Was Erfolg am Ende ausmacht

Regina Kleeb, Leiterin Produktmanagement Anlagen- und Vorsorgegeschäft, ist gern auf dem Uetliberg, dem Zürcher Hausberg, unterwegs. In der Natur kann sie abschalten – doch lässt sie sich dort auch für ihren Berufsalltag inspirieren. Inwiefern genau, darüber berichtet sie hier.

Text: Ina Gammerdinger / Bilder: Geri Krischker

Regina Kleeb im Wald
Der Mensch gilt nicht nur als Erfolgsfaktor bei der Zürcher Kantonalbank, sondern er wird geschätzt. Gemeinsam verfolgen wir unsere Ziele.

Eine Wanderung auf den Uetliberg, es ist kalt und neblig an jenem Tag, der Weg aufgeweicht. Doch Regina Kleeb achtet nicht darauf, vielmehr spricht sie begeistert von ihrer Rolle als Leiterin Produktmanagement Anlagen- und Vorsorgegeschäft und erklärt, was Orientierung gibt – selbst wenn die Sicht einmal nicht klar ist.

Was macht für Sie Erfolg aus?

Als ich 2013 den Bereich «Produktmanagement Anlage- und Vorsorgegeschäft» übernommen habe, standen viele Anforderungen und Veränderungen an. Einige Aufgaben waren mit vielen Fragezeichen versehen. Unbekanntes anzupacken reizt mich generell, weil hier der Gestaltungsspielraum oftmals gross ist. In so einer Situation ist dann besonders wichtig: Nicht aufgeben, sondern erklären, überzeugen, dranbleiben. Das macht Erfolg am Ende aus.

Ein Bild von Regina Kleeb
Regina Kleeb, Leiterin Produktmanagement Anlagen- und Vorsorgegeschäft: «Wir tragen Verantwortung für die Mitarbeitenden.»

Mein Team und ich sind hartnäckig geblieben. Wir haben unsere Ziele skizziert, im Wissen, dass wir beweglich mit ihnen umgehen. Wir wussten stets, wo wir hinwollten – und konnten deshalb unsere Stakeholder für unsere Ideen begeistern und mitnehmen, sie zu unseren Fahnenträgern machen. Ganz grundsätzlich gilt, dass wir nicht gleich den Weg oder sogar die Richtung wechseln müssen, wenn es einmal Gegenwind gibt. Heute sind wir intern ein strategischer Partner im Anlage- und Vorsorgegeschäft. Unsere Kolleginnen und Kollegen erkennen an, dass wir Lösungen finden, kompetent, kreativ und motiviert sind – wir bewegen etwas.

Auf was sind Sie besonders stolz?

Ganz eindeutig auf mein Team. Eine Führungskraft ist nur dann erfolgreich, wenn das Team die zentrale Rolle spielt.

Bei der Zürcher Kantonalbank wird der Mensch nicht nur als Erfolgsfaktor betrachtet, sondern er wird geschätzt. Hier wird Verantwortung für die Mitarbeitenden getragen. Ich habe in anderen Unternehmen gearbeitet, deshalb traue ich mir das Urteil zu: Wie wir miteinander und mit unseren Leuten umgehen, das ist aussergewöhnlich.

Zur Entwicklung, auch einer guten Teamkultur, nutzen wir die von der Bank bereitgestellten Entwicklungs- und Führungsprogramme intensiv. Jeder Mitarbeitende hat seinen persönlichen Plan. Und selbstverständlich feiern wir auch unsere Erfolge. Und davon gibt es einige. Wir haben Anlagelösungen geschaffen, die im Konkurrenzvergleich bestens abschneiden und sind im Vorsorgegeschäft hervorragend positioniert. Wir haben stetig automatisiert, digitalisiert und schliesslich mit frankly ein erstes – ausschliesslich digitales – Angebot geschaffen. Um den Bogen zu schliessen: Das haben wir nur erreicht, weil mein Team und ich stets alle gemeinsam am gleichen Strang gezogen haben. Ich finde es toll, mit welcher Selbstsicherheit und Fachkompetenz mein Team und ich gemeinsam optimistisch in die Zukunft schauen können.

Wie behalten Sie den Überblick?

Wir leben in einer komplexen, regulierten Welt. Unser Durchhaltevermögen wird immer wieder auf die Probe gestellt. Alle sollten Neugierde und Mut haben, Neues zu lernen und sich auf Unbekanntes – mit einer gesunden Portion Gelassenheit und Humor – einzulassen. Dabei ist es auch wichtig, auf das eigene Energielevel zu schauen. Uns gelingt das, weil wir im Wesentlichen unsere Ziele kennen – wir wissen am Ende doch immer, wo der Uetliberg ist, auch wenn er mal im Nebel wie verschwunden scheint.

Warum sind wir ausgerechnet auf dem Uetliberg unterwegs?

Ich liebe die Natur, den Wald. Ob mit dem Bike oder zu Fuss – ich tanke gern und oft in der Natur auf. Hier kommen einem immer neue Gedanken. Übrigens: Wer bei uns einen Stage macht, der begibt sich automatisch auf eine Wanderung. Wir nennen das Programm «Uetliberg Wanderung». Kurz erklärt geht es darum, dass der Uetliberg für unsere Rolle innerhalb der Bank steht. Wir verstehen uns im Produktmanagement sinnbildlich als Wanderführer, der möglichst umsichtig, professionell und mit hohem Wissen sicherstellt, dass wir alle gemeinsam auf Zielkurs bleiben, die Chancen und Risiken im Auge behalten und gemeinsam das Maximale erreichen.

Was beschäftigt Sie gerade am meisten?

Der Fachkräftemangel. Wir haben Bedarf an Teamplayern, die gerne gemeinsam vorankommen wollen. Wir suchen engagierte Leute für komplexe Aufgaben und erfahrene Produktmanager sowie Business Engineers mit teils spezifischem Know-how. Es ist herausfordernd, diese Stellen zu besetzen. Obwohl die Jobs doch so spannend sind.

Wünschen Sie sich mehr Kolleginnen?

Auf jeden Fall. Ich erlebe tagtäglich, dass ausgewogene Teams einen Mehrwert bringen.

Gibt es einen Tipp für Frauen am Beginn der Karriere?

Frauen sollten sich selbstbewusst auf Neues einlassen und neben Risiken unbedingt auch die Chancen sehen; nicht alles lässt sich perspektivisch abwägen – und aus Fehlern lässt sich lernen. Frauen sollen sich nicht anpassen, abwarten, sondern sich stark positionieren. Ich sehe heute bereits viele top ausgebildete Kolleginnen, die mit ihren Fähigkeiten beste Chancen haben und bin sehr zuversichtlich, dass sich die angesprochene Ausgewogenheit in naher Zukunft mehr und mehr ergeben wird. Persönlich setze ich auf meine Stärken und meine Leistungsfähigkeit und stelle fest, dass diese ungeachtet der Gender-Frage akzeptiert und geachtet wird.

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