Zum Hauptinhalt springen

Technologiefonds: Finanzierung für innovative Technologien

Innovative Technologien sind entscheidend für eine klimafreundliche Wirtschaft. Doch junge Unternehmen stehen oft vor Finanzierungs­hürden. Hier setzt der Technologiefonds des Bundes an: Er verbürgt Darlehen für Projekte, die Treibhausgase reduzieren. Ein Beispiel ist das Zürcher Start-up Oxygen at Work, das mit Begrünungstechnologie Raumklima und Energieeffizienz verbessert. Für Banken wie die Zürcher Kantonalbank eröffnet dies die Möglichkeit, solche Innovationen früh zu fördern.

Text: Pedro Mor

Pflanzen im Kundenbereich der ZKB Filiale Kloten: Lösungen des Schweizer Unternehmens Oxygen at Work verbinden natürliche Begrünung mit technologischer Steuerung des Raumklimas. (Bild: Zürcher Kantonalbank)

Finanzierungslücken bei innovativen Technologien

Viele technologiegetriebene Start-ups benötigen erhebliche Investitionen, bevor ihre Lösungen marktreif sind oder sich nachhaltig im Markt etablieren können. Gerade im Climate-Tech-Bereich sind Projekte häufig kapitalintensiv – etwa wenn Pilotanlagen aufgebaut oder Produktionsprozesse skaliert werden müssen.

Gleichzeitig stehen junge Unternehmen häufig vor einer klassischen Finanzierungslücke: Sie sind teilweise bereits zu weit entwickelt für reine Eigenkapitalfinanzierungen, verfügen jedoch oft noch nicht über die Stabilität, Cashflows oder Sicherheiten, die für traditionelle Bankkredite erforderlich sind.

«Viele innovative Start-ups befinden sich über längere Zeit in einer Entwicklungs- oder Skalierungsphase, bevor nachhaltige Umsätze entstehen. Das erschwert klassische Bankfinanzierungen», sagt Laura Müller, Firmenkundenbetreuerin im Start-up Desk Markt Schweiz der Zürcher Kantonalbank.

Bürgschaften als Brücke zur Finanzierung

Der Technologiefonds des Bundes wurde geschaffen, um genau diese Finanzierungslücke zu überbrücken. Er verbürgt Darlehen von Banken an Unternehmen, deren Technologien einen messbaren Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten.

Für Banken reduziert eine solche Bürgschaft das Kreditrisiko – und ermöglicht damit Finanzierungen, die ansonsten schwer realisierbar wären.

«Durch die Bürgschaft des Bundes wird ein Teil des Kreditrisikos der Bank abgesichert. Dadurch können Banken Projekte mitfinanzieren, die in einem so frühen Stadium nicht mit klassischem Fremdkapital finanzierbar wären», erklärt Müller.

Für die Zürcher Kantonalbank schafft dies die Möglichkeit, vielversprechende Technologien bereits früh in ihrer Entwicklung zu begleiten und deren Wachstum zu unterstützen. Gleichzeitig trägt der Technologiefonds dazu bei, klimarelevante Innovationen gezielt zu fördern.

Zusammenarbeit stärkt den Innovationsstandort

Die Finanzierung innovativer Technologien gelingt häufig nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure – von Start-ups über Banken bis hin zu öffentlichen Förderinstrumenten.

«Kooperationen zwischen öffentlichen Instrumenten wie dem Technologiefonds, Banken und innovativen Start-ups sind entscheidend für ein funktionierendes Innovationsökosystem», sagt Müller.

Solche Partnerschaften helfen, neue Technologien schneller in den Markt zu bringen und deren Skalierung zu ermöglichen. Gerade für die Schweiz als innovationsstarken Standort ist der Zugang zu passenden Finanzierungslösungen ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Innovation in der Praxis: Pflanzen, Daten und Raumklima

Wer die ZKB-Filiale Kloten betritt, sieht auf den ersten Blick eine moderne Kundenumgebung – auf den zweiten jedoch ein Begrünungskonzept, das weit über Gestaltung hinausgeht. Die grossformatigen Pflanzeninstallationen prägen nicht nur den Raum, sondern sind Teil eines technologischen Ansatzes zur Verbesserung von Luftqualität und Energieeffizienz in Gebäuden.

Entwickelt wurden diese Lösungen vom Schweizer Unternehmen Oxygen at Work. Das Unternehmen verbindet Natur mit Technologie und macht die Vorteile von Pflanzen für Innenräume messbar. Im Fokus stehen insbesondere Bürogebäude, in denen Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Wohlbefinden eine zentrale Rolle spielen.

