werden. Wenn Sie bereits wissen, dass die effektiven Kosten in der Höhe der Pauschale oder höher liegen, lohnt es sich, weitere Unterhaltsarbeiten gegebenenfalls vorzuziehen, damit Sie im Folgejahr vom Pauschalabzug profitieren können. Planen Sie eine grössere Renovation, kann es sich lohnen, die Kosten über mehrere Jahre zu verteilen.

Auswahl von weiteren Abzügen (Kanton Zürich)

  • Zinsen für Kredite und Finanzierungen: Abzugsfähig sind die Zinsen von Hypotheken sowie Privatkrediten und Darlehen. Nicht abgezogen werden können hingegen Amortisationszahlungen und Leasingraten.
  • Aus- und Weiterbildungskosten: Sofern diese auf die aktuelle oder eine mögliche zukünftige Erwerbstätigkeit ausgerichtet sind, können bis max. CHF 12'000 pro Person vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Neben den Kurskosten sind auch dazugehörige Auslagen wie beispielsweise Prüfungsgebühren, Fahrtkosten und Auslagen für Fachliteratur abzugsfähig. Voraussetzung ist zudem die Vollendung des 20. Lebensjahrs und dass ein Lehr-/Mittelschulabschluss vorliegt.
  • Fremdbetreuung Kinder: Kosten für die Drittbetreuung von Kindern können bis zu einem Maximalbetrag von CHF 10'100 pro Kind und Jahr in Abzug gebracht werden; beispielsweise, wenn das Kind während der Arbeitszeit der Eltern oder des Elternteils oder dem Besuch einer Weiterbildung in der Kinderkrippe betreut wird.
  • Selbstgetragene Krankheitskosten, sofern diese einen steuerlichen Selbstbehalt von 5% des Nettoeinkommens übersteigen. Hat man zusätzlich zu den Kosten der Krankenkasse (Franchise und Selbstbehalt) noch weitere Kosten zum Beispiel für den Zahnarzt oder den Kauf von Hörgeräten, lohnt sich eine genauere Prüfung.
  • Spenden: Gutes tun und dabei die Steuerlast reduzieren ist möglich. Zuwendungen an steuerbefreite gemeinnützige Organisationen dürfen in Abzug gebracht werden – jedoch nicht mehr als 20 Prozent des Nettoeinkommens.
  • Minderjährige Kinder und Kinder in Ausbildung: Vergessen Sie nicht, die Kinder in der Steuererklärung korrekt aufzuführen. Ein fehlendes Ausbildungsende bei einem volljährigen Kind führt dazu, dass der Sozialabzug in der Höhe von CHF 9'000 nicht geltend gemacht wird. Befindet sich ein volljähriges Kind per 31. Dezember nicht mehr in Ausbildung, fällt der Sozialabzug komplett weg.

Vorsorge stärken, Steuern reduzieren

  • Einzahlungen in die Säule 3a: Wer die attraktive Möglichkeit von Einzahlungen noch nicht nutzt, sollte das unbedingt in Betracht ziehen. Unselbstständige mit Pensionskassenanschluss können maximal CHF 6'883 und Erwerbstätige ohne PK-Anschluss 20% des Nettoeinkommens respektive des Reingewinns, aber maximal CHF 34'416 einzahlen.
    Sie haben die Maximalabzüge noch nicht ausgeschöpft? Eine zusätzliche Einzahlung von CHF 2'000 reduziert die Steuerbelastung bei einem Grenzsteuersatz von 25% um ordentliche CHF 500.
  • Pensionskasseneinkäufe: Mit Einkäufen in die Pensionskasse kann, sofern ein Einkaufspotenzial vorhanden ist, die Steuerbelastung ebenfalls reduziert und gleichzeitig die persönliche Vorsorge gestärkt werden. Neben dem positiven Steuereffekt gibt es aber auch weitere Aspekte miteinzubeziehen.

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