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KI in Zürcher KMU: Ohne Fachkräfte geht es nicht

Der KMU ZH Monitor 2026 hat den Umgang von Zürcher KMU mit künstlicher Intelligenz untersucht. Die von der ZHAW durchgeführte Studie zeigt: Die meisten Unternehmen stehen KI positiv gegenüber. Damit KI aber Mehrwert bringt, braucht es vor allem qualifizierte Mitarbeitende, praktisches Know-how und geeignete Unterstützung.

Vier zentrale Erkenntnisse

  1. KI ist kein Selbstläufer – Fachkräfte sind entscheidend.
  2. Die Mehrheit der KMU beurteilt KI positiv.
  3. KMU sehen den Nutzen von KI vor allem im Kundenkontakt und der Produktion.
  4. Der Bedarf an Unterstützung bei der Einführung von KI ist gross.

Personal ist ein Schlüsselfaktor

In der öffentlichen Debatte dominiert häufig die Sorge, KI könnte Arbeitsplätze kosten. Diese Befürchtung teilen Zürcher KMU, die eine positive Einstellung zur Technologie haben, nicht. Im Gegenteil: Sie rechnen eher mit Stellenaufbau. Das lässt sich damit erklären, dass die Betriebe KI nicht nur einsetzen, um Kosten zu sparen. Ebenso viele Zürcher KMU (48%) möchten mit KI die Qualität verbessern. Und dazu sind qualifizierte Mitarbeitende entscheidend.

Fehlendes Know-how ist denn auch das Haupthindernis bei der Einführung von KI. 40 Prozent der Betriebe bemängeln diesen Kapazitätsmangel. Besonders ausgeprägt ist dies bei Betrieben, die Mühe haben, Fachkräfte zu finden. 51 Prozent dieser KMU klagen über fehlendes Know-how. Bei Betrieben ohne Rekrutierungsprobleme sind es nur 34 Prozent.

KMU sehen KI mehrheitlich positiv

Mehr als die Hälfte der Unternehmen beurteilt den Einsatz von KI positiv. Diese Offenheit überwiegt in allen Branchen und über alle Unternehmensgrössen hinweg – wenn auch in unterschiedlichem Mass. Während 81 Prozent der grösseren KMU dem Einsatz von KI positiv gegenüberstehen, sind es bei den Kleinstunternehmen nur 58 Prozent.

Auch die wirtschaftliche Situation steht offenbar im Zusammenhang mit der Haltung gegenüber KI. Bei den Unternehmen, die KI positiv beurteilen, erwarten mehr Unternehmen steigende statt sinkende Investitionen. Der Saldo liegt bei plus 8 Prozentpunkten. Bei KI-kritischen Betrieben überwiegt hingegen der Anteil der KMU mit sinkenden Investitionserwartungen um 10 Prozentpunkte.

Gezielte Nutzung statt Allzwecklösung: KMU setzen KI selektiv ein

Die Zürcher KMU sehen den Nutzen von KI vor allem in den Bereichen Dienstleistungen und Produktion sowie Vertrieb und Marketing. Dieser klare Fokus spricht dafür, dass die Betriebe KI aktuell nicht als Allzwecklösung verstehen.

Der konzentrierte Einsatz im Kundenkontakt könnte auch eine Erklärung für die Branchenunterschiede im KI-Enthusiasmus sein. So sind in der Branche «Wirtschaftliche Dienstleistungen» die meisten KMU positiv gegenüber der Nutzung von KI eingestellt (74%). In der Branche «Bau & Architektur» sind es lediglich 58 Prozent. Da Anwendungen mit Kundenkontakt in der wirtschaftlichen Dienstleistungsbranche eine grössere Rolle spielen, könnte dies den höheren KI-Enthusiasmus erklären.

Es gibt aber auch Hinweise dafür, dass KI schrittweise in weitere Geschäftsbereiche integriert wird. So hat KI seit 2024 zunehmend auch in Management sowie Forschung und Entwicklung an Bedeutung gewonnen.

Grössere KMU wünschen sich vermehrt Unterstützung

Zürcher KMU wünschen sich Unterstützung bei der Einführung und Nutzung von KI. Für die meisten KMU stehen dabei konkrete Anwendungsbeispiele im Vordergrund. Interessanterweise sehen insbesondere grössere KMU einen höheren Unterstützungsbedarf. 73 Prozent der mittelgrossen Unternehmen haben Unterstützungsbedarf, während es bei den Kleinstunternehmen lediglich 58 Prozent sind.

Dazu passt, dass mittelgrosse Unternehmen häufiger Datenschutz- und Sicherheitsbedenken äussern als kleinere Betriebe (46% gegenüber 38%). Entsprechend wünschen sie sich mehr Unterstützung besonders bei rechtlichen und regulatorischen Fragestellungen.