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Zwischen Lehre und Eis: Ein Finale, zwei Wege

Während die Eishockey-Elite an Events wie der Weltmeisterschaft die grosse Bühne des Sports prägt, treffen im Schweizer Nachwuchs zwei Welten aufeinander: Leistungssport und berufliche Grundbildung. Leon Epli und Silvan Zollinger verbinden bei der Zürcher Kantonalbank beides – und werden letztlich im U18-Playoff-Finale zu Gegnern.

Text: Mirjam Arn / Bilder: zVg

Leon Epli, 3. Lehrjahr, und Silvan Zollinger, 1. Lehrjahr (Bild: Teuta Mamudi).

Im U18-Playoff-Finale der Schweizer Eishockey-Nachwuchsliga standen sich vor wenigen Monaten mit Leon Epli und Silvan Zollinger zwei Lernende der Zürcher Kantonalbank gegenüber. Am Ende holte Leon Epli mit seinem Team ZSC Lions den Schweizermeistertitel, Silvan Zollinger, der für Kloten spielt, wurde Vize-Schweizermeister. Ein Resultat, das trennt – und gleichzeitig verbindet. Denn beide teilen denselben Alltag: eine Lehre bei der Zürcher Kantonalbank und Leistungssport auf hohem Niveau. 

Zwischen Büro und Eisfeld

Der Alltag der beiden ist geprägt von hohen Anforderungen auf zwei Seiten. Neben der Ausbildung im Unternehmen und der schulischen Ausbildung stehen regelmässige Trainingseinheiten, Spiele und Reisen auf dem Programm. Der Rahmen, in dem sie sich bewegen, ist anspruchsvoll – und gleichzeitig klar strukturiert. Genau diese Kombination aus Organisation, Disziplin und Verlässlichkeit ermöglicht es, beide Wege parallel zu verfolgen.

Während der Playoffs verdichtete sich dieser Alltag zusätzlich. Für Leon, der im dritten Lehrjahr ist, kamen zu den Spielen gleichzeitig Abschlussprüfungen und Lernphasen hinzu. «Rückblickend weiss ich manchmal selbst nicht mehr genau, wie ich alles unter einen Hut gebracht habe», sagt er. Auch Silvan, Lernender im ersten Lehrjahr, beschreibt einen eng getakteten Alltag: «Ich stehe morgens auf, gehe arbeiten und danach direkt ins Training. Unter der Woche bin ich praktisch nie zu Hause.» Beide betonen, dass gerade in Phasen hoher Belastung Struktur und Planung wichtig seien. «Training, Arbeit und Erholung müssen zusammenpassen. Das funktioniert nur, wenn man wirklich konsequent dranbleibt», ist Leon überzeugt. 

Wenn sich Wege kreuzen

Dass sich die beiden im Finale gegenüberstanden, war eine besondere Konstellation – weniger wegen der persönlichen Nähe, sondern aufgrund des geteilten Umfelds. Über das Nachwuchseishockey und die ZKB wussten beide voneinander, persönlich kannten sie sich jedoch kaum.

Besonders in Erinnerung geblieben ist Leon die Atmosphäre während der Finalserie: «Ich hatte zuvor noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt. Die Stimmung war grandios». Auch Silvan blickt auf eine intensive Serie zurück: «Die Serie war extrem knapp, mit mehreren Verlängerungen. Im entscheidenden Spiel haben wir am Schluss noch den Ausgleich erzielt – und dann entscheidet ein einziger Schuss in der Verlängerung.» Trotz der Rivalität bleibt der gegenseitige Respekt spürbar. Beide wissen, wie viel hinter der Kombination aus Ausbildung und Spitzensport steckt.

Druck, Fokus und Verantwortung

Die grösste Herausforderung liegt für beide weniger in der körperlichen Belastung als im ständigen Wechsel zwischen den Bereichen. «Man muss lernen, die verschiedenen Welten zu trennen», sagt Leon. «Rückschläge im Sport dürfen sich nicht auf die Arbeit auswirken – und strenge Phasen im Job dürfen das Spiel nicht beeinträchtigen.» Mit der Zeit habe er gelernt, fokussierter mit Druck umzugehen und Prioritäten klar zu setzen.

Auch Silvan beschreibt den Anspruch, konstant Leistung zu bringen: «Es gibt Tage, an denen man weder bei der Arbeit noch im Sport wirklich Lust hat. Trotzdem muss man überall 100 Prozent geben.» Gerade aber dieser Weg hat ihn persönlich geprägt: «Ich hätte auch den einfacheren Weg über eine Sportschule wählen können. Aber die Lehre bei der ZKB hat mir geholfen, schneller zu reifen und erwachsen zu werden.»

