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Für alle da

Als Universalbank versorgt die Zürcher Kantonalbank Private und Firmen mit vielfältigsten Leistungen – vom Alltagsbanking bis zum Asset Management. Im Interesse ihrer Kundschaft, aber auch des Kantons Zürich: Die breite Diversifikation ihrer Erlöse macht die ZKB robuster gegen Ertragsschwankungen in einzelnen Geschäftsfeldern. Deshalb treibt die ZKB sie stetig voran.

Text: Simona Stalder und Rahel Perrot / Illustrationen: Igor Bastidas | aus dem Magazin «ZH» 2/2025

Illustration Menschen

Eine Bank für alle: Die Gründung der Zürcher Kantonalbank war die Antwort auf ein drängendes Bedürfnis jener Zeit. «Kleine und mittlere Unternehmen, Gewerbetreibende und Bauern hatten kaum Zugang zu Bankdienstleistungen. Diese Lücke sollte die ZKB schliessen», sagt Dr. Jörg Müller-Ganz, Präsident des Bankrats der Zürcher Kantonalbank. Seither hat sich Zürich von einem landwirtschaftlich geprägten Kanton zu einer der wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen der Welt entwickelt – und die ZKB zur zweitgrössten Universalbank der Schweiz. Müller-Ganz: «In einer partnerschaftlichen Beziehung haben sich der Kanton und seine Bank in ihrer Entwicklung stets gegenseitig gestärkt.»

Heute vereint der Kanton Zürich die unterschiedlichsten Menschen und Unternehmen: vom Angestellten bis zur Millionärin, vom Ein-Frau-Betrieb bis zum internationalen Konzern. Die Vielfalt der finanziellen Bedürfnisse ist gross. «Mit dem breit gefächerten Angebot einer Universalbank können wir unseren gesetzlich verankerten Leistungsauftrag – die Menschen und Unternehmen im Kanton Zürich mit Bankdienstleistungen zu versorgen – am besten erfüllen», sagt Urs Baumann, CEO der Zürcher Kantonalbank.

Die ZKB ist die einzige Universalbank unter den 24 Schweizer Kantonalbanken, welche für alle Kundensegmente sämtliche Dienstleistungen anbieten kann. Neben den klassischen Disziplinen Zahlen und Sparen sowie Finanzierungen erbringt sie auch Dienstleistungen in den Bereichen Anlagen und Vermögensverwaltung sowie Handel und Kapitalmarkt. Die ZKB beschäftigt im Kanton Zürich fast 6’300 Mitarbeitende in unterschiedlichsten, teilweise hoch spezialisierten Disziplinen. Als bedeutende Arbeitgeberin im Wirtschaftsraum Zürich konkurriert sie mit internationalen Finanzinstituten auf dem Schweizer Finanzplatz und mit führenden Technologieunternehmen um die besten Talente.

Alles aus einer Hand

Für die Kundinnen und Kunden der Zürcher Kantonalbank ist es von Vorteil, dass sie sämtliche Bankdienstleistungen aus einer Hand erhalten und von einer ganzheitlichen Betrachtung ihrer finanziellen Situation profitieren. Die Breite des Angebots ist jedoch auch im Interesse des Kantons Zürichs: Die Erlöse der ZKB speisen sich aus mehreren, sehr unterschiedlichen Geschäftsfeldern. Das macht die Bank robuster gegenüber marktbedingten Schwankungen in einzelnen Bereichen und trägt wesentlich zu ihrer finanziellen Stabilität bei. Als Träger haftet der Kanton Zürich mit der Staatsgarantie für die Verbindlichkeiten der Zürcher Kantonalbank, soweit deren eigene Mittel dafür nicht ausreichen (vorbehältlich nachrangiger Anleihen). Im Gegenzug partizipieren der Kanton und seine Gemeinden jedes Jahr am Erfolg der Bank – 2024 mit 562 Millionen Franken. Insgesamt konnte die ZKB den Kanton Zürich und die Zürcher Gemeinden in den letzten zehn Jahren mit über 4 Milliarden Franken beteiligen.

Der Kanton und seine Bank haben sich in ihrer Entwicklung stets gegenseitig gestärkt.

Dr. Jörg Müller-Ganz, Präsident des Bankrats der Zürcher Kantonalbank

Von Zürich in die Welt

Neben einem vielfältigen Angebot setzt die ZKB auch auf geografische Diversifikation. In ihrem Heimatmarkt Zürich erreicht sie bei Privaten und Unternehmen eine Marktdurchdringung von rund 50 Prozent. Ausgewählte Produkte wie das ZKB Banking für Alltagsgeschäfte oder die digitale Vorsorgelösung frankly bietet sie schweizweit an. So lassen sich Skaleneffekte erzielen und die Preise wettbewerbsfähig halten. Auch im Private Banking und für Grossfirmen ist sie von Zürich aus schweizweit tätig, im Firmenkundengeschäft wird sie damit ihrer volkswirtschaftlichen Verantwortung gerecht.

