Was wird aus dem Festnetz­anschluss?

Das Festnetz ist zur Datenautobahn geworden.

Text: Severin Krobisch / Illustration: Alina Günter | aus dem Magazin «ZH» 2/2023

Eine Illustration zeigt eine Steckdose mit einem Play-Button, um auszudrücken, dass man heute via Festnetz auch fernsieht.

«Das Festnetztelefon mit Hörer und Tastatur, das in Büros, Wohnzimmern und Telefonkabinen lange Zeit omnipräsent war, wurde in den letzten Jahren immer mehr durch kabellose Geräte wie Smartphones und Tablets abgelöst. Wird der Festnetzanschluss demnächst also komplett aussterben? Christian Grasser, Geschäftsführer des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation (ASUT), verneint: «Ohne kabelgebundene Kommunikationsnetze wären der heutige Datenaustausch und ein leistungsstarkes Internet nicht möglich.» Jede Mobilfunkantenne und jeder Wi-Fi-Router seien an ein Datenkabel angeschlossen. «War früher das Festnetz lediglich zum Telefonieren da, so sind die heutigen Netze die Datenautobahn schlechthin: Telefongespräche, E-Mails, TV oder Video-Calls jagen als kleine Datenpakete verpackt über drahtlose und kabelgebundene Netze», sagt Grasser.


Grasser betont denn auch, dass Mobilfunk- und Festnetze sich ergänzten. «Mobilfunknetze sind ortsunabhängig und flexibel, die übertragbare Datenmenge ist jedoch begrenzt.» Hier komme die Stärke der Festnetztechnologie zum Tragen. Grasser: «Glasfaserkabel können riesige Datenmengen übertragen.» Der Festnetzanschluss bleibt also ein wichtiger Bestandteil der Kommunikationsinfrastruktur von Unternehmen und Haushalten – das Festnetztelefon wird aber seltener.
 

Christian Grasser

Christian Grasser (57) ist Geschäfts­führer des Schweizerischen Verbands der Telekommunikation (ASUT). Zuvor war er für Swisscom und Orange Communications tätig. 

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