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Leonardo Perizzato im Porträt

Der Glacémeister von Zürich

"Freude bereiten" - das ist es, was Leonardo Perizzato motiviert, wenn er einem Kunden ein Glacé überreicht. Mit dem gleichnamigen Glacéunternehmen hat er sich einen Traum verwirklicht.

Text: Susanne Wagner, Foto: Selina Meier

Christina Krebs (Link öffnet vergrösserte Darstellung)

Es war einer der glücklichsten Momente in Leonardo Perizzatos Kindheit: Als Fünfjähriger bekam er von seinem Onkel in den Ferien in Italien den grössten Eisbecher, den die Gelateria bieten konnte. "Das Erlebnis Glacé faszinierte mich schon damals", sagt der 57-Jährige. Daran erinnerte er sich wieder, als er sich mit Anfang 30 nach einer beruflichen Neuorientierung umsah. Der gelernte Elektromonteur wollte mehr mit Menschen zu tun haben. Zudem schwebte ihm vor, einen Familienbetrieb aufzubauen, in dem später seine beiden Töchter mitarbeiten konnten.

Beides ist Leonardo Perizzato gelungen: Mit seiner Marke Leonardo hat er seine Gelati als schweizerisch-italienisches Premium-Eis erfolgreich am Markt positioniert. Beliefert werden neben den eigenen Gelaterias im Sihlcity und Glattzentrum verschiedene Restaurants und Anbieter wie etwa das Warenhaus Globus. Zudem betreibt er eine Osteria im Einkaufszentrum Sihlcity und verschiedene Glacéstände in der ganzen Schweiz. Kaum zu glauben, dass er, der heute 80 Angestellte beschäftigt, einst als Einmannbetrieb startete. Seinen Schritt vom Elektromonteur zum Maestro Gelatiere bereitete er jedoch sorgfältig vor.

Glacé für Freunde

Um das Handwerk von Grund auf zu lernen, belegte Leonardo Perizzato während mehreren Jahren in den Sommerferien in Italien verschiedene Kurse und liess sich bis zum Maestro Gelatiere ausbilden. Er kaufte die erste kleine Eismaschine und begann in einem gemieteten Raum, am Wochenende Glacé zu produzieren. Weil er nur mit einer sehr guten Qualität an den Markt gehen wollte, liess er sein Glacé immer wieder von seinem privaten Umfeld degustieren. Nach einem Jahr eröffnete er mit Freunden und Familie an den Wochenenden seine erste improvisierte Gelateria in einer Kantine in Altstetten. Während des Aufbaus dieses zweiten Standbeins arbeitete er parallel weiterhin als selbstständiger Elektromonteur und setzte erst vor zehn Jahren ganz auf die Gastronomie.

Heute ist Leonardo Perizzato glücklich, seinen Kunden mit seinen Produkten ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können. Von den rund 200 verschiedenen Aromen, die er und sein Team schon kreiert und produziert haben, sind ihm Lakritze, Amarena, Zuppa Inglese, Pistazien und Mango am liebsten. Derzeit arbeitet das Team an einem Eispraliné. Die Erarbeitung solcher Konzepte, das Entwickeln neuer Rezepturen und die Qualitätskontrolle tragen die Handschrift von Leonardo Perizzato. Er ist sich auch nicht zu schade, selbst Hand anzulegen, wenn eine Glacévitrine repariert werden muss.

Wachsen, planen und vorsorgen

Das Unternehmen ist in den letzten Jahren stark gewachsen, und so soll es in den nächsten Jahren weitergehen: Leonardo Perizzatos Ziel ist es, das Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren zu verdreifachen. Das Thema Vorsorge wird bei ihm vor allem im Zusammenhang mit der Nachfolgeregelung bald aktuell. Dabei werden auch die beiden Töchter eine Rolle spielen, die heute im Backoffice tätig sind. Für seine persönliche Vorsorgesituation zahlt er seit 15 Jahren in seine 3. Säule ein.

Einen Ruhestand kann sich der umtriebige Patron nicht vorstellen, weil er schon jetzt das tut, was er am liebsten macht: "Ich liebe Glacé, meine Familie und meinen Beruf." Wenn immer es geht, steht er am Mittag in der grossen Küche am Leonardo-Hauptsitz in Stallikon und kocht das Mittagessen für das ganze 12-köpfige Team. Mit der Zeit wird er das Pensum etwas reduzieren. Eines Tages soll das Unternehmen ganz ohne ihn laufen, damit er nur noch seine Mitarbeiter bekochen kann. Darauf freut er sich heute schon.

Vier Fragen zur Vorsorge an Leonardo Perizzato

Was haben Sie sich als Kind von Ihren ersten Ersparnissen gekauft?

Ich habe mit dem Geld, das ich von meiner Mutter bekommen habe, eine Modelleisenbahn gekauft. Ich war ein Einzelkind und habe tagelang damit gespielt.

Welche alltägliche Freude leisten Sie sich, ohne ans Geld zu denken?

Luxus bedeutet mir nicht viel. Ich gehe sehr gerne gut essen, am liebsten italienisch. Schon als Kind hatte ich Freude an Autos: Ich fahre ein schnelles Auto, das ich als Privat- und Geschäftswagen nutze.

Wie sorgen Sie im (Berufs-)Alltag vor?

Wir sind daran, die Nachfol­geregelung im Geschäft zu planen. Damit nach der Pensionierung kein böses Erwachen kommt, möchte ich mich zum Thema beraten lassen

Welche Träume möchten Sie noch verwirklichen?

Ich möchte gesund bleiben, jeden Tag geniessen und eine Leonardo-Filiale am Bellevue eröffnen. Eine richtige italienische Gelateria gibt es dort noch nicht.


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