Ausserhalb der Schweiz konzentriert sich die ZKB auf ausgewählte Geschäftsfelder. Im Private Banking bedient sie von Zürich aus ausgewählte ausländische Kernmärkte, insbesondere Deutschland. Im Rahmen ihres Leistungsauftrags betreut sie Auslandschweizerinnen und -schweizer in bestimmten Ländern. Zum Asset Management gehört die Swisscanto Fondsleitung in Luxemburg, dem führenden Standort für Fonds in Europa. Über deren Vertriebsbüros in Frankfurt, Mailand und Madrid wird in anderen europäischen Ländern eine umfassende Palette an Fonds mit Domizil Luxemburg angeboten.

Auch das Firmenkundengeschäft hat Bezüge zum Ausland: «Ein breites Angebot an Zahlungs-und Leistungsversicherungsprodukten im Bereich Handels-und Exportfinanzierung ist entscheidend, damit unsere Schweizer Kunden ihre international ausgerichteten Geschäftstransaktionen sicher und erfolgreich durchführen können», sagt CEO Baumann. Zu diesem Zweck pflegt die ZKB Beziehungen zu Korrespondenzbanken in rund 100 Ländern. Mi¬arbeitende in den ZKB-Repräsentanzen in São Paulo, Peking, Mumbai und Singapur beobachten die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den von ihnen betreuten Regionen vor Ort.

Die breite Diversifikation von Angeboten und Märkten wird auch von den grossen Ratingagenturen, welche die Zürcher Kantonalbank mit AAA bzw. Aaa auszeichnen, positiv beurteilt. Auch ohne Staatsgarantie zählt die ZKB mit einem sehr guten Stand-alone-Rating zu den sichersten Banken weltweit.

Das Kerngeschäft der ZKB

Zahlen und Sparen

Knapp die Hälfte der Zürcherinnen und Zürcher führt ein Konto bei der Zürcher Kantonalbank. Im ZKB Banking sind Konten, Karten sowie verschiedene persönliche und digitale Leistungen kostenlos. Die «ZKB inklusiv»-Pakete umfassen zusätzliche Leistungen wie Kreditkarten.

Illustration Zahlen und Sparen

Finanzierungen

Mit Finanzierungen sind wir im Kanton Zürich führend. Bei Hypotheken legen wir grossen Wert auf Qualität. KMU versorgen wir zuverlässig mit Krediten – von der Unternehmensgründung bis zur Nachfolgeregelung. Schweizweit finanzieren wir grössere Unternehmen.

 

Illustration Finanzierung

Anlegen und Vorsorgen

Wir bieten eine Vielzahl an Produkten und Lösungen für die Verwaltung von Vermögen an – von der Beratung über das Investitionsmanagement bis zum Aktien-und Obligationen-Research. Ausserdem sind wir die zweigrösste Asset Managerin der Schweiz.

Illustration Anlegen und Vorsorgen

Handel und Kapitalmarkt

In der Schweiz zählen wir zu den führenden Anbieterinnen im Handelsgeschäft – also im Handel mit Wertpapieren und Devisen – sowie bei Fremd-und Eigenkapitalmarkt-Dienstleistungen. Wir handeln nur im Zusammenhang mit Kundenaufträgen.

Illustration Kapitalmarkt

Stetiger Austausch mit Kanton

«Geht es der Bank gut, geht es dem Kanton gut, und umgekehrt», bringt es Stefanie Huber auf den Punkt. Die GLP-Kantonsrätin präsidiert die Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) des Kantons Zürich. Die AWU überwacht unter anderem die Erfüllung des gesetzlichen Leistungsauftrags der Zürcher Kantonalbank. «Via Kantonsrat repräsentieren wir die Eigentümerschaft, also die Bürgerinnen und Bürger des Kantons sehr direkt», sagt Huber. Der Leistungsauftrag beinhaltet neben der Versorgung von Bevölkerung und Wirtschaft mit Bankdienstleistungen auch einen Beitrag zu Wirtschaftskraft und Lebensqualität im Kanton sowie die Förderung einer umweltverträglichen Entwicklung.

Als Steuerungs-und Aufsichtsorgan trifft sich die AWU mehrmals jährlich mit Vertreterinnen und Vertretern der ZKB, um aktuelle Themen zu besprechen. «Unsere Fragen werden von der ZKB stets umfassend beantwortet», sagt Huber. «Die Zusammenarbeit ist von Offenheit und Vertrauen geprägt.» Die AWU bereitet auch die Genehmigung der Jahresberichterstattung der ZKB zuhanden des Kantonsrats vor, indem sie Jahresrechnung, Geschäftsbericht und Nachhaltigkeitsbericht prüft. Huber: «Sämtliche Kapital-und Liquiditätskennzahlen der ZKB bewegen sich auf hohem Niveau und übertreffen die regulatorischen Vorgaben deutlich.» 

