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Warum sich eine frühe Vorsorge lohnt

Frühzeitig vorsorgen lohnt sich - auch im Hinblick auf die Pensionierung der Babyboomer.

Mensch am Schwimmen

Zum Vorsorgen ist es nie zu früh

Der Reformstau in der 1. und 2. Säule bringt grosse Unsicherheit bezüglich unserer künftigen Altersrenten mit sich. Daneben wird die bevorstehende Pensionierungswelle der Babyboomer-Generation die Höhe der künftigen Altersleistungen beeinflussen. Umso wichtiger ist es, sich frühzeitig mit der eigenen Altersvorsorge auseinanderzusetzen und den vorhandenen Optimierungsspielraum rechtzeitig zu nutzen - es lohnt sich!

Ihre häufigsten Namen sind Maria, Monika, Peter und Daniel. Die Babyboomer, also die Angehörigen der geburtenstarken Jahrgänge, gehen auf ihre Pensionierung zu. Zwischen 1955 und 1964 kamen auf eine Frau in der Schweiz durchschnittlich 2,5 Kinder. Heute sind es weniger als 1,5. Eine Entwicklung, die die kollektive Altersvorsorge vor Herausforderungen stellt. Fielen 1950 auf einen Rentner noch mehr als sechs Erwerbstätige, sind es heute noch knapp 3,5. Für 2050 prognostiziert das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) gar ein Verhältnis von einem Rentner auf zwei Erwerbstätige. Vorsorgeeinrichtungen sind darüber hinaus nicht nur mit immer mehr älteren und weniger jungen Versicherten konfrontiert, auch erreicht derzeit wegen des anhaltenden Tiefzinsumfeldes kaum eine Vorsorgeeinrichtung ihre Zielrendite. Die dringend notwendige Reform der 1. und 2. Säule wurde durch das Stimmvolk mit der Ablehnung der "Altersvorsorge 2020" erneut auf die lange Bank geschoben. Die Pensionskassen reagieren deshalb im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Überobligatorium, also demjenigen Vorsorgeteil, bei welchem die gesetzlichen Mindestvorschriften zu Zins- und Umwandlungssatz nicht greifen. Die Vorsorgeeinrichtungen senken ihre technischen Zinssätze und davon abhängig ihre Umwandlungssätze. Für künftige Rentenbezüger bedeutet das, dass ihre jährliche Rente kleiner ausfallen wird als die ihrer Vorgänger. Gleichzeitig gehören die Babyboomer – nach der Einführung des Drei-Säulen-Konzepts 1972 und des Pensionskassenobligatoriums 1985 – aber auch zu den Ersten, die sich eine lückenlose Altersvorsorge unter Nutzung aller Säulen aufbauen konnten.

Vorsorge frühzeitig anpacken

Vor diesem Hintergrund gewinnt die individuelle, eigenverantwortliche Optimierung der Altersvorsorge zunehmend an Bedeutung. Und es lohnt sich, sich dieses Themas frühzeitig anzunehmen. Martin Soliva, Experte für Finanzplanung und Vorsorge bei der Zürcher Kantonalbank, erklärt: "Meine Beratungserfahrung zeigt, dass viele Erwerbstätige ihre Finanzplanung für den dritten Lebensabschnitt erst wenige Jahre vor der Pensionierung anpacken" Für die Klärung der Frage‚ ob das Pensionskassenguthaben als Rente oder in Form von Kapital bezogen werden soll, eignet sich dieser Termin durchaus. Grössere Optimierungsmöglichkeiten bieten sich dann aber nicht mehr. Rund 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung besteht noch Entscheidungs- und Handlungsspielraum. Hat zum Beispiel eine unverheiratete Frau mit 35 Jahren eine vierjährige Kinderpause eingelegt, besteht für diese Zeit unter Umständen eine Vorsorgelücke bei der Pensionskasse. Diese kann sie jetzt noch schliessen – und dabei zugleich Steuern sparen.

