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Währungsrisiken: Zürcher KMU sichern sich kaum ab

Der KMU ZH Monitor 2026 zeigt, wie Zürcher KMU mit Währungsrisiken umgehen. Die Mehrheit stuft schwankende Wechselkurse als Risiko ein, trifft aber keine Vorkehrungen dagegen – selbst KMU mit starkem internationalem Geschäft nicht.

Drei zentrale Erkenntnisse

  1. International tätige KMU sehen in Wechselkursschwankungen ein Risiko.
  2. Euro und US-Dollar dominieren: Nur 8 Prozent des internationalen Handels werden in anderen Währungen abgerechnet.
  3. Die meisten Zürcher KMU sichern ihre Währungsrisiken nicht ab und nutzen Instrumente wie Termingeschäfte und Devisenoptionen kaum.

Der internationale Handel ist gefordert

Das Umfeld für den internationalen Handel ist derzeit anspruchsvoll. Die Auseinandersetzung mit den USA um Zölle hält an. Die Kriege in der Ukraine und in Nahost verstärken die Unsicherheiten zusätzlich. Gleichzeitig steigt wegen der hohen Ölpreise in vielen Ländern die Inflation. In der Folge haben die Zentralbanken in den USA und im Euroraum die Zinsen erhöht.

KMU mit Auslandgeschäft im Fokus

Die internationalen Entwicklungen betreffen alle Zürcher KMU, die Waren oder Dienstleistungen im Ausland einkaufen oder verkaufen. Und davon gibt es im Kanton einige: Gemäss KMU ZH Monitor verfügt jedes dritte Zürcher KMU über einen Anteil an internationalem Zahlungsverkehr von 10 Prozent und mehr. Bei jedem zehnten KMU liegt der Anteil sogar über 50 Prozent.

Frankenstärke beschäftigt Zürcher KMU

Die grosse Mehrheit der Zürcher KMU wickelt ihren internationalen Zahlungsverkehr über das E-Banking ab. Sie müssen Fremdwährungen beschaffen und bewirtschaften sowie halten und vergüten. Entsprechend zentral sind für sie die Entwicklungen an den Devisenmärkten – insbesondere mit Blick auf den Franken. Rund ein Drittel der kantonalen KMU mit mehr als 10 Prozent internationalem Handelsanteil empfindet die Frankenstärke denn auch als Herausforderung. Bei KMU, die mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland erzielen, sind es 43 Prozent.

Schwankende Wechselkurse als Risiko Nr. 1

Die Unsicherheiten in Zusammenhang mit den Entwicklungen an den Devisenmärkten beschäftigen viele Zürcher KMU. Schwankende Wechselkurse sind im KMU ZH Monitor das am häufigsten genannte Risiko im internationalen Handel. 64 Prozent der KMU mit über 10 Prozent Auslandsanteil sehen das so. Auf Platz zwei folgen hohe Gebühren mit 34 Prozent.

Währungsabsicherungen sind die Ausnahme

Das Risikobewusstsein der Zürcher KMU steht im Gegensatz zu ihrem Handeln. Die meisten international tätigen KMU halten Wechselkursschwankungen für ein Problem. Trotzdem schützt sich nur eine Minderheit: Lediglich 1 Prozent sichert alle Auslandsgeschäfte ab, 4 Prozent sichern die meisten und 14 Prozent nur wenige Auslandgeschäfte ab.

Die geringe Absicherungsquote lässt sich indes nicht allein mit einem kleinen Anteil an Auslandsgeschäften erklären. Denn selbst bei Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihres Geschäfts im Ausland machen, sichert sich die Mehrheit nicht ab.

Natürliches Hedging wird selten genutzt

Weshalb Zürcher KMU auf eine Währungsabsicherung verzichten, ist unklar. Ein hoher Aufwand wegen einer grossen Währungsvielfalt ist aber nicht der Grund: Die meisten Zürcher KMU mit einem internationalen Handelsanteil von über 10 Prozent handeln in Euro, US-Dollar und britischem Pfund. Nur 8 Prozent nennen auch andere Währungen.

KMU mit Ein- und Auszahlungen in derselben Währung können sich mit Natural Hedging absichern. Rund jedes sechste KMU mit einem internationalen Handelsanteil von über 10 Prozent nutzt diese Strategie. Dabei laufen Zahlungseingänge und -ausgänge in derselben Währung über dasselbe Konto. Die Zahlungsströme werden zeitlich möglichst aufeinander abgestimmt, um den Einfluss von Wechselkursschwankungen zu reduzieren.

Natürliches Hedging verringert so Wechselkursrisiken auf einfache Weise. Es erfordert weniger Fachwissen als Termingeschäfte oder Devisenoptionen. Das ist ein Vorteil. Denn auch unter den Zürcher KMU, die mehr als 10 Prozent ihres Handels in Fremdwährungen abwickeln, schätzen 65 Prozent ihr Wissen in diesem Bereich als höchstens mittelmässig ein.

Schauen Sie sich die Ergebnisse des KMU ZH Monitors 2026 im Detail an.

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