Ein Quantum Trost: Die Rückkehr der Rendite

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Im Rahmen unserer taktischen Asset Allocation fahren wir den Tracking Error im Juni generell zurück, nachdem wir mit dem Untergewicht in Duration, Aktien und Unternehmensanleihen und dem Übergewicht in Rohstoffen bis anhin sehr gut gefahren sind. Für Obligationenanleger bleibt nach den starken Verlusten seit Jahresbeginn (-10%) ein kleiner Trost: die Ertragsaussichten sind nun deutlich besser als auch schon.

Stefano Zoffoli, Chefstratege

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Obwohl Inflationsraten und Obligationenrenditen im Mai nicht weiter angestiegen sind, mussten die globalen Aktienmärkte nochmals Federn lassen (-5%). Mit rund 17% Verlusten seit Jahresbeginn kratzen globale Aktien an der Schwelle zum Bärenmarkt (20%). Für einen Schweizer Investor fallen die Aktienverluste dank der 11%-igen Aufwertung des US-Dollars etwas weniger dramatisch aus.

Fondsmanager sind gemäss einer Umfrage im Durchschnitt untergewichtet bei Aktien und die Cashlevels sind so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Aktienmärkte preisen bereits einen Einbruch der Konjunktur ein; der US-PMI lässt dagegen aktuell beim Stand von 55 weiteres, solides Wachstum erwarten. Auch die Weltwirtschaft scheint bis anhin noch robust zu sein. Gewisse Indikatoren, wie z.B. der deutsche ZEW Index, sind dabei, wieder nach oben zu drehen.

Falls die Inflation nun tatsächlich wie erwartet nachgibt, dürfte der Druck auf die Zentralbanken etwas abnehmen und die Wahrscheinlichkeit eines Soft Landings zunehmen. Diese Kombination könnte für positive Aktienmärkte im 2. Halbjahr sorgen – deshalb haben wir unser Aktienuntergewicht geschlossen. Für ein Aktien-Übergewicht sind uns die Abwärtsrisiken aktuell noch zu hoch. Auch die Duration unserer Portfolios halten wir nahe am Benchmark, nachdem wir die seit Jahresbeginn praktizierte Untergewichtung beendet haben. 

  • Nach mehr als 2 1/2 Jahren schliessen wir nun unser Untergewicht in Unternehmensanleihen.
  • Nach starken Verlusten (-14% über 1 Jahr) sind die Spreads zu Staatsanleihen nun mit 1.6% wieder überdurchschnittlich und auf ähnlichem Niveau wie im Q4 2018.
  • Auch die Verfallsrendite ist mit 3.7% nun wieder attraktiv und deutlich höher als die Dividendenrendite bei globalen Aktien (2.1%).
  • Der Netto-Verschuldungsgrad wurde reduziert (aktuell noch 3x) und die Zinsdeckung (Gewinn/Zinskosten) ist mit 6x extrem hoch.

 

  • Der kanadische Aktienmarkt profitierte von hohen Energiepreisen, wir nehmen nun Teile der Gewinne mit, weil die Energiepreise weniger Potential besitzen und der wichtige Finanzsektor (30%) unter der Abschwächung des Immobilienmarktes leiden könnte.
  • Dafür bauen wir wieder europäische Dividendenpapiere auf, u.a. defensive Telekom- und Versorger.
  • Die Kursverluste der letzten Monate haben europäische Firmen aus anderen Sektoren wie IT und zyklischem Konsum mit hohen Dividenden attraktiver gemacht.
  • Der kanadische Aktienmarkt profitierte von hohen Energiepreisen, wir nehmen nun Teile der Gewinne mit, weil die Energiepreise weniger Potential besitzen und der wichtige Finanzsektor (30%) unter der Abschwächung des Immobilienmarktes leiden könnte.
  • Dafür bauen wir wieder europäische Dividendenpapiere auf, wo u.a. defensive Telekom- und Versorger.
  • Die Kursverluste der letzten Monate haben europäische Firmen aus anderen Sektoren wie IT und zyklischem Konsum mit hohen Dividenden zum Vorschein gebracht.

Asset Allocation Spezialmandate

Relative Gewichtung gegenüber der strategischen Asset Allocation (SAA) in % im Mai und Juni 2022

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Anlagestrategie