Das Zusammenspiel von Produkt und Kapital: Was hinter Vendorleasing steckt
Heutzutage reicht der reine Verkauf von Maschinen, Fahrzeugen oder Hardware oft nicht mehr aus. Als Bank sehen wir täglich, wie durchdachte Finanzierungsmodelle zum Wettbewerbsvorteil werden. Ein besonders wirkungsvolles Instrument dabei ist das Vendorleasing.
Text: Simone Wyder
Was ist Vendorleasing?
Beim Vendorleasing, auch Vertriebsleasing genannt, gehen Hersteller oder Händler – die sogenannten Vendoren – eine Partnerschaft mit einer Leasinggesellschaft oder Bank ein. Das Ziel: Kundinnen und Kunden direkt am Verkaufsort nicht nur das Produkt, sondern auch die passende Finanzierung anzubieten. Die Bank tritt dabei als Käuferin des Objekts auf. Sie erwirbt das Objekt und überlässt es den Kundinnen und Kunden gegen eine monatliche Leasingrate.
Welche Branchen setzen besonders auf Vendorleasing?
Dieses Modell hat sich in Branchen etabliert, in denen hohe Anschaffungskosten auf kurze Innovationszyklen oder hohe Investitionskosten treffen. Typische Industrien sind:
- Medizintechnik: etwa MRT-Geräte, Operations- oder Laborsysteme
- Land- und Forstwirtschaft: Traktoren, Harvester, Melkroboter und diverse Erntemaschinen
- Transport und Logistik: Nutzfahrzeuge, Flottenlösungen für Elektro-LKW oder Stapler
- IT und Telekommunikation: Server-Infrastrukturen, Netzwerktechnik und Hardware
- Maschinen- und Anlagenbau: Produktionsstrassen, CNC-Anlagen und Robotik
Die Zürcher Kantonalbank als Leasinggeberin fördert die Transformation zu nachhaltigen Technologien mit speziellen Umweltleasing-Modellen.
Vorteile von Vendorleasing für KMU
Für Unternehmen, die investieren möchten, verschiebt sich der Fokus vom Eigentum zur Nutzung. Das bringt verschiedene Vorteile:
- Pay-as-you-earn: Die Leasingraten fallen erst dann an, wenn das Objekt bereits im Einsatz ist und idealerweise Erträge erwirtschaftet. Die Investition finanziert sich so weitgehend aus den laufenden Einnahmen.
- Mehr Spielraum in der Bilanz: Die Leasingraten werden in vielen Fällen als Betriebsaufwände verbucht. Das kann die Eigenkapitalquote und die Bilanzkennzahlen positiv beeinflussen und schafft zusätzliche Flexibilität bei künftigen Finanzierungsentscheiden im Unternehmen.
- Technologische Aktualität: Durch klar definierte Laufzeiten und die Möglichkeit von Anschlusslösungen können Unternehmen ihre Anlagen regelmässig erneuern oder aufrüsten – ein Vorteil in Märkten mit kurzen Innovationszyklen.
Mehr Umsatz durch Finanzierung: Vorteile für Hersteller und Händler
Für Vendoren ist Leasing weit mehr als ein Zusatzangebot – es ist ein wirkungsvolles Vertriebsinstrument, das den Verkaufsprozess verkürzen kann:
- Höhere Abschlussquoten: Ein Preis von CHF 500'000 für ein Investitionsgut kann abschrecken. Eine monatliche Rate von CHF 8'500 passt hingegen oft besser in das laufende Budget der Kundschaft.
- Sofortige Liquidität: Während die Leasingnehmerin bzw. der Leasingnehmer in Raten zahlt, erhält der Vendor den vollen Kaufpreis direkt von der Bank. Das stärkt den eigenen Cashflow und reduziert das Zahlungsausfallrisiko.
Fazit: Eine Partnerschaft, von der alle profitieren
Dank Vendorleasing können Händler und Hersteller nicht nur ein Produkt anbieten, sondern auch gleich die passende Finanzierungslösung offerieren. Die Kundschaft bleibt liquide und technisch auf dem aktuellen Stand, Vendoren steigern ihren Absatz bei reduziertem Risiko, und die Zürcher Kantonalbank sorgt als Finanzierungspartnerin für das stabile Fundament. Wer heute nur verkauft, vergibt Potenzial – beim Umsatz und in der Kundenbeziehung.
Leasing-Partnerportal der ZKB
Händler und Hersteller können ein Leasinggeschäft direkt mit ihren Kundinnen und Kunden am Gesprächstisch über das benutzerfreundliche ZKB Partnerportal abschliessen. Bei einer Vielzahl der Anträge erfolgt der Prozess automatisiert: von der Partnereröffnung über den Kreditantrag bis hin zur Vertragserstellung. So bleibt für Vendoren mehr Zeit für das, was wirklich zählt: ihre Kundinnen und Kunden.