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Einschätzungen aus dem CIO-Office

Christoph Schenk, Chief Investment Officer, und sein Expertenteam teilen regelmässig ihre Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage sowie zu den Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

Neben dem öffentlichen Leben schränkt das Coronavirus zunehmend auch die wirtschaftlichen Aktivitäten stark ein. Die Entwicklungen rund um das neuartige Virus überstürzen sich täglich, beeinflussen die globale Konjunktur und sorgen für hohe Kursschwankungen an den Finanzmärkten. Notenbanken und Staaten stemmen sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen den wirtschaftlichen Abschwung. Es ist uns ein grosses Anliegen, Sie während dieser aussergewöhnlichen Phase möglichst nah zu begleiten und Ihnen relevante Informationen und Updates zu liefern.

CIO Update vom 9. April 2020

Christoph Schenk, Chief Investment Officer, informiert im folgenden Video über unsere Einschätzung zur aktuellen Situation an den Finanzmärkten.

Bitte lesen Sie die "Rechtlichen Hinweise". 

 

Enorme Unsicherheit, wohin man blickt

Mit dem monatlichen Videoformat "CIO in Kürze" informieren wir Sie über unsere allgemeine Markteinschätzung und die daraus abgeleitete Anlagepolitik.

Bitte lesen Sie die "Rechtlichen Hinweise". 

 

Coronavirus: Eindämmung bleibt erste Priorität

Flash Finanzmärkte | 3. April 2020

Der Nebel lichtet sich erst wenig

Die Liste der ausserordentlich schlechten Konjunkturdaten ist lang und an diesem mehr als trüben Bild wird sich im April und aller Voraussicht nach auch im Mai nichts ändern. In der Bekämpfung der Virusausbreitung mussten einschneidende Massnahmen getroffen werden, welche die wirtschaftlichen Aktivitäten stark einschränken. Die wirtschafts- und geldpolitischen Stützungsmassnahmen federn die negativen Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum zwar ab, können aber dessen signifikante Schrumpfung im Jahr 2020 nicht verhindern. Das erklärte Ziel dieser Massnahmen ist der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze und das Vermeiden finanzieller Notlagen bei Unternehmen und Haushalten. Es geht nicht um Stimulierung der Konjunktur, sondern darum, die Wirtschaft über die schwierige Zeit zu bringen und dauerhafte Schäden möglichst klein zu halten. Erst wenn die Behörden die starken Einschränkungen aufheben, werden sich die Stimmungs- und Konjunkturdaten wieder aufhellen. Der wirtschaftliche Gesamtschaden und wann die Erholung einsetzen wird, lässt sich zurzeit schwer vorhersagen. Ein Muster ist allerdings erkennbar: Die Ausbreitung des Virus wandert von Osten nach Westen. Während in den USA die Anzahl Neuinfektionen noch steil ansteigt und Europa in den kommenden Wochen mit einer Abflachung rechnen darf, erhalten wir aus China erste Indikationen, wie sich die Erholungsphase entwickeln könnte, denn China ist der Welt bezüglich der Bekämpfung des Virus rund zwei Monate voraus.

China als Testlauf für den Rest der Welt

Abgesehen von China sind in den meisten asiatischen Volkswirtschaften die PMIs deutlich gefallen. In China gewähren die neusten Einkaufsmanagerindizes erste Einblicke über die Erholung nach der Lockerung der Quarantänemassnahmen. Sowohl der offiziell vom Nationalen Statistikamt erhobene Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, als auch der privat erhobene Index, kletterten von ihrem Rekordtief im Februar über die Wachstumsschwelle zurück. Der offizielle Index, welcher eher grössere Industriebetriebe umfasst, signalisiert eine Erholung im Vergleich zum Februar, als die Produktion praktisch stillgestanden hatte. Die Verbesserung erfolgt deshalb von einer äusserst tiefen Basis aus. Die private Umfrage, die vermehrt kleinere Unternehmen berücksichtigt, deutet hingegen erst eine Stagnation der Industrie an. Im Vergleich zum Februar bleibt die Situation der KMU also unverändert schwierig. Trotz der Divergenz nach Unternehmensgrösse befindet sich die chinesische Wirtschaft insgesamt auf Erholungskurs. Die Phase bis zur Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten wird in China allerdings noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Dies dürfte dann soweit sein, wenn die wieder erlangte Bewegungsfreiheit nachweislich keine Neuinfektionen mehr verursacht.

Europa setzt auf Kurzarbeit

In der Eurozone wie auch in der Schweiz hat die Konjunkturstimmung einen starken Dämpfer erhalten. Der Sammelindikator für das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone ist aufgrund der Betriebsschliessungen so stark eingebrochen wie noch nie seit Erhebungsbeginn im Jahr 1985. Dabei sind die Dienstleister und Detailhändler bisher die Hauptleidtragenden. Gemäss den Manufacturing PMIs verschlechterte sich die Lage für die Industrie ebenfalls, wenn auch etwas weniger ausgeprägt. Eine baldige Stimmungsaufhellung in Europa scheint vorerst unwahrscheinlich. So hatte z.B. Italien erst vor wenigen Tagen die Lockdown-Verlängerung um zwei Wochen beschlossen. In der Schweiz zeichnen die Indikatoren ein ähnlich tristes Bild. Das KOF-Konjunkturbarometer sowie die Einkaufsmanagerindizes brachen Ende März so stark ein wie zuletzt nach dem Frankenschock Anfang 2015. Gemäss PMI-Umfrage leidet der Dienstleistungssektor auch in der Schweiz aktuell deutlich stärker unter den Eindämmungsmassnahmen des Bundesrates als die Industriebetriebe. Mehr als jedes vierte Dienstleistungsunternehmen gibt an, Kurzarbeit als Instrument zu nutzen, um den Stellenabbau zu minimieren. Die wirtschaftliche Lage wird in der Schweiz noch einige Monate angespannt bleiben.

Noch keine Entwarnung für die Finanzmärkte

Die Aktienmärkte reagierten vorsichtig positiv auf das realwirtschaftliche Lebenszeichen aus China. Der chinesische Leitindex legte vor und in Europa zogen der SMI und der Eurostoxx angeführt von den konjunktursensitiven Sektoren zunächst nach. Allerdings wurde der Risikoappetit der Anleger mit der sich zuspitzenden Lage in den USA sogleich wieder ausgebremst. In der kurzen Frist bleibt die Entwicklung bei den Neuinfizierungen mit dem Coronavirus der Haupttreiber. Längerfristig rückt aber die Gewinnentwicklung der Unternehmen in den Fokus. Auf Grundlage unserer Konjunkturschätzungen gehen wir von einem Gewinnrückgang auf Weltebene von rund 35% aus. Die deutlichen Kurs- und mithin die kräftigen Bewertungskorrekturen der vergangenen Wochen zeigen zwar, dass auch die Investoren mit einer Gewinnrezession rechnen, allerdings eher im Bereich von –20%. In den kommenden Wochen dürfte das Gewinnbild deutlicher werden. Dabei wird die Volatilität zwar vergleichsweise hoch bleiben, aber graduell etwas abnehmen. Dies würde unsere Annahme bestätigen, wonach wir uns in der Relativierungsphase vom Szenario befinden. Investoren schalten vom Verkaufsdruck-Modus auf den Analyse-Modus um.

 

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