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«Langfristiger Erfolg entsteht nicht durch kurzfristige Reaktionen»

Im Team Systematic Strategies der Zürcher Kantonalbank entstehen systematische Investmentlösungen an der Schnittstelle von Forschung, Technologie und Praxis. Dabei geht es nicht nur darum, was technisch möglich ist, sondern darum, wie neue Möglichkeiten sinnvoll eingesetzt werden, um langfristigen Mehrwert zu schaffen.

Text: Mirjam Arn / Bilder: Oscar Feller

Gianluca De Nard (links im Bild) im Gespräch mit seinem Team.

Die Rahmenbedingungen im Investment Management verändern sich derzeit auf mehreren Ebenen: Datenmengen wachsen, Märkte werden komplexer und Technologien wie künstliche Intelligenz und Machine Learning entwickeln sich rasant weiter. Gleichzeitig gewinnt die Verbindung von wissenschaftlichen Methoden und praktischer Anwendung zunehmend an Bedeutung. Doch mehr Informationen und neue Technologien führen nicht automatisch zu besseren Lösungen. Entscheidend ist, wie Erkenntnisse eingeordnet, Modelle kritisch hinterfragt und neue Ansätze verantwortungsvoll in robuste Entscheidungsprozesse überführt werden.

Innovativerer: Neue Wege denken

Im Bereich Systematic Strategies entstehen daraus neue Möglichkeiten, um Informationen strukturierter auszuwerten und Investmentprozesse kontinuierlich weiterzuentwickeln. «Wir haben heute deutlich mehr Daten als früher», sagt Dr. Gianluca De Nard, Leiter Systematic Strategies. «Entscheidend ist aber nicht die Menge, sondern wie sie genutzt werden.» Technologien wie Machine Learning können dabei helfen, Muster in grossen Informationsmengen zu erkennen, die mit klassischen Methoden kaum sichtbar wären. So können neben traditionellen Marktdaten auch weitere Informationen berücksichtigt werden, um zusätzliche Erkenntnisse für den Investmentprozess zu gewinnen.

Ein Beispiel: Früher wurden Anlageentscheidungen oft auf Basis weniger Kennzahlen getroffen, wie etwa der Kursentwicklung einer Aktie oder den Finanzzahlen eines Unternehmens. Heute können durch moderne Datenanalysen deutlich mehr Informationen wie Markttrends und Unternehmensdaten gleichzeitig berücksichtigt werden. Diese zusätzlichen Perspektiven helfen dabei, Zusammenhänge besser zu verstehen und Investmentprozesse strukturierter weiterzuentwickeln.

Doch Innovation bedeutet nicht, Technologie um ihrer selbst willen einzusetzen. «Innovation beginnt mit Neugier und endet mit Verantwortung», ist De Nard überzeugt. Neue Technologien entfalten ihren Wert erst dann, wenn sie verstanden, kritisch geprüft und sinnvoll in die tägliche Arbeit integriert werden.

Ambitionierterer: Verantwortung übernehmen, gemeinsam Grosses bewirken

Mehr Informationen und leistungsfähigere Technologien führen nicht automatisch zu besseren Investmententscheidungen. Der entscheidende Faktor bleibt der Mensch: Modelle müssen hinterfragt, Resultate eingeordnet und Zusammenhänge verstanden werden. «KI ist leistungsfähig, aber keine Wundermaschine. Sie ist ein Werkzeug mit klaren Grenzen.», betont Gianluca De Nard. Ein Algorithmus kann Muster erkennen, die in historischen Daten sichtbar werden. Er kann jedoch nicht eigenständig beurteilen, wie aussergewöhnliche Ereignisse oder Marktsituationen einzuordnen sind. Dafür braucht es Erfahrung, kritisches Denken und Urteilskraft.

Der Mehrwert entsteht deshalb durch den kontrollierten und reflektierten Einsatz neuer Technologien. Nicht die Technologie allein bestimmt die Qualität von Lösungen, sondern die Menschen, die sie verstehen, hinterfragen und verantwortungsvoll einsetzen.

Forschung trifft Praxis

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit im Bereich Systematic Strategies ist die enge Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und praktischer Umsetzung. Neue Ideen entstehen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen, werden weiterentwickelt und unter realen Bedingungen geprüft, bevor sie in die Praxis einfliessen. «Mich begeistert der Moment, wenn aus einer wissenschaftlichen Idee eine Lösung entsteht, sie sich in der Praxis bewährt und unseren Kundinnen und Kunden einen echten Mehrwert bietet», sagt De Nard. Dieser Prozess ist bewusst selektiv. Viele Ansätze werden verworfen, bevor sie überhaupt eingesetzt werden. «Entscheidend ist nicht, möglichst viel zu verändern, sondern die richtigen Dinge weiterzuentwickeln», so De Nard weiter.

Die Zukunft des Investierens gemeinsam gestalten

Wie sich das Investment Management in den kommenden Jahren entwickelt, ist offen. Klar ist jedoch: Daten werden wichtiger, Prozesse effizienter und Technologien leistungsfähiger. Umso wichtiger bleibt die Fähigkeit, Entwicklungen richtig einzuordnen und verantwortungsvoll einzusetzen. Die Zukunft des Investierens wird nicht durch einzelne Technologien bestimmt. Sie entsteht durch Teams, die Entwicklungen verstehen, neue Möglichkeiten nutzen und gemeinsam Lösungen schaffen, die langfristig Wirkung entfalten.

So leben wir «Innovativerer» und «Ambitionierterer» im Alltag.

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