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Was wird aus Batterien?

Das Zürcher Start-up BTRY entwickelt einen Akku, der weltweit für Aufsehen sorgt. Dieser ist papierdünn, leistungsfähig, langlebig. CEO und Co-Gründer Moritz Futscher erklärt, wie das gelingt und wohin sich die Batterietechnologie entwickelt.

Text: Andreas Dürrenberger / Illustration: Bratislav Milenkovic | aus dem Magazin «ZH» 1/2026

«Die weltweite Batterieforschung konzentriert sich derzeit stark auf den Elektrofahrzeugmarkt. Die meisten Investitionen fliessen in Lithium-Ionen- und Festkörperbatterien. Parallel dazu gewinnen neue Batterietypen wie Natrium-Ionen an Bedeutung, um Kosten und Rohstoffabhängigkeiten zu senken. Doch es gibt einen zweiten, oft übersehenen Markt: kompakte Energiequellen für das Internet der Dinge (IoT), Medizintechnik und Unterhaltungselektronik. Hier kommen meist nicht wiederaufladbare Knopfzellen zum Einsatz, die keine hohen Stromspitzen liefern können. Deshalb braucht es häufig zusätzliche Kondensatoren – das erhöht Platzbedarf und Komplexität.

Als wir BTRY im April 2023 als Spin-off von ETH Zürich und Empa gründeten, wollten wir eine Lücke in der Batterietechnologie schliessen. Unser Ziel war es, ultradünne Festkörperbatterien zu entwickeln, die so dünn sind wie ein Haar, sich in einer Minute laden lassen und von minus 40 bis plus 150 Grad Celsius temperaturbeständig sind. Damit ermöglichen wir Anwendungen, bei denen herkömmliche Batterien zu dick, zu langsam oder nicht stabil genug sind.

Unsere Technologie vereint die Vorteile von Batterie und Kondensator in einer einzigen Zelle: hohe Energiedichte, starke Leistung und kaum Selbstentladung. So kann ein Bauteil zwei Aufgaben übernehmen – nämlich Energie speichern und Stromspitzen liefern, wie sie etwa für Funkübertragungen benötigt werden. Das Herzstück ist unser Rolle-zu-Rolle-Prozess – ein Fertigungsverfahren, bei dem dünne Folien wie von einer Filmrolle kontinuierlich abgewickelt und beschichtet werden. Wir verarbeiten ausschliesslich feste Materialien zu ultradünnen Schichten, die schnelle Lade- und Entladevorgänge erlauben. Diese Methode ist von Anfang an auf industrielle Massenfertigung ausgelegt und nutzt Anlagen, wie sie in der Display- oder Halbleiterindustrie bereits im Einsatz sind.

Wir fokussieren uns zunächst auf BLE-Labels (Bluetooth-Etiketten) und Hochtemperatursensoren, oft kombiniert mit Energy Harvesting – also dem Gewinnen von Energie aus der Umgebung. So entstehen wartungsfreie, autonome Geräte ohne Batteriewechsel. Aktuell bauen wir unsere Pilotlinie für die Produktion auf und testen unsere Batterien mit ersten Partnern unter realen Bedingungen.»

btry.ch

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