Echt: Realwerte
Ob Goldbarren, Mehrfamilienhaus oder Windpark: Realwerte sind Anlagen mit Substanz. Das macht sie zu einer interessanten und oft wertbeständigen Ergänzung im Portfolio.
Text: Andrea Schmits / Illustrationen: Anita Allemann | aus dem Magazin «ZH» 2/2026
Fassbarer Gegenwert
Realwerte sind Anlagen mit einem fassbaren Gegenwert: Sie sind direkt an ein Gut, Boden oder knappe Ressourcen gebunden. Dazu zählen etwa Immobilien, Edelmetalle, Rohstoffe oder Infrastruktur.
Investitionen in Realwerte gelten als wertbeständig – besonders in Zeiten von Inflation, geopolitischen Spannungen oder wirtschaftlicher Unsicherheit. Während Geld an Kaufkraft verlieren kann und steigende Zinsen die Kurswerte von Obligationen belasten können, bleiben viele reale Güter auch in solchen Phasen gefragt. Manche gewinnen langfristig sogar an Wert: Städte wachsen, und die Digitalisierung sowie der Umbau der Energieversorgung erfordern enorme Investitionen. Davon können Realwerte direkt profitieren.
Aus diesen Gründen ergänzen viele Investorinnen und Investoren ihr Depot mit Realwerten – sei es direkt, beispielsweise über Goldbarren, oder indirekt über Fonds. Diese ermöglichen es, bereits mit kleineren Beträgen in Realwerte zu investieren und Anteile an einem breit diversifizierten Portfolio zu erwerben. Das kann helfen, die Risiken breiter zu streuen. Allerdings gilt auch hier: Wertsteigerungen sind nicht garantiert. Preise können schwanken, Märkte sich verändern und manche Anlagen verlangen Geduld oder Fachwissen.
Immobilien
Immobilien sind der Klassiker unter den Realwerten. Häuser, Wohnungen, Grundstücke oder Gewerbeimmobilien bieten oft regelmässige Mieteinnahmen. Gleichzeitig können Eigentümer langfristig von steigenden Boden- und Immobilienpreisen profitieren. Besonders gefragt sind Objekte in wirtschaftlich starken Regionen wie dem Kanton Zürich oder der Zentralschweiz. Doch auch Immobilien bergen Risiken: Leerstände, hohe Unterhaltskosten oder sinkende Preise können die Rendite schmälern. Über Fonds lassen sich auch Anteile an Immobilien erwerben.
Infrastruktur
Strassen, Stromnetze oder Windparks: Infrastruktur bildet das Rückgrat moderner Volkswirtschaften. Viele dieser Anlagen erzielen über Jahre stabile Einnahmen durch Gebühren oder langfristige Verträge. Zudem wächst der Bedarf weltweit – unter anderem wegen der Energiewende, der Digitalisierung und immer noch steigender Bevölkerungszahlen. Deshalb gelten Investitionen in Realwerte oft als vergleichsweise krisenresistent.
Sachwerte
Kunstwerke, Oldtimer, Vintage-Uhren oder Antiquitäten sind sogenannte Sachwerte. Ihr Preis hängt oft von Seltenheit, Zustand und Nachfrage ab – aber auch von Trends. Ein seltener Oldtimer oder eine begehrte Handtasche können über Jahre stark an Wert zulegen. Gleichzeitig ist der Markt schwer durchschaubar und verlangt Fachwissen. Wer in Sachwerte investiert, verspürt oft eine gewisse Leidenschaft für die Objekte und ein Sammelinteresse.
Rohstoffe
Rohstoffe benötigen wir jeden Tag – dazu zählen etwa Öl, Gas, Industriemetalle, Holz oder landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee. Anlegerinnen und Anleger können über Fonds, ETFs oder Zertifikate in Rohstoffe investieren. Die Chancen auf attraktive Renditen sind da – die Preise können allerdings deutlich schwanken. Denn Rohstoffpreise reagieren stark auf globale Entwicklungen wie Kriege, Wetterextreme, Naturkatastrophen oder Konjunkturschwankungen. Gerade Energie- und Agrarrohstoffe gelten deshalb als anspruchsvolle und oft volatile Anlageklasse mit erhöhtem Risiko.
Edelmetalle
Gold glänzt nicht nur als Schmuck, sondern auch als Krisenwährung. In turbulenten Zeiten suchen viele Anlegerinnen und Anleger Sicherheit in Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin. Ihr Wert hängt vor allem davon ab, wie knapp sie sind, wie stark die Nachfrage ist und wie viel Vertrauen Anleger in sie setzen. Besonders Gold gilt als Wertspeicher und Schutz vor Kaufkraftverlust. Investiert wird heute über Münzen, Barren in unterschiedlichen Grössen oder entsprechende Fonds. Edelmetalle können in Portfolios für Stabilität und Sicherheit sorgen – aber: Sie erzeugen in der Regel keine laufenden Erträge.