Grossvater mit Enkelkind

Bis 2045 wird sich die Zahl der Rentner verdoppeln

In einer ersten Standortbestimmung geht es darum, sich im Rahmen einer Finanzberatung Transparenz über die eigene finanzielle Situation zu verschaffen. Dabei wird u. a. analysiert, wie sich Vorsorgeleistungen am besten auf individuelle Lebensziele abstimmen und optimieren lassen. Bei einer Frühpensionierung, einer Teilpensionierung oder einem Kapitalbezug für den Erwerb von Wohneigentum ist es zum Beispiel essenziell, vorab zu klären, wie sie sich auf die Altersleistungen aus der Pensionskasse auswirken. Martin Soliva warnt: "Eine vorzeitige Pensionierung kostet einiges. Wer fünf Jahre vorzeitig in Pension geht, muss mit einer um rund einen Drittel tieferen Pensionskassenrente rechnen"» Das Aufrechterhalten des Lebensstandards im Alter ist auch ohne ausserordentliche Faktoren wie Frühpensionierung, Vorbezug oder Scheidung eine Herausforderung. So muss man bei einem durchschnittlichen Vollzeit-Erwerbseinkommen und lückenlos einbezahlter Pensionskasse damit rechnen, dass die Renteneinnahmen aus Pensionskasse und AHV noch rund 60 Prozent des bisherigen Erwerbseinkommens ausmachen. Neben Fragen rund um die Leistungen aus AHV und Pensionskasse spielen beim Thema Altersvorsorge auch Anlage- und Investitionsmöglichkeiten sowie die Bewirtschaftung privater Vorsorgekonten eine Rolle. So ist es beispielsweise nicht möglich, nur einen Teil der Altersleistung aus einem Säule-3a-Konto zu beziehen. Gleichzeitig schlägt jedoch bei grossen Kapitalbezügen die Steuerprogression stärker zu Buche. Deshalb kann es sich unter Berücksichtigung kantonaler Steuervorgaben lohnen, mehrere 3a-Konten zu eröffnen. Auch bei Liegenschaften gilt es, einige Punkte zu beachten: "Will man eine Liegenschaft mit Pensionskassenkapital erwerben, muss man sich vor Augen führen, dass einem dieses Kapital später von der Rente abgeht."

Rentenbezug rechtzeitig anmelden

Rückt die Pensionierung näher, sollte man sich überlegen, wie und wann man die Leistungen aus AHV, Pensionskasse und privater Vorsorge beziehen möchte. Dabei ist es wichtig, geltende Fristen zu beachten. So fordern manche Pensionskassen, dass die Anmeldung für einen allfälligen (Teil-)Kapitalbezug bereits ein bis drei Jahre im Voraus erfolgt. Und auch der AHV-Bezug muss spätestens drei Monate vor Erreichen des AHV-Rentenalters bei der Ausgleichskasse angemeldet werden, damit die Altersrente pünktlich ausbezahlt wird. Martin Soliva betont nochmals, wie wichtig eine sorgfältige und frühzeitige Vorbereitung auf den Ruhestand ist: "Zwar beruhen frühzeitige Überlegungen zur Vorsorge teilweise auf Annahmen und Hochrechnungen, aber je eher man sich damit befasst, desto grösser ist das Optimierungspotenzial und umso grösser sind die Gestaltungsspielräume. Einfach abwarten, nichts tun und die eigene Vorsorge sich selbst überlassen führt mit grosser Sicherheit zu unliebsamen Überraschungen, und diese gilt es zu vermeiden." Schliesslich haben Maria, Monika, Peter und Daniel ihre ganz eigenen Vorstellungen vom dritten Lebensabschnitt. Die eine träumt von abenteuerlichen Reisen, der andere vom Studium an der Seniorenuni und wieder einer vom sorglosen Spielen mit den Enkeln Noah, Luca, Emma und Mia.

5 Tipps zur Vorsorge

Wünsche formulieren

Der erste Schritt zur Gestaltung des dritten Lebensabschnitts besteht darin, sich über seine Bedürfnisse klar zu werden.

Sich früh informieren

Verschaffen Sie sich bereits 10 bis 15 Jahre vor der Pensionierung einen Überblick über Ihre finanzielle Situation im Alter, um allfälligen Handlungsbedarf zu erkennen.

Alle drei Säulen nutzen

Nutzen Sie die Möglichkeiten der zweiten und dritten Säule, um Ihr Vorsorgevermögen zu maximieren. Stimmen Sie die Leistungen aufeinander ab und beziehen Sie dabei auch die AHV mit ein.

Steuern optimieren

Steuerliche Vorteile in Überlegungen und wo sinnvoll nutzen, aber nicht überbewerten.

Vorschriften beachten

Beachten Sie die geltenden Reglemente und Fristen von Pensionskasse und AHV.


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