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Was wird aus der Warenlieferung?

Drohnen könnten die Warenspedition revolutionieren. Johannes Aicher, CEO und Mitgründer des Start-ups Avientus, erklärt, wie autonome Lieferdrohnen die Logistik flexibler und effizienter machen – und warum die Schweiz aufpassen muss, nicht den Anschluss zu verlieren.

Text: Simone Wyder / Illustration: Bratislav Milenkovic | aus dem Magazin «ZH» 2/2026

«Die Idee für Avientus entstand in den Bergen. Wir suchten nach einer besseren Versorgung für SAC-Hütten, die meistens per Helikopter beliefert werden. Diese Flüge sind teuer, laut und wenig flexibel. Warum also nicht eine elektrische Drohne entwickeln, die leiser, umweltfreundlicher und autonom fliegt?

Unsere Drohnen sind in vielerlei Hinsicht einzigartig. Sie können bis zu 10 Kilo transportieren und bleiben dabei unter 25 Kilo Gesamtgewicht – ein entscheidender regulatorischer Vorteil. Zudem können sie nicht nur autonom fliegen, sondern sich auch selbst be- und entladen. Das macht den Lieferprozess effizient und kostengünstig.

Aktuell fokussieren wir uns auf den militärischen Bereich, wo unsere Drohnen lebenswichtige Güter an schwer zugängliche Orte liefern. Parallel arbeiten wir an Pilotprojekten im zivilen Bereich, etwa der Lieferung von Waren in abgelegene Dörfer, der Versorgung von Berghütten oder dem Ausliefern von Medikamenten an Apotheken.

Die Warenspedition der Zukunft wird noch stärker von Flexibilität und Geschwindigkeit geprägt sein. Lastwagen und Güterzüge bleiben wichtig, doch für gewisse Anwendungsfälle braucht es schnellere, flexiblere Lösungen. Unternehmen könnten beispielsweise auf grosse Lager verzichten und langwierige Autofahrten sparen, wenn Ersatzteile oder Materialien in Minuten per Drohne geliefert würden.

Die grösste Herausforderung für Logistikdrohnen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz. Drohnen müssen in gewissen Aspekten höhere Sicherheitsanforderungen erfüllen als Flugzeuge. Deshalb denken wir die Regulatorik bei der Entwicklung unserer Drohnen von Anfang an mit. Gleichzeitig ist die Logistikbranche hinsichtlich Effizienz bereits stark optimiert. Viele Unternehmen scheuen Anpassungen ihrer Prozesse, weshalb die sorgfältige Auswahl von Pilotprojekten sowie starke Partner für uns wichtig sind.

Die Schweiz hat im Bereich Logistikdrohnen grosses Potenzial. In China und den USA fliegen Lieferdrohnen bereits regelmässig im Alltag. In Europa ist die Risikobereitschaft geringer. Wir möchten mit Avientus zeigen, dass sich innovative Technik und strenge Vorgaben verbinden lassen, damit Waren in Zukunft schneller, flexibler und nachhaltiger transportiert werden.» 

avientus.ch

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