Leon Epli (rechts im Bild): Jubel nach einem Tor.

Was Sport und Beruf verbindet

Viele Fähigkeiten aus dem Leistungssport helfen beiden auch im Berufsalltag: Disziplin, Struktur und Kommunikation. «Wenn etwas nicht läuft, jammere ich nicht, sondern setze Feedback direkt um», sagt Leon. Silvan ergänzt: «Im Teamsport lernt man, gut zu kommunizieren und mit Menschen umzugehen.» Auch umgekehrt wirkt der Berufsalltag zurück in den Sport – durch Erfahrung, Perspektiven und Verantwortung.

Ein System, das beides möglich macht

Das Programm «Lehre+ Sport» der Zürcher Kantonalbank bildet den Rahmen für diesen Doppelweg. Es ermöglicht Lernenden, Ausbildung und Leistungssport parallel zu gestalten – durch abgestimmte Planung zwischen Betrieb, Schule und Sportorganisationen.

Im Alltag zeigt sich diese Unterstützung konkret: «Wenn ich Training oder ein Spiel hatte, konnte ich früher Schluss machen bei der Arbeit. Das war gut organisiert und wurde im Team akzeptiert», sagt Silvan. Auch Leon hebt die Unterstützung hervor: «Es wurden immer Lösungen gefunden, damit alles funktioniert.»

Mehr zum Programm Lehre +Sport

Unser 2022 ins Leben gerufene Programm «Lehre +Sport» bietet jungen Sporttalenten die Möglichkeit, berufliche Ausbildung und Leistungssport erfolgreich zu verbinden. Flexible Arbeitszeiten, individuell angepasste Unterstützung und zusätzliche Leistungen schaffen ideale Rahmenbedingungen. Das bedeutet, während der Lehrzeit gewähren wir flexible Arbeitszeiten, damit regelmässige Trainingseinheiten möglich bleiben. Zusätzlich fördern wir Sprachaufenthalte in Sprachen, die für die Lehrabschlussprüfung (Qualifikationsverfahren, QV) relevant sind und ermöglichen den Lernenden an Trainingslagern oder Meisterschaftsspielen teilzunehmen.

Die zur Verfügung gestellten Stunden passen wir individuell an Sportart, Wohn-, Einsatz- und Trainingsort an. Unsere Lernenden «Lehre +Sport» erhalten die gleiche hochwertige Betreuung wie alle unsere Lernenden: Sie werden von Praxisausbildenden und Mentorinnen oder Mentoren unterstützt. Die Aufnahme ins Programm basiert auf den nationalen Standards von Swiss Olympics und dem Bundesamt für Sport. Voraussetzung ist eine Swiss Olympic Talent-Card oder ein Vereins-Leistungsnachweis.

Mit über 400 Auszubildenden bei mehr als 6'600 Mitarbeitenden setzt die Zürcher Kantonalbank ein starkes Zeichen für die Nachwuchsförderung. Aktuell nutzen bereits über 20 Lernende und Praktikanten das einzigartige Sprungbrett in die Sportwelt. Gleichzeitig stärken wir den Breitensport in seiner ganzen Vielfalt und fördern Gesundheit sowie Persönlichkeit und Belastungsfähigkeit der Teilnehmenden.

Blick nach vorne

Das Finale war ein sportlicher Höhepunkt – intensiv, eng und emotional. Entscheidend bleibt jedoch der Weg dorthin und darüber hinaus. Für beide zeigt sich Entwicklung nicht nur im Spiel, sondern im Alltag dazwischen: im ständigen Wechsel zwischen Leistungssport, Ausbildung und Verantwortung.

«Mich motiviert der Gedanke, irgendwann zurückzuschauen und stolz auf das Erreichte zu sein», sagt Leon. «Diese drei Lehrjahre durchzuziehen und bald den Lehrabschluss zu schaffen, gibt mir viel Energie.» Auch Silvan blickt konsequent nach vorne: «Wenn man einmal angefangen hat, möchte man es auch durchziehen. Die Lehre und der Sport haben mich geprägt. Ich bin gespannt, wie weit mich dieser Weg noch bringt.»

So bleibt das Finale ein Moment auf dem Eis – jedoch eingebettet in einen Alltag, der weit mehr ist als ein Einzelereignis. 

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