Unsere Geschäftspolitik ist auf Kontinuität, Sicherheit, Stabilität und Diversifikation ausgerichtet.

Urs Baumann, CEO Zürcher Kantonalbank

Strategie des qualitativen Wachstums

Die finanzielle Robustheit der ZKB ist das Resultat einer langen Reihe von sorgfältig getroffenen strategischen Entscheiden, für die die Basis in den 1990er-Jahren gelegt wurde. Die damalige Immobilienkrise hatte verdeutlicht, wie riskant eine zu grosse Abhängigkeit von einem einzelnen Geschäftsbereich sein kann. Damals stammten 80 Prozent der Erträge der Bank aus dem Zinsgeschäft, heute sind es noch rund 50 Prozent. Unter der Leitung des damaligen CEO Paul Hasenfratz wurde die Diversifikation des Geschäftsmodells angestossen (siehe Kurzinterview unten). Seine Nachfolger trieben sie konsequent voran und entwickelten sie weiter.

Zu den grossen Meilensteinen der Ertragsdiversifikation gehört etwa die Übernahme der Swisscanto Gruppe im Jahr 2014. Die ZKB zählt damit heute zu den grössten Asset Managern der Schweiz und verwaltet ein Kundenvermögen von über 300 Milliarden Schweizer Franken. Ein Fokus liegt auf nachhaltigen Anlagen und Vorsorgelösungen – ein Segment, das angesichts der demografischen Entwicklung und eines steigenden Umweltbewusstseins kontinuierlich wächst.

Auch heute setzt die ZKB die Diversifikationsstrategie konsequent fort: «Wir verfolgen eine auf Kontinuität, Sicherheit, Stabilität und Diversifikation ausgerichtete Geschäftspolitik. Dabei setzen wir auf verantwortungsvolles qualitatives Wachstum», sagt CEO Baumann. Im Zentrum stehen drei Stossrichtungen: Die erste fokussiert auf das Kerngeschäft im Wirtschaftsraum Zürich. Hier will die ZKB ihre Position in allen Kundensegmenten weiter ausbauen. Die zweite Stossrichtung zielt auf die Stärkung ihrer nationalen Position. Hier will sie ihren digitalen Angeboten – dem kostenlosen ZKB Banking und der Anlagelösung frankly – zu mehr Reichweite verhelfen und generell ihre Dienstleistungen für vermögende Privatkundinnen und -kunden, Grossunternehmen und institutionelle Kunden bekannter machen.

Die dritte Stossrichtung legt den Fokus auf internationale Chancen im Asset Management, im Private Banking und bei internationalen Finanzinstituten. Bankpräsident Müller-Ganz: «Diese wichtigen Schritte zur weiteren Ertrags- und Risikodiversifikation bringen zum Ausdruck, wie sehr wir uns unserer Verantwortung gegenüber dem Kanton Zürich und der Zürcher Bevölkerung bewusst sind. Wir wollen weiterhin gemeinsam wachsen und auch in Zukunft unseren Beitrag zu einem prosperierenden Kanton Zürich zuverlässig leisten.»

Drei Fragen an Paul Hasenfratz, CEO der ZKB von 1992 bis 2002

Porträt-Illustration Paul Hasenfratz

Wie war die wirtschaftliche Lage, als Sie 1992 die ZKB als CEO übernahmen?

Die weltweite Immobilienkrise sorgte für ein grosses Bankensterben, die Kantonalbanken von Solothurn und Appenzell-Ausserrhoden überlebten nicht. Auch wir mussten damals hohe Rückstellungen vornehmen. Die Gewinnausschüttung an den Kanton konnten wir aber immer gewährleisten. Die Krise zeigte uns jedoch schonungslos auf, wie stark wir vom Hypothekargeschäft abhängig waren.

Das haben Sie danach geändert. Mit welchen konkreten Massnahmen?

1995 stellten wir die ZKB komplett neu auf. Wichtig waren dabei drei Massnahmen: erstens die Straffung der Organisation, was leider auch einen Personalabbau bedeutete. Zweitens richteten wir unsere Organisationsstruktur noch konsequenter auf die Kundenbedürfnisse aus, und drittens diversifizierten wir unsere Bankdienstleistungen mit dem Ausbau der Anlageberatung, der Vermögensverwaltung und des Wertpapierhandels.

Wie hat sich die ZKB seit Ihrer Zeit als CEO verändert?

Ich übergab die ZKB 2002 mit dem bis dahin höchsten Jahresgewinn von 339 Millionen Franken an meinen Nachfolger. Heute erwirtschaftet die ZKB einen dreieinhalbmal höheren Gewinn. Nach der UBS ist sie die zweitgrösste Universalbank der Schweiz und systemrelevant. Ich freue mich sehr zu sehen, wie dynamisch die Bank heute unterwegs ist. Trotzdem hat sie sich die Nähe zu den Menschen und Unternehmen im Kanton Zürich und ihre Authentizität bewahrt. 

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