Natur trifft Technologie

«Wir kombinieren Natur mit Technologie und machen die Vorteile von Pflanzen für Innenräume messbar», sagt Rémy Graf, CMO von Oxygen at Work.

Viele Innenräume leiden unter erhöhter CO₂-Belastung, trockener Luft oder Schadstoffen. Gleichzeitig fehlt häufig Transparenz darüber, wie sich das Raumklima tatsächlich entwickelt. Oxygen at Work setzt hier mit einem datenbasierten Ansatz an: Sensoren und Software visualisieren den Effekt der Pflanzen im Raum.

Die Pflanzen übernehmen dabei Funktionen, die sonst oft mechanische Systeme erfüllen: Sie absorbieren CO₂, geben Feuchtigkeit an die Luft ab und können Schadstoffe wie flüchtige organische Verbindungen (VOCs) filtern. «Eine Palme gibt beispielsweise bis zu 90 Prozent des Giesswassers – rund 4,5 Liter pro Monat – an die Luft ab. Das entlastet die mechanische Befeuchtung besonders in der Heizperiode deutlich», erklärt Rémy Graf.

Die Lösungen von Oxygen at Work kommen unter anderem in Bürogebäuden, öffentlichen Einrichtungen und Bankenfilialen (wie hier in der ZKB Filiale Kloten) zum Einsatz. (Bild: Zürcher Kantonalbank)

Vom Dienstleister zum Tech-Unternehmen

Für junge Technologieunternehmen wie Oxygen at Work ist die Finanzierung solcher Innovationen jedoch häufig eine Herausforderung – insbesondere in der Phase zwischen Entwicklung, Markteintritt und Skalierung. Hier spielte der Technologiefonds des Bundes für das Unternehmen eine wichtige Rolle.

«Die Finanzierung war der entscheidende Hebel für unsere Transformation vom Dienstleister zum Tech-Unternehmen», sagt Manuel Winter, CEO von Oxygen at Work. «Sie ermöglichte Investitionen in unsere Software, was die Marktdifferenzierung und die operative Skalierung erst möglich gemacht hat.»

Auch die Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank beschreibt das Unternehmen positiv: «Wir erleben die ZKB als Partnerin auf Augenhöhe, die die Dynamik von Start-ups versteht. Die Kommunikation ist direkt, ehrlich und lösungsorientiert», so Winter.

Heute investiert Oxygen at Work weiter in seine Technologie und expandiert in neue Märkte – unter anderem in die Romandie sowie in die deutschen Metropolen München und Frankfurt. Das Beispiel zeigt, wie innovative Technologien konkrete Beiträge zu gesünderen und nachhaltigeren Arbeitsumgebungen leisten können – und wie passende Finanzierungslösungen deren Entwicklung beschleunigen.

Finanzierung frühzeitig planen

Für innovative Unternehmen lohnt es sich, frühzeitig unterschiedliche Finanzierungsinstrumente zu prüfen – von Eigenkapital über Förderprogramme bis zu Bürgschaften.

«Unternehmen empfehlen wir, sich frühzeitig mit ihrer Finanzierungsstrategie auseinanderzusetzen und verschiedene Instrumente zu prüfen», sagt Müller.

Entscheidend seien dabei ein überzeugendes Geschäftsmodell, ein klarer Entwicklungsplan und Transparenz gegenüber Finanzierungspartnern. Ebenso könne sich der frühzeitige Austausch mit einer Bank lohnen: So lassen sich Themen wie Kapitalbedarf, Skalierungsschritte oder mögliche Förderinstrumente frühzeitig klären.

Der Technologiefonds des Bundes

Der Technologiefonds ist ein Förderinstrument des Bundes zur Unterstützung innovativer Unternehmen im Klima- und Energiebereich.

Ziel des Fonds

  • Förderung von Technologien, die zur Reduktion von Treibhausgasen beitragen

Funktionsweise

  • Der Fonds verbürgt Darlehen von Banken an innovative Unternehmen
  • Dadurch wird ein Teil des Kreditrisikos abgesichert

Finanzierungsrahmen

  • Bürgschaften für Darlehen von bis zu CHF 3 Millionen pro Unternehmen

Nutzen für Unternehmen

  • Erleichterter Zugang zu Fremdkapital in frühen Entwicklungs- oder Wachstumsphasen
  • Unterstützung bei der Markteinführung und Skalierung innovativer Technologien

Mehr Informationen