Wissen teilen: Mit dem Coaching-Modell «GROW» wachsen

Die heutige Arbeitswelt stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Stetiges Lernen und eine gute Selbstführung sind deshalb wichtige Grundlagen, um eine hohe Performance zu erzielen. Wie erreicht die Zürcher Kantonalbank sie? Mit motivierten und top ausgebildeten Mitarbeitenden. Aus diesem Grund fördern wir den Austausch untereinander. Zum Beispiel mit unseren Impulstagen.

Text: Ina Gammerdinger

Impulstage Illustration Wissen teilen
An den Impulstagen der Zürcher Kantonalbank finden Workshops von Mitarbeitenden und für Mitarbeitende zu unterschiedlichen Themen statt. Die Impulstage dauern mehrere Wochen und geben Impulse für Neues. (Illustration: Maria Lucia Salvatore)

Die Impulstage sind Bestandteil unserer Lerninitiative «Give.Take.Learn.» Während vier Wochen können sich interessierte Mitarbeitende der Zürcher Kantonalbank für Referate und Workshops anmelden. Mitarbeitende referieren zu den unterschiedlichsten Themen. Ziel ist es, dazu inspiriert zu werden, Neues auszuprobieren, weitere Wege des Lernens für sich zu entdecken und überhaupt das Wissen zu erlangen, wie man sich auf einen Weg begibt. Wenn wir alle engagiert und motiviert sind, uns die Arbeit Spass macht, wir über uns hinauswachsen und uns entfalten können, dann sind wir bereits sehr erfolgreich gemeinsam unterwegs. Diese Prämissen gelten für alle Unternehmen.

Reto Cadalbert, Deputy Head Financial Institutions International bei der Zürcher Kantonalbank, hat an den Impulstagen als Referent mitgewirkt. Wir haben mit ihm gesprochen.

Reto Cadalbert, warum nehmen Sie an den Impulstagen als Referent teil?

Bei der Vorbereitung für ein Entwicklungs- und Performance-Gespräch mit einer Mitarbeiterin bin ich im Intranet sprichwörtlich über ein Coaching-Modell gestolpert, das ich bereits seit über 15 Jahren kenne und anwende. Begeistert habe ich mich an die verantwortliche Kollegin gewendet und angeboten, bei Bedarf zu unterstützen. Was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Genau an diesem Tag war der Meldeschluss der Themeneingabe für die bevorstehenden Impulstage. Nach dem Motto «walk the talk» habe ich mich natürlich dann offiziell als Referent gemeldet.

Wie haben Sie sich auf das Thema vorbereitet?

Ich habe mich mit potenziellen Fallstricken auseinandergesetzt. Die grösste Herausforderung war der knappe Zeitrahmen. Die Referate dürfen nur maximal 50 Minuten dauern – was auch Sinn macht, da es Online-Kurse sind. Doch mit meinem Thema könnte ich auch einen ganztätigen Workshop füllen.

Um was geht’s in Ihrem Referat genau?

«GROW – Wie? statt So!» ist ein sehr einfaches und eingängliches, aber ein äusserst effizientes Coaching-Modell. Erfunden wurde es von dem ehemaligen britischen Autorennfahrer Sir John Whitmore. Es besteht aus den vier Bestandteilen Goal, Reality, Options und Way forward. Die Kunst besteht darin, mit den richtigen Fragen die Energie in Richtung Lösungsfindung zu lenken – anstatt sich in Problemspiralen zu drehen. GROW hilft, Resultate zu erzielen.

Wie müssen wir uns das vorstellen?

Am einfachsten lässt es sich wohl so umschreiben: Stellen Sie sich vor, Sie planen eine Reise. Zuerst definieren Sie ein Ziel. Danach setzen Sie sich mit den aktuellen Gegebenheiten auseinander. Und schlussendlich treffen Sie die Entscheidung, wie Sie vorgehen werden.

Wem hilft GROW – und wann setze ich es am besten ein?

GROW ist universell. Man kann es immer anwenden: Privat, beruflich, in der Gruppe, für sich alleine. Es gibt Orientierung auf dem Weg zu den eigenen Zielen.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie für sich selbst aus den Impulstagen mit?

Vor allem kommt mir das Wort «Schwarmintelligenz» in den Sinn. Ich habe sehr viele wertvolle Inputs erhalten und mich mit vielen spannenden Menschen ausgetauscht und vernetzt.

Was begeistert Sie als Referent?

Die Interaktion mit Menschen und die gegenseitig gestellten Fragen. Sie zeigen mir einerseits, dass mein Gegenüber bei der Sache ist und andererseits bieten Sie neue Erkenntnisse. Am befriedigendsten ist es für mich jedoch, wenn ich etwas teilen kann, was anderen einen Mehrwert bietet.

Lebenslanges Lernen: Was sind auf der Punkt gebracht Ihre Empfehlungen?

Lernen Sie, wenn immer möglich, aus Freude. Oder zumindest aus eigenem Antrieb. Es hilft zudem ungemein, sich bewusst zu sein, warum man genau was lernen will. Die Halbwertszeit von Wissen wird immer kürzer. Umso wichtiger ist ein individueller Entwicklungsplan. Beim Lernen ist es wie beim Sport: Es kommt auf den Mix an. Mal Ausdauertraining, mal Krafttraining. Und pflegen Sie Ihre Neugierde und erinnern Sie sich daran, wie es sich anfühlt, ein (Lern-) Ziel erreicht zu haben.

Wie kann ich in der Praxis mein Wissen im Team teilen?

Da gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten – stark abhängig von Situation und Umfang des Themas. Wenn sich eine entsprechende Situation ergibt und es die Umstände zulassen, sind Ad-hoc-Inputs sehr effizient und praxisbezogen. Wenn ein Thema an mehrere Team- oder Projektmitglieder gleichzeitig vermittelt werden soll, bieten sich kurze Meetings an. Hier suche ich immer nach einer gemeinsamen Herleitung. Es soll kein Unterricht sein, sondern neues Wissen wird durch die Teamdynamik hervorgerufen.

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