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CIO Kolumne: Ausser man tut es

Anja Hochberg, Chief Investment Officer (CIO) der Zürcher Kantonalbank, schreibt in ihrer Kolumne rund ums Thema Geld und Anlegen.

Text: Anja Hochberg / Illustration: Florian Bayer | aus dem Magazin «ZH» 1/2026

Dr. Anja Hochberg ist Ökonomin und seit 2026 Chief Investment Officer (CIO) der Zürcher Kantonalbank.

Hätte man doch Zeit, unendlich viel Zeit für all die Dinge, die man schon immer einmal tun wollte. Es ist ein verlockender Gedanke. Doch ist Endlichkeit nicht nur eine harte Realität. Sie hilft auch, Prioritäten zu setzen, zu entscheiden, loszulassen, sich auf Neues zu freuen und einzulassen. Als Ökonomin würde ich sagen, dass sie unseren Wünschen ein virtuelles Preisschild verleiht. Gemäss einer Studie von Thomas Gilovich und Victoria Medvec bereuen Menschen langfristig besonders, etwas nicht getan zu haben. Kann bedeuten: den Moment verpasst, den Traum nicht gelebt, Gefühle nicht ausgesprochen zu haben. Was uns jedoch wirklich wichtig ist, sollten wir nicht aufschieben.

Das gilt ebenso für finanzielle Fragen. Investieren? «Aktuell zu unsicher, zu teuer», höre ich da sehr oft. Das führt – insbesondere bei steigenden Märkten – zu einer teuren «Aufschieberitis». Korrekturen finden auch in aufwärts tendierenden Märkten statt und können zu kurzfristigen Einbussen führen. Im Markt investiert zu sein und die Zeit für sich arbeiten zu lassen, war bislang jedoch noch immer die erfolgreichste Strategie.

Googeln Sie doch mal die 72er-Regel. Mit ihr lässt sich berechnen, wie lange es bei einer bestimmten Rendite dauert, bis sich das investierte Kapital verdoppelt. Schieben Sie also wichtige Vorhaben nicht auf die lange Bank: Familie, Liebe, Gesundheit, Altersvorsorge oder das Investieren von freiem Vermögen. Auch hier gilt: Es gibt nichts Gutes, ausser: Man tut es. 

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