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Geschichte

Von der Gründung bis zur Gegenwart. Die Geschichte der Zürcher Kantonalbank seit 1870.

Das Buch zum 150-Jahr-Jubiläum

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Das Jubiläumsbuch von 2020 zeigt anschaulich auf, wie sich die Bank seit ihrer Gründung entwickelt hat und wie eng sie mit dem Kanton Zürich verwoben ist. Darin finden sich Geschichten zum Bankalltag, zu interessanten Ereignissen und entscheidenden Lernprozessen aus 150 Jahren Zürcher Kantonalbank. Sie wurden von internen Historikerinnen und Historikern verfasst, die dabei viel Quellenmaterial aus dem bankeigenen Archiv verwendeten und manche Trouvaille zutage brachten. Die Geschichten sind mit vielen Bildern angereichert und illustrieren die Besonderheiten der jeweiligen Zeit. Im Buch wird zudem die Entwicklung der Bank in Bezug auf die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Verhältnisse im Kanton Zürich und ihre Rolle für den Finanzplatz aufgezeigt – verfasst von Prof. Dr. Tobias Straumann, dem renommierten Schweizer Wirtschaftshistoriker.

Zeitreise in Bildern

Bank der Zürcher Bevölkerung

Ein kräftiges Ja in der Volksabstimmung über das Gesetz zur Zürcher Kantonalbank bildete im November 1869 die Basis zur Gründung der Bank, die 1870 schliesslich ihre Tätigkeit aufnahm. Als kantonale Universalbank mit einer umfassenden Produkt- und Dienstleistungspalette bildet sie heute ein Gegengewicht zu den privat gehaltenen Gross- und Privatbanken. Unverändert seit der Gründung ist die Positionierung als nahe Bank.

Gründerjahre

Als die Zürcher Kantonalbank am 15. Februar 1870 ihren ersten Schalter eröffnete, geschah dies in einer Zeit, in der Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe kaum noch tragbare Kredite von bestehenden Banken erhielten und Spar- und Anlagebedürfnisse breiter Bevölkerungskreise nur sehr rudimentär befriedigt wurden. Hier sollte die Bank des Zürcher Volkes einspringen, so die Idee von Kantonsrat Johann Jakob Keller, einer der treibenden Kräfte hinter der Bankgründung. Der Kanton Zürich stellt seither das Dotationskapital zur Verfügung und garantiert die Verbindlichkeiten der Bank (Staatsgarantie). Das Kantonsparlament bestellt die obersten Organe. Der öffentliche Leistungsauftrag und damit die gesellschaftspolitische Verantwortung wurden gesetzlich festgeschrieben.

Aufschwung und Ausbau

Um 1900 erlebte die Zürcher Wirtschaft einen enormen Aufschwung, welcher die Bevölkerung und damit auch die Wohnbautätigkeit rasant ansteigen liess. Der Hypothekarbestand der Zürcher Kantonalbank wuchs markant. Zur Bedienung der Kundschaft wurden im Kanton eine Vielzahl von Filialen und Agenturen eröffnet, aber auch nebenamtlich betriebene «Einnehmereien», die Spargelder entgegennahmen. Trotz kriegs- und krisenbedingter Rückschläge zwischen 1914 und 1950 blieb die Zürcher Kantonalbank eine zuverlässige Stütze der kantonalen Volkswirtschaft. Aufgrund ihres gesetzlichen Auftrags vermied sie spekulative Geschäfte. Anders als die global tätigen Grossbanken überstand sie aufgrund ihrer Binnenmarktorientierung die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er-Jahre relativ unbeschadet.

Wachstum ohne Grenzen

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Zürich zu einem der bedeutendsten Finanzplätze der Welt. Diese Entwicklung begleitete die Zürcher Kantonalbank, indem sie die Produkt- und Dienstleistungspalette erweiterte und damit ihr Geschäftsvolumen ausdehnte. Die Schwerpunkte in dieser Zeit bildeten Spar- und Hypothekargeschäfte. Ausserdem erlangte die Zürcher Kantonalbank eine führende Stellung im Kapitalmarktgeschäft und zählt heute zu den führenden Anbieterinnen bei Emissionen von Fremd- und Eigenkapitalinstrumenten. Ihr Aktien- und Obligationen-Research weist zudem die grösste Abdeckung in der Schweiz auf.

Entwicklung zur Universalbank

Gegen Ende des Jahrhunderts entwickelte sich aus der Hypothekarbank eine innovative, international vernetzte Universalbank, welche so die Bedürfnisse einer zunehmend global tätigen Wirtschaft unterstützen konnte. Die Immobilienkrise Mitte der 1990er-Jahre zwang auch die Zürcher Kantonalbank zu Veränderungen. Die Bank reorganisierte sich und richtete ihre Organisation stärker auf einzelne Kundensegmente aus. In den Fokus rückten auch Digitalisierungsprojekte wie das 1997 lancierte Online-Banking oder die Immobilienplattform Homegate. Der Bereich der Start-up-Finanzierung wurde ausgebaut und mit umfassenden Fördermassnahmen wie Netzwerkpflege und Beratungsangeboten angereichert.

Stabilität durch Diversifikation

2008 erlebte die Finanzbranche die grösste Krise seit den 1930er-Jahren. Das Geschäftsmodell der Zürcher Kantonalbank, das auf Ertragsdiversifikation und Nachhaltigkeit setzt, bewährte sich in der Zeit der globalen Vertrauenskrise. Während das Handelsgeschäft teilweise schwächelte, blieb das Zinsdifferenzgeschäft ein stabiler Ertragspfeiler. Die Zürcher Kantonalbank erreichte im Wirtschaftsraum Zürich bei Privat-, Firmen- und Gewerbekunden eine marktführende Stellung. Sie erweiterte ihre Struktur auf neun Geschäftseinheiten und startete eine Wachstumsinitiative. 2013 stufte die Schweizerische Nationalbank die Zürcher Kantonalbank als systemrelevant ein. Dies aufgrund ihrer Bedeutung als Marktführerin im wirtschaftsstärksten Kanton der Schweiz. 2015 ging Swisscanto mit ihrer Fondsleitung in den Besitz der Zürcher Kantonalbank über. Zur drittgrössten Fondsanbieterin der Schweiz geworden, gelang es ihr damit, das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft weiter zu stärken. Zusammen mit dem Handelsgeschäft bildet es heute einen wichtigen Ertragspfeiler, derweil das anhaltend tiefe Zinsumfeld das Zinsdifferenzgeschäft vor grosse Herausforderungen stellt.

150-Jahr-Jubiläum

Im Jahr 2020 feierte die Zürcher Kantonalbank ihr Jubiläum, das allerdings von der COVID-19-Pandemie überschattet wurde. Seit 150 Jahren ist die Bank Teil des Lebens- und Wirtschaftsraums Zürich. Im Lauf ihrer Unternehmensgeschichte hat sie auf der Basis ihres öffentlichen Leistungsauftrags viel zu einem prosperierenden Kanton beigetragen. Seit jeher versteht sie sich als verbindendes Element zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, Stadt und Land, Tradition und Moderne. Diese tiefe Verbundenheit soll auch in Zukunft beibehalten werden, um das zu tun, was die Zürcher Kantonalbank seit jeher antreibt: Brücken schlagen, Impulse setzen und Begegnungen schaffen.


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