Hinter den Kulissen: Bühne an Bord
Seit 2015 verwandelt die ZKB eine S-Bahn in einen rollenden Musikklub. Dieses Jahr sorgen Bligg, Gigi und Alay für jene Nachtfahrt mit dem Konzertzug durch den Kanton.
Text: Rahel Perrot / Bild: Philip Frowein | aus dem Magazin «ZH» 2/2025

Ein Samstagabend im September. Es herrscht eine freudig aufgeregte Stimmung auf dem Perron im Hauptbahnhof Zürich. Denn: Der ZKB Konzertzug fährt ein. Seit 2015 ist dieser einmal pro Jahr auf einer dreistündigen Extrafahrt durch den Kanton unterwegs. Mit dabei: namhafte Schweizer Musik-Acts wie Nemo, Stefanie Heinzmann oder Hecht – sie bespielen den fahrenden Zug live.
Stars hautnah erleben
Niemand kennt den Konzertzug so gut wie Mark Saint. Der zuständige Projektleiter bei der ZKB entwickelte zusammen mit einer ehemaligen Arbeitskollegin die Eventreihe. Bis auf eine Pause während der Corona-Pandemie war der Konzertzug jedes Jahr unterwegs. «Das Konzept ist über die Jahre gleich geblieben», sagt Saint. «Die Tickets können nicht käuflich erworben, sondern nur gewonnen werden.» 120 exklusive VIP-Packages berechtigen die Gewinnerinnen und Gewinner zur Teilnahme mit einer Begleitung.
Für Saint ist das Mitfahren noch immer ein Erlebnis. «Man kommt den Künstlerinnen und Künstlern so nah wie sonst nirgends», schwärmt er. Die Gäste werden vor der Fahrt mit farbigen Festivalbändchen in drei Gruppen aufgeteilt. Jeder Act spielt dabei dreimal das gleiche 35-minütige Set. «Durch das Rotieren erlebt jede und jeder alle Konzerte.» Bei den Zwischenstopps für den Wechsel gibt es Gelegenheit für Fotos und Autogramme. Vor Beginn und in den Umsteigepausen werden die Gäste und Acts mit Getränken und Snacks verpflegt.
Ohne Kooperationen nicht denkbar
Allein könnte die ZKB die Eventreihe so nicht stemmen. Die SBB stellen den 100 Meter langen Doppelstock-Pendelzug zur Verfügung. Die Sitze im Untergeschoss werden vorgängig ausgebaut. Aus Sicherheitsgründen bleibt die Streckenführung geheim. «Für den künstlerischen Teil arbeiten wir mit dem Zürcher Konzertlokal Moods zusammen», sagt Saint. Das Moods übernehme das Booking, kümmere sich um die Betreuung der Acts vor Ort sowie Licht und Ton. Dabei gilt: «Es wird so viel verstärkt wie nötig und so wenig wie möglich», sagt Saint. Die Techniker sorgen mit Licht für eine Klubatmosphäre. Die Auswahl der Acts treffen ZKB und Moods gemeinsam. Die Bühne gehört nationalen Künstlerinnen und Künstlern. Neben einem etablierten «Haupt-Act» sind jeweils mindestens eine weibliche Künstlerin sowie Nachwuchstalente dabei.
Lokalmatador Bligg zurück auf der S-Bahn-Bühne
Im September 2025 wird der ZKB Konzertzug wieder unterwegs sein. Dann kehrt auch der Zürcher Mundartmusiker Bligg zurück, nach 2015 und 2016 bereits zum dritten Mal. «Bligg vermag wie niemand sonst dieses Format auszufüllen», sagt Saint. Auch die Bündner Rapperin Gigi wird mit dabei sein. Sie war Teil der sechsten Staffel von «Sing meinen Song – das Tauschkonzert» und veröffentlichte im Frühjahr ihr Debütalbum, «Hinterem Mond». Auflegen wird zudem die DJ und Producerin Alay aus Zürich. Die Newcomerin ist Resident DJ im Basler Klub Nordstern und hat soeben ihre erste Single, «Find Me», veröffentlicht.
Und worauf freut sich Mark Saint besonders? «Auf die einzigartige Stimmung.» Diese spürten auch die Acts. Teilweise seien diese im Vorfeld etwas skeptisch, doch sobald der Soundcheck durch sei, liebten sie das Format. «Gerade als etablierter Künstler kommst du nicht mehr so schnell so nahe ans Publikum ran», sagte beispielsweise Bligg nach seiner Premiere vor zehn Jahren. «Eine tolle Abwechslung», fanden Baba Shrimps, und die Sängerin Nicole Bernegger verglich es mit einer guten Wohnungsparty. Oder wie es eine ehemalige Teilnehmerin sagt: «Das sollte man auf jeden Fall mal erlebt haben.»
Jetzt vormerken!
Die Verlosung der VIP-Packages für den ZKB Konzertzug findet jeweils im Sommer im Rahmen einer Kampagne zum Engagement der Bank für das ZVV-Nachtnetz statt. Teilnahmeberechtigt sind alle in der Schweiz wohnhaften Personen. Folgen Sie uns auf Social Media, um den nächsten Konzertzug nicht zu verpassen.