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Hinter den Kulissen: Einzigartige Momente

Zentral und persönlich: Im Juni verzaubert das ZKB Unique Moments wieder mit Konzerterlebnissen vor der historischen Kulisse des Landesmuseums.

Text: Rahel Perrot / Bild: Lucas Ziegler | aus dem Magazin «ZH» 1/2026

Am ZKB Unique Moments sind auch Ort und Atmosphäre einmalig: Festivalleiterin Fabienne Wolfschläger im Hof des Landesmuseums Zürich.

Der Veranstaltungsort ist der heimliche Star: «Wenn wir Acts für das Festival anfragen, erhalten wir immer die gleiche begeisterte Reaktion», sagt Fabienne Wolfschläger nicht ohne Stolz. Sie ist die Festivalleiterin und gehört zu Gadget, der Veranstalterin. Der Austragungsort des ZKB Unique Moments spielt eine zentrale Rolle für dessen Identität. Erst im Zusammenspiel mit der historischen Kulisse entstünden genau jene einzigartigen Momente, die dem Festival seinen Namen gegeben hätten, so Wolfschläger. Das Musikfestival setze bewusst auf Qualität statt Quantität.

Dies zeigt sich zum einen bei der Grösse: Während anderswo Zehntausende Menschen über das Gelände strömen, passen in den Innenhof des Landesmuseums maximal 3’000 Besucherinnen und Besucher. «Diese natürliche Begrenzung sorgt für eine intime Atmosphäre», sagt Wolfschläger. Zum anderen gibt es im Gegensatz zu anderen Open Airs nur eine Bühne und pro Abend treten auch nur ein Haupt-Act und eine Vorgruppe auf. Ist die Bühne in einem Theater üblicherweise nur auf einer Seite offen, ist sie es hier nach allen Seiten hin, um die Kulisse prominent miteinzubeziehen. «Das Publikum ist nahe am Geschehen. Die Künstlerinnen und Künstler erhalten die volle Aufmerksamkeit», sagt Wolfschläger.

Exklusivität durch Einmaligkeit

Begonnen hat alles 2017 mit auf die Berner Mundartband Patent Ochsner zugeschnittenen Konzerten. Deren Sänger Büne Huber macht seit vielen Jahren Kunst. Patent Ochsner spielte fünf Abende hintereinander vor dem Hintergrund von Büne Hubers Bildwelt – dies war ein Novum, und die Konzerte waren immer ausverkauft. Die Grundidee von damals ist geblieben: «Wir wollen einzigartige Momente an diesen besonderen Ort holen», so die Festivalleiterin.

Wolfschläger und ihr Team suchen daher nach Künstlerinnen und Künstlern, die sich wiedervereint haben, ein Albumjubiläum feiern oder in aussergewöhnlichen Kollaborationen spielen. Wichtig sei zudem die Vielfalt an Genres und Formaten sowie der Geschlechtermix. Auch Wünsche der Besucherinnen und Besucher würden in die Planung einfliessen. «Als Support Acts fördern wir besonders gerne auch Newcomer», so Wolfschläger. Besonders stolz sei sie, wenn ihr Team es schaffe, grosse internationale Künstlerinnen und Künstler schweizexklusiv ins Landesmuseum zu holen – wie in diesem Jahr: Die britische Band The xx kehrt nach fast zehn Jahren Abwesenheit für zwei Abende zurück, bevor sie die grössten Festivalbühnen Europas bespielen wird. Wolfschläger: «Acts, die ein Hallenstadion füllen könnten, entscheiden sich bewusst für unsere kleine Bühne.»

Momente, die bleiben

Manchmal entsteht das Besondere unverhofft. So fiel beim ausverkauften Konzert von Kraftwerk, Pionieren der elektronischen Musik, kurz vor der Show die Leuchtwand aus. «Zuerst war es ein Dämpfer für alle», sagt Wolfschläger. Doch die Band habe trotzdem gespielt. Ein Fan schrieb danach, es habe sich angefühlt wie damals, vor vielen Jahren: roh, authentisch, legendär.

Fabienne Wolfschläger ist seit der ersten Ausgabe des ZKB Unique Moments mit dabei, seit 2021 in ihrer heutigen Funktion als Festivalleiterin. Welches war ihr persönlicher einzigartiger Moment? «Ganz klar das Konzert von Air», sagt sie. Das französische Elektro-Duo feierte 2024 das 20-Jahr-Jubiläum seines Albums «Moon Safari». Nur eine Nacht nach ihrem Konzert in der Royal Albert Hall in London spielten die zwei das komplette Album von A bis Z in Zürich. «Ihr Lichttechniker war genial», schwärmt Wolfschläger. «Die Beleuchtung passte perfekt zu den Rhythmen und Bässen der Musik. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut.» 

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